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Im Moment ruhen Ball und Schläger - keine Wettkämpfe für die heimischen Tischtennis-Spieler. Aber die Vereine sind gerüstet, wenn sie denn wieder loslegen dürfen.

Blick ist nach vorn gerichtet

  • vonGerd Chmeliczek
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(gäd). Am vergangenen Donnerstag hat der Hessische Tischtennis-Verband (HTTV) beschlossen, die Tischtennis-Saison 2020/2021 abzubrechen und auch zu annullieren. Das bedeutet, dass die Klassen unterhalb der Oberliga in der Saison 2021/2022 unverändert wieder an den Start gehen werden. Am Dienstag zog dann nach Rücksprache mit den Landesverbänden auch der Deutsche Tischtennis-Bund nach und brach die Spielzeit von der Oberliga bis zur 2.

Bundesliga ab. Heimische Akteure haben diese Entscheidungen erwartet, zeigen Verständnis und blicken nach vorn.

Uwe Schreiber ist Kapitän der Hessenliga-Mannschaft vom TV Großen-Linden. »Das ist die vollkommen richtige Entscheidung«, sagt er zum Saisonabbruch durch den HTTV. Das sei zu erwarten gewesen, denn durch den Pandemie-Verlauf sei eine Fortsetzung unrealistisch geworden. Dass nun eine relativ lange Zeit bis zur nächsten Saison im Herbst zu überbrücken ist, macht Schreiber keine Sorgen: »Das ist alles eine Sache der Organisation. Wir spielen Tischtennis.« Man habe privat Räume zur Verfügung, in denen man - gemäß den Regelungen - jeweils zu zweit spielen könne. Das sei zwar kein geregelter Trainingsbetrieb, »aber besser als nichts«. Der Wettkampf fehle aber. Bislang hätten nur einige wenige dem Tischtennis-Sport aufgrund der langen Unterbrechung den Rücken gekehrt. »Die Befürchtung ist schon da, dass diejenigen, die sowieso schon damit geliebäugelt haben aufzuhören, das jetzt auch tun.« Er hofft auf eine Öffnung der Halle, sobald das Pandemie-Geschehen das zulässt. Der Verein habe ein erprobtes Hygienekonzept - auch für Spieler mit erhöhtem Risiko. »Wir sind sehr gut aufgestellt und vorbereitet, wenn es wieder losgeht. Der Blick ist nach vorne gerichtet, wir haben die Planungen für die neue Runde schon aufgenommen.«

Auch Paul Wendland hat den Abbruch der Saison erwartet. Der Mannschaftsführer des Bezirksliga-Teams der TTG Büßfeld hätte gerne noch weiter gespielt. »Aber die Gesundheit geht natürlich vor. Alles in allem ist es sehr schade, weil wir alle gerne diesen Sport ausüben. Aber es geht halt im Moment nicht.« Wie es genau weitergeht, das stehe noch in den Sternen. »Vieles hängt davon ab, ob und wann wir wieder in die Halle können.« Auch bei der TTG spiele man ab und zu eins gegen eins, ein regelmäßiger Trainingsbetrieb sei das aber nicht. »Ich hoffe, dass alle dabei bleiben«, sagt Wendland. Bislang habe man aber noch keine Abgänge zu verzeichnen. Wendland hofft, dass es im Sommer möglich sein wird, Freundschaftsspiele auszutragen. Das komme aber darauf an, wie sich die Situation rund um die Corona-Pandemie entwickle. »Der Sport und auch das Miteinander fehlt allen wirklich sehr.«

Für Steffen Kreiling , Vorsitzender des TTC Wißmar, sind die Entscheidungen der Verbände ebenfalls keine Überraschung. Die Wettenberger sind mit der Frauen-Mannschaft in der Oberliga vertreten. Durch den Beschluss des DTTB am Dienstagabend kam auch für dieses Team nun der Saisonabbruch. »Ich befürworte das. Es ist die richtige Entscheidung.« Die Wißmarer waren zum letzten Mal Ende Oktober vergangenen Jahres in der Halle. Man habe darauf verzichtet, auf private Trainingsorte auszuweichen. Wenn dann beispielsweise ein Trainer mehrere Spieler nacheinander betreue, »hat das in meinen Augen mit Kontaktreduzierung nicht viel zu tun. Das Risiko war uns zu groß«. Dafür hat der Verein unter anderem Online-Angebote speziell für die Jüngsten des TTC gemacht.

»Ich hoffe, dass wir nach den Osterferien vielleicht in Zehnergruppen wieder in die Halle dürfen«, sagt Kreiling. Abgänge durch die schwierige Zeit für den Vereinssport habe es nicht gegeben. Durch die lange Pause sei es jedoch schwierig, neuen Nachwuchs für den Tischtennis-Sport zu begeistern. Aber: »Das Hygienekonzept steht, wenn wir dürfen, können wir sofort wieder loslegen«, sagt er.

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