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Niclas Zimmer als Dritter im Ziel.

Dünsberg-Mountainbike-Marathon

Büchele und Zimmer fahren auf das Podest

  • VonStephan Dietel
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Ein Doppelsieg für das Stenger-Bike-Team sowie der Sieg des Ex-Mittelhessen Sean Feldhaus auf der Kurzstrecke stehen in der Geschichte des 15. Dünsberg-Mountainbike-Marathon.

Passend zum Wahl-Sonntag konnten 436 Dünsberg-Teilnehmer als Ausdruck seiner Beliebtheit gewertet werden, denn im nordhessischen Großalmerode fand ein zweiter Mountainbike-Marathon in ebenfalls 15. Austragung statt. Eine hohe Anziehungskraft hat der Dünsberg-Mountainbike-Marathon jedes Jahr auf zahlreiche heimische Starter. Entsprechend kämpferisch waren auch die Fahrer im Favoritenkreis für die vorderen Plätze der drei Streckenlängen eingestellt.

Lokalmatador Erik Büchele (AMC Rodheim-Bieber/Team Delta-bike.de) wollte nach Platz zwei im Vorjahr nun den Sieg im Minimarathon über 28,9 Kilometer und 618 Höhenmeter. Auf der Kurzstrecke über 55,9 Kilometer und 1390 Höhenmeter sah es Niclas Zimmer (RSG Gießen und Wieseck/Stenger-Bike-Team) nach seinem Sieg vor zwei Jahren und Platz zwei im Vorjahr jetzt mal wieder an der Zeit für einen Gesamtsieg auf seiner Distanz. Den wollte auch Noah Jung (RSG Gießen und Wieseck/Team Delta-bike.de) auf Langstrecke mit 84,5 Kilometer und 2008 Höhenmeter holen, die er im Vorjahr als Dritter ins Ziel gebracht hatte. Doch mit ihren Absichten waren die heimischen Spitzenfahrer nicht alleine und das zeigte sich schon kurz nach dem Start.

Nach dem Start an der Biebertaler Großsporthalle blieb die Spitze des Minimarathons, die als dritte Distanz in den Renntag geschickt wurden, noch am längsten zusammen. Am Waldhaus im Krofdorfer Forst konnten sich dann Erik Büchele und Constantin Kolb (VC Darmstadt/Stenger-Bike-Team) etwas absetzen. Kolb gelang es zwar nicht, Büchele von seinem Hinterrad abzuschütteln - Büchele schaffte es unterwegs aber auch nicht, an seinem Mitstreiter vorbeizuziehen, bis die beiden auf die Zielschleife an der Biebertaler Großsporthalle einbogen und der Südhesse Kolb auch beim Jubel auf der kurzen Zielgerade seinen Verfolger an seinem Hinterrad noch unter Kontrolle hatte. Büchele freute sich dennoch über Platz zwei und ein schönes Rennen vor heimischem Publikum. Platz drei ging an Marian Kopfer (Training mit Köpfchen).

Angriff in der Abfahrt vom Dünsberg

Ein schönes Rennen wollte sich auch Sean Feldhaus (MSV Essen-Steele) bescheren. Der ehemalige Wahl-Wiesecker ist inzwischen von Mittelhessen nach Münster gezogen und hatte sich im Vorjahr als Dritter auf seiner damaligen Heimstrecke mehr erhofft. So nahm er diesmal die Spitze des Rennens schon auf den ersten Kilometern unter Kontrolle. Seine vier Mitstreiter in der Spitzengruppe spielten aber eine wichtige Rolle für Feldhaus, denn er wollte diesmal nicht zu früh zu viel Kraft investieren. Sie hätten sehr gut zusammengearbeitet, freute sich Feldhaus, der dann seine gute Streckenkenntnis in der Abfahrt vom Dünsberg nutze, um sich von seinen Mitstreitern abzusetzen. Mit knapp eineinhalb Minuten Vorsprung schnappte sich Feldhaus dann den Sieg auf der Kurzstrecke vor Luca Pechacek (SV Reudern/Wilier/FORCE Germany) und Luca Adler (TV Bad Orb).

