Bogojevic verlangt höhere Intensität

(gae) Vladimir Bogojevic hat eine hohe Affinität zu Berlin. Seine Mutter, seine Schwester und seine Freundin leben in der Bundeshauptstadt. Und "Vladi" selbst trug von 1997 bis 2000 das Trikot von Alba Berlin. In dieser Zeit feierte er unter der Ägide von Trainer Svetislav Pesic drei DM-Titel und einen Pokalgewinn. Berlin ist für den jetzigen Headcoach der LTi Gießen 46ers so etwas wie seine zweite Heimat. Am Sonntag um 17 Uhr wird Bogojevic mit seinem abstiegsbedrohten Bundesligateam in die Stadt an der Spree zurückkehren. Mit einem Gastgeschenk von seinem ehemaligen Klub braucht der "verlorene Sohn" aber nicht zu rechnen. Die Berliner benötigen ebenfalls die Punkte, denn sie wollen Vorrundenerster werden.

(gae) Vladimir Bogojevic hat eine hohe Affinität zu Berlin. Seine Mutter, seine Schwester und seine Freundin leben in der Bundeshauptstadt. Und "Vladi" selbst trug von 1997 bis 2000 das Trikot von Alba Berlin. In dieser Zeit feierte er unter der Ägide von Trainer Svetislav Pesic drei DM-Titel und einen Pokalgewinn. Berlin ist für den jetzigen Headcoach der LTi Gießen 46ers so etwas wie seine zweite Heimat. Am Sonntag um 17 Uhr wird Bogojevic mit seinem abstiegsbedrohten Bundesligateam in die Stadt an der Spree zurückkehren. Mit einem Gastgeschenk von seinem ehemaligen Klub braucht der "verlorene Sohn" aber nicht zu rechnen. Die Berliner benötigen ebenfalls die Punkte, denn sie wollen Vorrundenerster werden.

Noch hinkt der Titelverteidiger national den eigenen Erwartungen hinterher. Mit 24:8 Punkten nimmt der amtierende Deutsche Meister zurzeit nur Rang vier ein, hat nach Minuspunkten gesehen zwei Zähler Rückstand auf den Überraschungsspitzenreiter BG Göttingen (26:6). "Wir dürfen uns keinen Ausrutscher erlauben", erklärt Albas Prokurist Robert Mayer, der seit seinem Weggang vom MTV 1846 Gießen 1998 bei den Berlinern in der Führungsriege tätig ist. Der Wißmarer freut sich auf die "Rückkehr" von Bogojevic, mit dem er nie den Kontakt abgebrochen hat und mit dem er sich weiterhin regelmäßig trifft.

"Für Gießen ist ›Vladi‹ Gold wert, unglaublich wertvoll", ist sich Mayer sicher, dass sein "Spezi" aus früheren Zeiten der richtige Mann für die 46ers ist. Mayer ist davon überzeugt, dass Bogojevic die 46ers vor dem Abstieg rettet. "›Vladi‹ hat ein schweres Erbe angetreten. Er muss mit einer Mannschaft arbeiten, die er nicht zusammengestellt hat. Ihm steht nur ein begrenztes Spielermaterial zur Verfügung. Und dennoch hat er den Job übernommen. Dafür gebührt ihm höchster Respekt", erläutert Mayer weiter, der hinzufügt, dass Alba die 46ers keineswegs unterschätzen wird.

Der Fokus von Bogojevic ist ganz auf die Berlin-Partie gerichtet - auch wenn er keinen Hehl daraus macht, dass die letztwöchige 70:83-Niederlage gegen Oldenburg noch an ihm nagt. Mit den Entscheidungen, die kurz vor dem Ablauf der Shotclock getroffen wurden, war er nicht unbedingt zufrieden. In diesen Momenten müsse man mehr Aggressivität ausstrahlen. "Die Entscheidungsfindung muss sinnvoll sein und darf nicht in Turnover oder Airballs enden", wünscht sich der Coach von seinen Männern mehr geistige Frische in den Aktionen der letzten Sekunden. Zudem fordert er von seiner Mannschaft eine noch höhere Intensität in Angriff und in der Verteidigung, wobei er anmerkt, dass er bei seinen Spielern die "vollkommene Bereitschaft" ausgemacht hat, die angeführten Dinge zu verbessern.

"Die Fitness ist ein ganz großer Faktor für uns, da wir uns immer am Optimum bewegen müssen, um Spiele gewinnen zu können", gibt der 32-Jährige klar zu verstehen, dass die körperliche Verfassung jedes Einzelnen die Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Abschneiden ist.

Gießens Headcoach hat sein Team auf die extremen Verhältnisse in der Bundeshauptstadt eingestellt. In der O2-World, die 15 000 Zuschauer fassende Heimarena der Berliner, zu spielen, ist sicher gewöhnungsbedürftig. Daher werden die 46ers am Sonntagmorgen ein leichtes Wurftraining in einer der modernsten Hallen in Europa durchführen. Bereits am Samstagmorgen - "nach dem Training" - wird sich der Gießener Tross in Richtung Berlin begeben. Dass Alba Berlin am gestrigen Donnerstagabend in Tel Aviv in die Top-16-Runde der Euroleague gestartet ist und möglicherweise dadurch Kraft gelassen hat, sieht Bogojevic nicht als Vorteil für sein Team. Für ihn ist Alba Berlin zu sehr gefestigt und von der Qualität der Spieler betrachtet außergewöhnlich bestückt. So kann sich Berlins Trainer Luka Pavicevic den Luxus leisten, Hochkaräter wie Rashad Wright, Julius Jenkins und Aleksandar Nadjfeji von der Bank kommen zu lassen.

Zudem ist Berlin das beste Drei-Punkte-Team der Liga (40,2 Prozent) und produziert die wenigsten Ballverluste (12 pro Partie / Gießen 15,5). In der Startaufstellung des Starensembles stehen Spielmacher Steffen Haman, das Powerpaket Immanuel McElroy, der filigrane Allrounder Casey Jacobsen, der treffsichere Powerforward Ansu Sesay (12,7 im Schnitt) und der athletische Ex-Gießener Center Adam Chubb. Ob der erst in dieser Woche verpflichtete nigerianische 2,05 m große Brettspieler Andrew Adelke am Sonntag spielen wird, entscheide sich nach dem Abschneiden des medizinischen Tests, so Mayer.

46ers-Geschäftsführer Christoph Syring hat sich dagegen mit einem unangenehmen Problem auseinanderzusetzen. Die Schiedsrichter-Attacke eines älteren Mannes vom vergangenen Samstag nach der Partie gegen Oldenburg wird für die 46ers ein Nachspiel haben. Das habe ihm BBL-Manager Jan Pommer in einem Telefonat mitgeteilt. Syring hofft aber, dass es bei einer Geldstrafe bleibt. Maßnahmen gegen den Übeltäter, der trotz umfangreicher Sicherheitsmaßnahmen den Unparteiischen Enrico Streit beim Kabinengang mit der Hallenzeitung auf den Kopf schlug, wurden bereits getroffen: Ihm wurde Osthallenverbot erteilt.

Außerdem werden sich die 46ers weitere Schritte gegenüber dem Mann vorbehalten.

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