Wetzlars Geschäftsführer Björn Seipp schließt Geisterspiele im Handball aus. FOTO: VOGLER
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Wetzlars Geschäftsführer Björn Seipp schließt Geisterspiele im Handball aus. FOTO: VOGLER

Handball

Björn Seipp favorisiert Saisonabbruch

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Kommende Woche wollen die Bundesligisten über Fortsetzung bzw. Abbruch der Saison entscheiden. Geisterspiele wird es nicht geben - wenn es nach Wetzlars Geschäftsführer Björn Seipp geht.

(dpa). Die Handball-Vereine der Bundesliga und 2. Bundesliga - und damit auch die HSG Wetzlar und der TV 05/07 Hüttenberg - entscheiden in den nächsten Tagen, ob sie die Saison abbrechen wollen. Stimmt eine Dreiviertel-Mehrheit dafür, sind die Spielzeiten in den beiden Top-Ligen Geschichte. Wetzlars Geschäftsführer Björn Seipp machte dieser Tage schon klar, dass er einen Saisonabbruch durchaus einer Fortsetzung vorzieht. "Die Liga hat das bisher sehr gut gemacht und alle Optionen offen gehalten. Aber jetzt sind wir an einem Punkt, wo wir eine Entscheidung brauchen", sagte er im FFH-Interview.

Seipp bekräftigte, dass es im Handball - anders als im Fußball - keine Geisterspiele geben werde. "Beim Fußball machen bei manchen Klubs die Fernseheinnahmen fast 60 Prozent des Etats aus. Bei uns im Handball gerade mal fünf Prozent", erklärte er. "Da wäre es unternehmerischer Selbstmord, wenn wir Geisterspiele durchführen würden."

Ob es im Falle eines Abbruchs Meister sowie Ab- und Aufsteiger gibt, entscheidet allein das Präsidium der Handball-Bundesliga GmbH (HBL). In dieser Frage haben die Vereine kein Mitspracherecht. "Wir hoffen, dass wir schon bei der nächsten Schalte am kommenden Montag oder Dienstag das Ergebnis haben", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann am Donnerstag. Kurz zuvor hatten sich die 36 Vereine der beiden Top-Ligen per Videokonferenz auf dieses Vorgehen verständigt.

Sollte die Mehrheit der Vereine gegen einen Abbruch sein, gibt es Modelle für eine Fortsetzung der Saison. Eines brachte Bob Hanning, Geschäftsführer der Füchse Berlin, in die Diskussion ein. "Ich bin persönlich ein Freund des Weiterspielens und sehe dafür auch Möglichkeiten", sagte Hanning. "Ich habe der Liga einen Vorschlag unterbreitet, wie ein Szenario aussehen könnte." Genaueres wollte er nicht verraten.

Bohmann betonte, dass es mehrere Szenarien für eine Fortsetzung gebe. Diese werden aber immer durch den Zeitdruck diktiert. Die Saison muss laut HBL-Beschluss bis zum 30. Juni abgeschlossen sein. "Wir müssen den Mannschaften drei bis vier Wochen Vorlauf für die Vorbereitung geben", sagte Bohmann. Dafür müssten aber wieder ordentliche Trainingsbedingungen herrschen, die noch nicht erlaubt sind. Ob danach Geisterspiele in den jeweiligen Hallen erlaubt und zeitlich umsetzbar sind oder ob Turniere an bestimmten Orten binnen weniger Tage möglich sind mit einer vermutlich gemeinsamen Unterbringung der Teams - das unterliegt zunächst der Beurteilung der Gesundheitsbehörden.

Wie auch immer die Entscheidung ausfällt, die HBL befindet sich in einer misslichen Lage. "Wir werden keine 100-prozentige Gerechtigkeit herstellen können", sagte Bohmann. Insbesondere die Bewertung durch die HBL wird vermutlich Proteste nach sich ziehen. "Wir haben ein juristisches Gutachten von Sportrechtlern anfertigen lassen", berichtete der HBL-Geschäftsführer.

Eine Annullierung der bisherigen Saison ist offensichtlich nicht die bevorzugte Variante der HBL. Eine Quotienten-Regelung, bei der der bisherige Punkteschnitt jedes Teams ermittelt und anschließend hochgerechnet wird auf die ausstehenden Partien, ist denkbar.

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