Lokalmatador Niclas Zimmer hatte sich im Vorfeld kurzfristig entschieden, den geplanten Start in der Mountainbike-Bundesliga am Vortag auszulassen und von der Kurzstrecke auf die Langstrecke umzumelden. Sein Abschneiden auf der Kurzstrecke und seine dortigen Siegabsichten blieben damit Theorie - in der Praxis sorgte seine Entscheidung aber für eine noch höhere Leistungsdichte an der Spitze der Langstrecke, auf der auch Mathias Frohn (Team Firebike Handelshof), Vorjahressieger und in der Vorwoche frisch gekürter Deutscher Meister im MTB-Marathon, wieder am Start war. Mit Sascha Starker von der SSG Bensheim/Stenger-Bike-Team war ein weiterer Favorit vertreten, der in der Vergangenheit schon öfter den Blick vom Podium des Dünsberg-Mountainbike-Marathons genießen konnte. Als Dritter hatte dort im Vorjahr Noah Jung gestanden, der diesmal um den Sieg fahren wollte. Ein beruflicher Lehrgang ließ ihn aber während der Woche fast vollständig mit dem Training aussetzen und er verzichtete zudem auf das Bundesliga-Rennen am Vorabend, in dessen Gesamtwertung er bis dato Vierter war.

Eine Überraschung war der Start von Radprofi Miguel Heidemann vom Leopard Pro Cycling Team, der vor drei Jahren schon einmal beim Dünsberg-Mountainbike-Marathon am Start war. Das sei auch das letzte Mal gewesen, dass er auf dem Mountainbike gesessen hatte, sagte Heidemann vor dem Start. Der Straßenradsportler, zweifache Deutsche Meister im Mannschaftszeitfahren und zweifache Deutsche U23-Meister im Einzelzeitfahren ging locker eingestellt an den Start und erweiterte dennoch den Kreis der Favoriten für die vorderen Plätze der Langstrecke. Sie schienen regelrecht darauf zu brennen, das Duell um den Tagessieg einläuten zu dürfen und es bildete sich schnell eine Spitzengruppe mit den erwarteten Namen. Es sei viel spekuliert worden und jeder habe unterwegs mal einen guten Moment gehabt, schilderte Starker das Rennen, das bei Überquerung des Dünsbergs und der Schleife vorbei an Frankenbach und Königsberg vom Quartett aus Starker, Jung, Zimmer und Frohn angeführt wurde. Auf der abschließenden zweiten Runde, nochmal über die Strecke des Minimarathon, stürzte dann Zimmer. Das sei ein Schockmoment gewesen, denn der Sturz habe sehr spektakulär ausgesehen, schilderte Starker. Nachdem sich die Gruppe um das Wohlergehen ihres Mitstreiters erkundigt hatte, setzten sie ihr Spitzenduell fort und auch Zimmer konnte wieder aufschließen.

Nach Sturz wieder herangekämpft

Jung hatte inzwischen den Anschluss verloren und von Krämpfen geplagt rund vier Minuten Rückstand eingebüßt. Ganz nah an die Grenze zum Krampf fuhr auch Starker beim andauernden Duell um eine Vorentscheidung dieser Distanz. Die sei erst am letzten Anstieg bei Fellingshausen gefallen, schilderte Starker, der sich dort absetzen und nach 84,5 Kilometern mit 17 Sekunden Vorsprung vor Frohn gewinnen konnte. Von seinem Sturz gezeichnet und für die Aufholjagd von seinen Mitstreitern bewundert, wurde Zimmer Dritter. Platz vier ging an Jung, der für sein Heimrennen alles gegeben hat und seinem Ehrgeiz entsprechend aus der diesjährigen Platzierung wohl einen Ansporn für kommende Austragungen des Dünsberg-Marathons entwickeln dürfte. Platz fünf ging an Heidemann, der rund zweieinhalb Stunden lang alleine zwischen Spitzengruppe und Verfolgern unterwegs war. Als Straßenfahrer hätte er keine Chance gehabt, aber den Tag auf dem MTB und der abwechslungsreichen Strecke genossen.

Seine eigene Platzierung spielte auch für Peter Büchele vom AMC Rodheim-Bieber keine große Rolle. Er freute sich vielmehr über die Verbesserung seiner persönlichen Fahrzeit und das Rennen vor der eigenen Haustür, bei dem er als einer der wenigen Starter bei allen 15 Austragungen dabei war. Denn trotz der Duelle um die vorderen Platzierungen: Der Dünsberg-Mountainbike-Marathon ist für die meisten Teilnehmer vor allem ein persönlicher Höhepunkt im Verbund mit Freunden oder um das persönliche Abschneiden und damit ganz im Sinne von Organisationsleiter Thomas Gerlach: »Wir wollen den Teilnehmern ein tolles Wochenende bieten«.

Völlig ausgepumpt als Vierter im Ziel: Noah Jung.
Erik Büchele vom Team delta-bike.de führt die Minimarathon-Gruppe am Krumbacher Kreuz an. Später wird er als Zweiter das Ziel erreichen.

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