Bischoff-Moos/Moos erreichen Ziel

(wu) Am Wochenende traf sich die Elite der Rock-’n’-Roll-Tänzer in Moskau zur Weltmeisterschaft. Für Deutschland wurden Christina Bischoff-Moos und Lukas Moos vom Gießener Tanz-Club nominiert. Ziel der Gießener war es, sich im 31-paarigen Feld gegenüber der Europameisterschaft vor Kurzem in Genf zu steigern (Platz 19). In Russland schafften es die Mittelhessen auf Rang zwölf.

Als Erstes wurde die Fußtechnik-Vorrunde getanzt. In dieser Runde kommt es vor allem auf eine saubere Grundtechnik und Schnelligkeit an. Dies zeigten die beiden auch den Zuschauern und Wertungsrichtern. In der sich anschließenden Akrobatik-Vorrunde dürfen noch keine Höchstschwierigkeiten wie Doppelsalto, eineinhalbfacher Salto und auf die Schulter aufgegrätschte Salti getanzt werden, somit also nur "einfaches" Programm. Auch in dieser Runde zeigten sie eine saubere, solide Leistung und waren mit sich zufrieden. "Mein Ziel ist es, einmal direkt in das Viertelfinale zu kommen, ohne die Hoffnungsrunde tanzen zu müssen", so Lukas Moos. Dies gelang den beiden dann auch, und sie zogen direkt in das 24-paarige Viertelfinale ein. Da das Viertelfinale als Abendveranstaltung stattfand, war genügend Zeit, sich darauf vorzubereiten. So entschlossen sich die Gießener kurzfristig, den gestreckten Salto mit einem eingegrätschten Todes zusätzlich einzubauen und hofften, damit die Wertungsrichter zu überzeugen und möglichst weit nach vorne zu kommen.

Im Viertelfinale klappte der kurz zuvor eingebaute Wurf einwandfrei und auch die übrigen fünf Akrobatiken liefen bis auf ein Kleinigkeiten sauber durch. Nach der Runde waren beide zufrieden. Da das Teilnehmerfeld dieser WM eine beachtliche Qualität aufzuweisen hatte, war für die Gießener klar, dass sie es nicht in das Halbfinale mit zwölf Paaren schaffen würden. Doch es kam anders. Wie bereits bei der WM im vergangenen Jahr in München, wo sie vom Aufruf zum Halbfinale völlig überrascht wurden, erging es ihnen auch in Moskau, denn sie standen auf der Teilnehmerliste des Halbfinales. Leicht überrumpelt bauten sie dann auch den Doppelsalto ein, der als eine der Höchstschwierigkeiten erst ab dem Halbfinale erlaubt ist. Zum ersten Mal an diesem Tag waren beide leicht angespannt. Den Doppelsalto beherrschen beide schon seit rund einem Jahr und auch auf den zurückliegenden Turnieren war dies immer ein Highlight ihres Programms. Beide wussten, dass sich nur bei einer absolut fehlerfreien Leistung eine Chance auf eine Platzverbesserung ergeben würde. Sie wollten zeigen, dass sie mithalten können. Aber es kam anders. Der Doppelsalto landete ziemlich tief, und auch bei den restlichen Akrobatikteilen zeigten sich Unsicherheiten.

"Wir hätten gerne so eine Runde gezeigt wie zuvor im Viertelfinale, sauber und mit gestandenem Doppelsalto, da wir den ja eigentlich können", zeigte sich Christina Bischoff-Moos unzufrieden.

So blieb es im Endergebnis bei Platz zwölf, letztlich einem guten Resultat, mit dem Bischoff-Moos/Moos wie bei der WM 2011 als bestes deutsches Paar die Heimreise antraten, waren doch die beiden anderen deutschen Paare spätestens im Viertelfinale ausgeschieden. Neue Weltmeister wurden Ivan Youdin/Olga Sbitneva aus Russland vor den Titelverteidigern Jacek Tarczylo/Anna Miadzielec (Polen) und Vitezslav Horak/Sandra Chudomska (Tschechien) auf Platz drei.

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