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Trainer Marc Langenbach und die Drittliga-Handballerinnen des HSG Kleenheim-Langgöns haben eine durchwachsene Spielzeit hinter sich. FOTO: RAS

Frauenhandball

Besondere Herausforderung für die HSG Kleenheim

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Frauenhandball-Drittligist HSG Kleenheim-Langgöns macht "zwischen den Spielzeiten" erst einmal Pause.

(mgs/ra). Am 8. März hatte die HSG Kleenheim-Langgöns ihre letzte Partie in der 3. Handball-Liga Ost der Frauen bestritten und befand sich seitdem im "Standby-Modus". Denn im Gegensatz zum Hessischen Handball-Verband (HHV), der alle Spielzeiten zeitnah abgebrochen und für beendet erklärt hatte, ließ sich der DHB (Deutsche Handball-Bund) für seine Entscheidungsfindung doch enorm viel Zeit. Nachdem die Handball-Bundesliga dann die Spielzeiten der 1. un d 2. Liga für beendet erklärt hatte, folgte auch der Abbruch der 3. Ligen. Und damit endlich Klarheit für das Team von Trainer Marc Langenbach.

Im Abschlussklassement belegt die HSG Kleenheim-Langgöns den achten Tabellenplatz mit einem Quotienten von 94,1. Sowohl Meister Germania Fritzlar (161,1) als auch Vize TSG Eddersheim (158,8) nehmen ihr Zweitliga-Aufstiegsrecht nicht wahr und verbleiben aus wirtschaftlichen Gründen in der Drittklassigkeit. Da es aufgrund des Saisonabbruchs auch keine Absteiger gibt, haben die HSG Rodgau, SV Union Halle Neustadt II und die TSG Ober-Eschbach die Liga erhalten.

Trainer Marc Langenbach und Co-Trainerin Christiane Bork-Werum haben das Konzept der durchgängigen Talentförderung fortgeführt. Mit routinierten Spielerinnen wie Tanja Schorradt, Kim Winkes oder Stina Karlsson sowie den Talenten Elena Schuch, Nele Barnusch, Ann-Sophie vom Hagen und Lisa Marie Kiethe wurde der anvisierte Platz im vorderen Mittelfeld der Tabelle zwar nicht erreicht, nach hinten bestand aber zu keinem Zeitpunkt der Saison Gefahr.

"Der Saisonabbruch konnte einen nicht wirklich überraschen. Meiner Meinung nach hätte der DHB das sogar aber noch wesentlich früher machen müssen. Wir hatten bis dahin anderthalb Monate kein Spiel mehr bestreiten, die Halle nicht mehr betreten können und trotzdem mussten sich meine Spielerinnen immer für den Fall der Fortsetzung bereit und vor allem fit halten. Das war auch für die Psyche keine leichte Angelegenheit", betont der SGK-Coach.

Begonnen hatte die Spielzeit mit einem Heim-24:32 gegen den späteren Vize TSG Eddersheim, abgeschlossen mit einem 22:28 beim Meister Germania Fitzlar. Dazwischen gab es Höhen und Tiefen, ein besseres Ergebnis verhinderten die nur 3:9 Punkte aus den sechs Spielen im neuen Jahr 2020.

Mit dem Saisonende der Spielzeit 2019/20 endete aber noch nicht die "Trainingsarbeit" der Kleebachtalerinnen, die diese natürlich nicht in der Weidig-Sporthalle bestreiten konnten. Noch bis Mitte Mai lief der Trainingsplan, den der Übungsleiter seinen Spielerinnen an die Hand gegeben hatte und die diesen in Eigenregie komplett durchziehen sollten, was auch im Hinblick auf die nächste Saison von großer Bedeutung war.

"Bis zum 15. Mai sind meine Spielerinnen noch individuell gefordert worden, nun folgt eine aktive Pause bis Mitte Juni, in der die Spielerinnen keine Pläne bekommen und nach dieser ganzen Sache einfach mal abschalten sollen. Die Tatsache, dass die Hallen aber lange gesperrt waren und wir - wenn wir am 16. Juni wieder loslegen - auch ewig keinen Ball in den Händen gehalten haben werden, bedeutet, dass wir in der Vorbereitung dann viel mehr Wert auf die Arbeit mit dem Ball legen müssen als das in den letzten Jahren der Fall war. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass wir weniger Zeit in die konditionelle Arbeit legen können, weshalb es ganz wichtig ist, dass sich die Spielerinnen die Grundlagen für die nächste Saison in Eigenregie erarbeiten", beschreibt Langenbach, der noch nachschiebt. "Aber logischerweise sind wir mit dieser Problematik nicht alleine, für alle Teams wird die Vorbereitung auf die kommende Saison eine besondere Herausforderung werden."

Dass die Spielzeit 2020/21 dann wie gewohnt ausgetragen werden kann, hofft der Trainer der HSG zwar, aber natürlich gibt es zur Zeit doch noch einige Unwägbarkeiten. Was passiert beispielsweise, wenn das Verbot von Großveranstaltungen in Deutschland über den 31. August hinaus verlängert wird. "Da stehen noch einige Fragezeichen im Raum, realistische Aussagen dazu kann man in dieser Hinsicht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht treffen", so Langenbach, der zudem noch einen weiteren Punkt anspricht. "Ganz hart ist es sicherlich vor allem für die Spielerinnen, die sich jetzt ja schon geraume Zeit nur individuell fit halten konnten. Wenn das über einen noch wesentlich längeren Zeitraum bestehen bleibt, wird das natürlich irgendwann auf die Motivation und die Lust gehen. Da wird auch viel im Teambuilding-Bereich gearbeitet werden müssen, um den Spaß nicht zu verlieren."

Unabhängig der noch nicht abgeschlossenen bzw. bekannten Personalplanung dürfte 2020/21 eine bessere Abschlussplatzierung in der 3. Liga der Frauen das Ziel sein.

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