Brooks startet in Gießen Profikarriere

(mv) Basketall-Bundesligist LTi Gießen 46ers hat sich mit dem US-Amerikaner Ryan Brooks verstärkt. Der 1,93 Meter große Flügelspieler, der einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieb, kommt direkt von der Temple University in Philadelphia nach Mittelhessen und wird an der Lahn seine Profikarriere beginnen.

Für die Temple Owls legte Brooks in der vergangenen Saison 14,3 Punkte, 4,2 Rebounds und 2,3 Assists pro Partie auf und war darüber hinaus der Co-Kapitän der "Eulen", bei denen neben ihm auch der deutsche U20-Nationalspieler TJ DiLeo auflief. Im Anschluss daran stand er für die Philadelphia 76ers in der NBA Summer League in Orlando auf dem Parkett, wo er an der Seite von Toptalent Evan Turner immerhin auf fünf Punkte pro Partie kam, was laut 46ers-Cheftrainer Vladimir Bogojevic auch ein Grund dafür war, dass die Verpflichtung so lange auf sich warten ließ.

Vor seiner College-Karriere führte Brooks die Lower Marion High School zur Staatsmeisterschaft in Pennsylvania, womit er in die Fußstapfen eines anderen Absolventen dieser Schule trat: NBA-Superstar Kobe Bryant. Abseits des Feldes loben seine bisherigen Trainer den 22 Jahre alten Brooks, der ein Studium in Marketing und Werbung absolviert hat, vor allem dafür, dass er so ›pflegeleicht‹ sei, während auf dem Feld andere Qualitäten herausstechen: "Ryan ist sehr athletisch, kann hochprozentig von weiter draußen werfen und ist durch seine Zeit bei Temple daran gewöhnt, auf dem Feld sehr diszipliniert zu Werke zu gehen.

Er ist in seinem Team der beste Verteidiger gewesen, und wir glauben, dass er stark genug ist, um für uns auf den Positionen eins bis drei verteidigen zu können. Ryan gilt als ein harter Arbeiter mit einem hohen Basketball-IQ und das sollte helfen, dass die Eingewöhnungszeit nicht allzu lange dauern wird", so Bogojevic, der aber zeitgleich einschränkte: "Er wird sicher etwas Zeit brauchen, um sich an den europäischen Basketball zu gewöhnen, wir geben ihm diese Zeit, denn wir sind von seinen Qualitäten überzeugt."

Die Herausforderung wird der Sohn einer Professorin der Temple University mit Sicherheit annehmen, ist doch eines seiner Mottos, dass nichts, was sich lohnt zu haben, einfach zu haben ist.Das einzige Fragezeichen, das hinter Brooks steht, ist die Größe: Nur 1,93 Meter misst der Mann, den die 46ers als Starter auf der Position des Smallforwards angekündigt haben, alles andere als Gardemaß für diese Position.

Doch Bogojevic gab sich auf AZ-Anfrage entspannt: "Er ist ein bisschen kleiner, aber ein sehr guter Athlet und mit langen Armen ausgestattet. Von der Spielanlage her ist er ein Smallforward. Natürlich ist er kein reiner Dreier, aber für einen Guard fehlt ihm noch offensiv der Feinschliff im Pick and Roll. Defensiv ist das bereits kein Problem. Wir haben uns nicht einfach einen Guard geholt, der jetzt als Forward spielen soll."

Vielmehr möchte Bogojevic im Laufe der zwei Jahre daran arbeiten, dass Brooks auch als Guard einsetzbar ist. Der Vertrag ist zwar nach der ersten Saison beidseitig kündbar, was allerdings laut 46ers-Geschäftsführer Christoph Syring für beide Seiten mit einem "nicht unerheblichen finanziellen Aufwand verbunden" ist. Mit der Verpflichtung Brooks’ steht auch fest, dass Maurice Jeffers nach zwei Jahren im Gießener Dress in der kommenden Bundesliga-Saison nicht mehr in der Osthalle für die LTi 46ers auflaufen wird.

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