Mit neun Treffer war Wetzlars Rechtsaußen Kristian Björnsen (am Ball) Wegbereiter zum 36:29-Auswärtserfolg der HSG bei Aufsteiger Tusem Essen. Dennis Szczesny (Essen/22), Filip Mirkulovski (13) und Lukas Becher (Essen/18) verfolgen die Aktion des norwegischen Rechtsaußen. FOTO: EIBNER
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Mit neun Treffer war Wetzlars Rechtsaußen Kristian Björnsen (am Ball) Wegbereiter zum 36:29-Auswärtserfolg der HSG bei Aufsteiger Tusem Essen. Dennis Szczesny (Essen/22), Filip Mirkulovski (13) und Lukas Becher (Essen/18) verfolgen die Aktion des norwegischen Rechtsaußen. FOTO: EIBNER

Handball

Björnsen trifft neunmal bei Sieg der HSG Wetzlar

  • Daniela Pieth
    vonDaniela Pieth
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Die HSG Wetzlar kann in der Handball-Bundesliga auswärts noch gewinnen. Bei Aufsteiger Tusem Essen setzt sich das Team um den neunmal erfolgreichen Kapitän Kristian Björnsen mit 36:29 durch.

Nach fünf Auswärtsniederlagen in Folge holte sich die HSG Wetzlar im letzten Spiel des Jahres 2020 beim Tusem Essen die Punkte 16 und 17. Nach dem 36:29 (15:16)-Erfolg rangieren die Mittelhessen zur Winterpause auf dem siebten Tabellenplatz. "Ich ziehe den Hut vor meiner Mannschaft, die erneut große Moral bewiesen hat", lobte HSG-Trainer Kai Wandschneider sein Team bei Sky. "Ich freue mich sehr über 17:15 Punkte, das war vorher nicht so zu erwarten."

Unterstützt mit zwei Paraden von Keeper Tibor Ivanisevic legten die Grün-Weißen einen guten Start in die Partie in der Sporthalle "Am Hallo" hin. Anton Lindskog und der von Beginn an spielende Lenny Rubin markierten das 2:0. Bis zum 4:2 von Kristian Björnsen (7.) hielten die Grün-Weißen den Zwei-Tore-Vorsprung, ehe sich die ersten Fehler im Spiel der HSG einschlichen. Hier ein vertändelter Ball im Spielaufbau, dort ein Fehlpass - und schon legten die Gastgeber in Person von Lukas Bechert vier Minuten später auf 7:6 vor. Essen drückte vehement aufs Tempo und bestrafte die Fehler der Gäste ein ums andere Mal.

Eine Überzahl nutzte Essen, um auf 12:10 zu erhöhen und profitierte dabei auch von drei Pfosten- und Lattentreffern der Grün-Weißen. In Unterzahl gelang es den Essenern, den HSG-Angriff, der vornehmlich versuchte durch die Mitte zu kommen, gut weg zu verteidigen und auf 14:12 zu stellen. Trainer Kai Wandschneider wechselte bereits jetzt ordentlich durch, um die Kräfte zu verteilen, in der Vorahnung, dass Essen weiter auf die Tube drücken würde.

"Ich musste einfach wechseln", erklärte Wandschneider. "Eigentlich haben wir mit 15 Toren genug Tore gemacht in der ersten Halbzeit. Aber wir hatten einen schlechten Rückzug und haben gerade gegen Firnhaber nicht den Zugriff bekommen, den wir haben wollten. Dazu nur drei gehaltene Bälle, deshalb der Torwartwechsel."

Beim Start in die zweite Halbzeit schienen die Grün-Weißen noch in der Kabine. Zweimal Klingler, dazu Maldonardo und Firnhaber bauten den Essener Vorsprung in der 34. Minute auf 20:15 aus. Wandschneider legte sofort den grünen Karton und stellte in der frühen Auszeit die Abwehr auf die 4:2-Formation um, die nach einigen Angriffen Wirkung zeigte. "Wir kommen phänomenal aus der Kabine, dann weiß ich nicht, was passiert", musste Essens Firnhaber bei Sky zugeben. "Wir schmeißen jedenfalls viele Bälle weg, lassen uns verunsichern, zeigen nicht mehr das Spiel, was uns ausmacht."

Den 5:0-Lauf der Gastgeber konterte die HSG und hatte beim 23:23 in der 43. Minute schon den Ausgleich durch ein Kempator von Olle Forsell Schefvert erzielt. Till Klimpke brachte sich mit einigen Paraden ein, und so setzten sich die Wetzlarer auf 29:25 ab, ehe Essens Coach Jamal Naji den HSG-Lauf per Auszeit zu stoppen versuchte. Die Wetzlarer ließen sich davon jedoch nicht mehr aus der Fassung bringen.

"Dass wir hier in der 40. Minute mit fünf Toren vorne liegen, das haben wir uns erspielt", so Naji bei Sky. "Zu dem Zeitpunkt ist der Matchplan voll aufgegangen. Wir wollten 60 Minuten hohes Tempo gehen, wir wollten bewusst auch eine große Wechselrotation haben, damit wir über 60 Minuten dieses Tempo gehen können. Wir müssen aber verstehen, dass Tempospiel nicht immer schneller Abschluss heißt." Die sich häufenden Essener Fehler nutzte die HSG über das 32:27 (55.) konsequent - und so markierte Forsell Schefvert nach einem Doppelpass mit Björnsen per Kempatrick den 36:29-Endstand. In den letzten 20 Minuten kam die HSG Wetzlar so auf einen 18:6-Lauf. Aber Hallo!

"Für mich ein wichtiger Wechsel war heute Ivan Srsen, der für den völlig platten Stefan Cavor kam und das super gemacht hat. Magnus Fredriksen hat das Spiel gut gesteuert und wir haben auch eine Steigerung im Tor gehabt", so die Wandschneider-Analyse

Essen: Fuchs, Bliss, Diedrich; Rozman, Durmaz, Becher (3), Ignatow, Szczesny (3), Müller (1), Firnhaber (5), Seidel (1), Morante Maldonardo (3), Klingler (10/6), Kluth, Ingenpass, Zechel (3).

Wetzlar: Klimpke, Ivanisevic; Feld, Srsen (3), Henningsson (1), Björnsen (9), Mirkulovski (2), Weissgerber, Holst (1/1), Fredriksen (1), Forsell Schefvert (5), Gempp, Mellegard (1), Rubin (4), Lindskog (3), Cavor (6).

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Schulze/Tönnies (Magdeburg). - Zeitstrafen: 6:10 Minuten - Siebenmeter: 7/6:1/1.

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