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Thomas Böhme und sein Ex-Kollege vom RSV Lahn-Dill, Jan Haller (h.), starten bei den Paralympics in das Rollstuhlbasketball-Turnier mit dem Knaller gegen USA.

Böhme heiß auf USA

  • Wolfgang Gärtner
    VonWolfgang Gärtner
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(gae). Das Spektakel Eröffnungsfeier der Paralympics in Tokio hat Thomas Böhme am Dienstag schon mit viel Freude hinter sich gebracht. Am Donnerstag gehen für den Rollstuhlbasketball-Weltklassespieler des RSV Lahn-Dill und seinen Noch-Vereinskollegen Christopher Huber, der nach Tokio mit dem Leistungssport kürzertreten will, die Spiele aber erst richtig los.

Das Nationalteam, das bekanntlich seit 2010 erfolgreich von Nicolai Zeltinger trainiert wird, der selbst beim RSV spielte, jahrelang dort als Headcoach fungierte und Gesellschafter wie Manager des mittelhessischen Vorzeigeklubs ist, hat eine »Hammergruppe« erwischt.

Zum Auftakt am Donnerstag in der Früh um 2 Uhr deutscher Zeit steht gleich der »Knaller« gegen Paralympics-Sieger USA an. Dabei wird es vor der Top-Begegnung sicherlich eine kleine Wiedersehensfeier geben. Mit Steve Serio und Michael Paye trifft die RSV-Crew auf zwei ehemalige langjährige Gefährten, mit Brian Bell sogar auf einen aktuellen Kaderspieler der Rollis von Lahn und Dill.

Danach folgen die weiteren schweren Vorrundenpartien gegen Weltmeister Großbritannien (Freitag, 7.45 Uhr, alle deutsche Zeit), dem WM-Dritten Australien (Samstag, 4 Uhr), Afrikameister Algerien (Sonntag, 7.45 Uhr) und dem WM-Vierten Iran (Montag, 4 Uhr), wo sich ebenfalls aktuelle und ehemalige RSV-Akteure duellieren werden.

Der pfeilschnelle Böhme weiß genau, dass dies alles Spiele sind, die auf Messers Schneide stehen können. Für den 30-Jährigen ist das eigene Team aber in der Außenseiterrolle. »Wir sind alle heiß darauf, dass es losgeht. Wir wollen ein gutes Spiel machen und 40 Minuten kämpfen. Dann sehen wir, was herauskommt«, blickte gestern »Tommy« Böhme auf den schweren Auftakt gegen die USA.

Sein Ziel - und sicherlich auch das von Cheftrainer Zeltinger - ist, die Vorrunde zu überstehen und ins Viertelfinale einzuziehen. Dazu müssen die deutschen Männer, bei denen mit Jan Haller, Nico Dreimüller sowie Joe Bestwick drei weitere Ex-RSV auf Korbjagd gehen, mindestens zwei Teams hinter sich lassen, um sich für die letzten acht Teams zu qualifizieren.

Im Team Germany der Frauen tummeln sich ebenfalls mit Annabel Breuer und Catharina Weiß zwei Leistungsträgerinnen des RSV Lahn-Dill. Für die defensestarke Breuer sind es bereits die dritten Paralympics: 2012 holte die Sport-Stipendiatin des Jahres 2020 mit der Mannschaft Gold in London, 2016 in Rio Silber - und in Tokio soll ebenfalls eine Medaille herausspringen. Für Weiß, die seit 2017 A-Nationalspielerin ist und vor einem Jahr zum RSV wechselte, sind es die ersten Paralympics.

Die deutschen Damen sind wie die Herren von Beginn an gefordert: In der Gruppe A trifft die Truppe von Trainer Martin Otto auf Vize-Weltmeister Großbritannien (Freitag, 13.30 Uhr), Kanada (Samstag, 10 Uhr), Australien (Donnerstag, 2 Uhr) und Gastgeber Japan (Sonntag, 4 Uhr).

Eine ausgeglichene Gruppe, in der die deutschen Frauen Platz vier belegen müssen, um in das Viertelfinale zu gelangen. In Gruppe zwei wird ein Dreikampf zwischen USA, China und den Niederlanden erwartet. Bundestrainer Otto weiß, dass seine Gruppe eine spannende und mit offenem Ausgang ist. Er fordert, von Beginn an Gas zu geben.

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