"Brauchen große Unterstützung"

(jms) Nein, von guter Laune ist bei der HSG Wetzlar derzeit wenig zu spüren. Während der Karneval die Szenerie beherrscht, wird bei dem Handball-Bundesligisten akribisch und mit Hochdruck an der Zukunft gearbeitet. Wirtschaftlich und sportlich stehen dieser Tage heikle Entscheidungen ins Haus. Zunächst steht einmal mehr das heutige Aufeinandertreffen mit der HSG Nordhorn heute Abend um 20.15 Uhr in der Rittal-Arena (und live im DSF) im Fokus. Gegen die finanziell schwer angeschlagenen Nordhorner erwartet der Sportliche Leiter der Gastgeber, Rainer Dotzauer, unmissverständlich einen Sieg. "Wir wollen uns an die Tabellenspitze der armen Klubs setzen und dafür muss das Spiel unbedingt gewonnen werden. Denn Nordhorn gehört jetzt auch zu diesen Teams", sagt Dotzauer.

(jms) Nein, von guter Laune ist bei der HSG Wetzlar derzeit wenig zu spüren. Während der Karneval die Szenerie beherrscht, wird bei dem Handball-Bundesligisten akribisch und mit Hochdruck an der Zukunft gearbeitet. Wirtschaftlich und sportlich stehen dieser Tage heikle Entscheidungen ins Haus. Zunächst steht einmal mehr das heutige Aufeinandertreffen mit der HSG Nordhorn heute Abend um 20.15 Uhr in der Rittal-Arena (und live im DSF) im Fokus. Gegen die finanziell schwer angeschlagenen Nordhorner erwartet der Sportliche Leiter der Gastgeber, Rainer Dotzauer, unmissverständlich einen Sieg. "Wir wollen uns an die Tabellenspitze der armen Klubs setzen und dafür muss das Spiel unbedingt gewonnen werden. Denn Nordhorn gehört jetzt auch zu diesen Teams", sagt Dotzauer.

Dass der 60-jährige Macher der HSG dieser Tage ungewohnt angespannt wirkt, hängt vor allem damit zusammen, dass bis zum kommenden Sonntag alle Lizenzierungsunterlagen bei der HBL vorliegen müssen. Viel Arbeit also für ihn und seine Mitstreiter im Management. "An Karneval feiern kann ich derzeit nicht denken. Wichtig ist, dass wir die Unterlagen sauber und pünktlich abgeben. Das ist unser Ziel – und da sind wir auch sehr zuversichtlich", meint Dotzauer.

Wie schwierig es ist, im Handball wirtschaftlich zu überleben, zeigt das jüngste Beispiel Nordhorn. Der heutige Gegner der Wetzlarer steckt tief im Schlamassel – die Insolvenz und das Ende des erstklassigen Handballs in der Region Grafschaft Bentheim droht. In der vergangenen Woche wurde Führungsperson und Topspieler Holger Glandorf zum TBV Lemgo transferiert – eine Entscheidung, die zeigt: in der jetzigen Situation zählt jeder Euro. So lief bei den Nordhornern im Heimspiel gegen den Stralsunder HV zuletzt eine Mannschaft auf, die so in der ersten Liga noch nicht zusammengespielt hat und für die zuvor herrschenden Ansprüche sicherlich eher einer zweiten Mannschaft glich. Mit Eike Rigterink spielt nun auch der Bruder des Hüttenberger Kreisläufers Arne in der ersten Mannschaft. Csaba Szücs und Steffen Weinhold waren zuvor ebenso Spieler aus der zweiten Reihe, die nun in der Pflicht stehen. Da mit dem norwegischen Kreisläufer-Ass Bjarte Myrhol und mit dem erfahrenen Spielmacher Maik Machulla zwei Säulen mit großer Wahrscheinlichkeit verletzungsbedingt passen müssen, kommt den Wetzlarern heute sogar die Favoritenrolle zu.

Doch Trainer Volker Mudrow sieht trotz der Turbulenzen bei den Grafschaftern keine leichte Aufgabe auf sich und sein Team zukommen: "Nordhorn ist brandgefährlich. Sie haben eine sehr kompakte und gute Deckung. Die hat sich kaum verändert und war vorher bärenstark. Sie zu knacken, wird eine sehr schwere Aufgabe." Gerade der schwedische Halblinke Tobias Karlsson ist hinsichtlich der Verteidigung eine echte Stütze. In Peter Gentzel und Nikolas Katsigiannis stehen zwei gute Keeper im Kasten der Nordhorner.

Mudrow stellt indes Forderungen an das Publikum: "Wir brauchen große Unterstützung von den Rängen. Es muss gleich der Funken überspringen. Das ist sehr wichtig für meine Spieler." Damit auch die Faschingsfans für zwei Stunden aus der Kneipe in die Arena gelockt werden, hat sich das Management etwas einfallen lassen. "Jeder, der am Spieltag eine Stehplatzkarte erwirbt bekommt – wenn er möchte – zwei Euro Nachlass. Auch die schon verkauften Tickets sind da mit inbegriffen. Voraussetzung ist aber, dass sie kostümiert kommen", erklärt Dotzauer. Die 3000 erwarteten Zuschauer werden neben dem Langzeitverletzten Chen Pomeranz wohl auch Petar Djordjic (fiebrige Grippe) und Timm Schneider (Schulterverletzung) nicht zu Gesicht bekommen.

Dafür wird Neuzugang Aleksandar Stanojevic zum Einsatz kommen. Er soll mithelfen, dass sich die Laune auch auf der Wetzlarer Geschäftsstelle aufhellt. "Mit einem Sieg würde die Arbeit leichter von der Hand gehen", so Dotzauer.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare