Blitzumbau macht’s möglich

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(sid). Erst Eishockey, dann Basketball und zwischendurch ein Wettlauf gegen die Zeit: Zum ersten Mal überhaupt finden am Sonntag zwei Sport-Großevents in der Arena am Berliner Ostbahnhof am selben Tag statt. Innerhalb von knapp vier Stunden müssen 105 Arbeiter die Halle umbauen, weil beide Spiele auf das gleiche Datum fallen und es keine andere Möglichkeit gab. Nicht alle Beteiligten sind mit dem Kompromiss zufrieden.

Ausgangspunkt der außergewöhnlichen Konstellation war der 12. Januar: Alba Berlin und die EWE Baskets Oldenburg standen als Basketball-Pokalfinalisten fest, bei der Auslosung fiel Berlin das Heimrecht zu. Alba stöhnte kollektiv auf, denn ihnen war die Brisanz des 16. Februars bewusst, an dem wegen des engen Terminkalenders nicht zu rütteln war. Am selben Tag empfangen die Eisbären Berlin die Adler Mannheim in der Deutschen Eishockey Liga (DEL).

Das Problem war geboren. In die Max-Schmeling-Halle am Prenzlauer Berg auszuweichen, war nicht möglich, denn in der Handball-Bundesliga spielen die Füchse Berlin dort gegen den SC Magdeburg. Also einigte sich Alba mit den Eisbären auf den "Double Header". 13.15 Uhr beginnt Eishockey, 20.30 Uhr Basketball.

"Das ist die beste Lösung für alle", sagte Eisbären-Geschäftsführer Peter John Lee der "Berliner Morgenpost", während Alba-Geschäftsführer Marco Baldi frohlockte: "Wir freuen uns riesig, das Pokalfinale vor unseren Fans bestreiten zu können." Stinksauer waren dagegen die Oldenburger. Grund ist die späte Tip-off-Zeit, normalerweise wurde das Pokalfinale immer am Nachmittag gespielt.

Jetzt müssen die Fans der Niedersachsen am späten Sonntagabend zurück ins rund 450 Kilometer entfernte Oldenburg reisen. Bereits vorab hatte der Verein in einer Stellungnahme vor diesem Szenario gewarnt. "Wer am Montagmorgen arbeiten muss, kann im Normalfall diese Reise nicht antreten. Und wann steht man schon mal in einem Finale?", hieß es. Mittlerweile organisierten die Hauptsponsoren kostenlose Busse für die rund 1000 Baskets-Fans.

Aber auch für die Umbau-Crew wird der Tag zur Nervenprobe. Zwischen den beiden Spielen ist Eile geboten, 350 Tonnen Material sollen bewegt werden - 100 davon per Hand. Das Ganze dauert mindestens vier Stunden, um die Eisfläche abzudecken, die Korbanlagen aufzubauen und den Zuschauerraum herzurichten. Nimmt man ein Spielende der Eishockey-Partie um 15.45 Uhr an, bleiben 4:45 Stunden bis zum Start des Pokalfinals.

Weil sich die Basketballer ab 19.30 Uhr warmmachen, wird es reichlich knapp. Doch die vom Hallen-Besitzer Anschutz Entertainment Group engagierten Umbauer haben den Ablauf mehrfach trainiert. Selbst auf eine mögliche Verlängerung beim Eishockey oder Penaltyschießen sollen sie entsprechend vorbereitet sein.

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