Symbolfoto: dpa.
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Beschränkungen im Sport: Keine klare Linie erkennbar

  • Sven Nordmann
    vonSven Nordmann
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Der mittelhessische Sport darf seit dem 1. August zwar wieder loslegen, zwei heimische Beispiele aber verdeutlichen, wie unterschiedlich die Lage rund um Corona sein kann.

Der mittelhessische Sport nimmt Anfang August wieder Fahrt auf – ab heute ist das Trainieren ohne Anzahlbeschränkung in Hessen erlaubt, Veranstaltungen mit Zuschauern wie das Testspiel des FC Gießen im Waldstadion, das DM-Qualifikations-Turnier der Basketballer in Lich oder das Tennis-Event Wetzlar Open steigen wieder.

Dass der Spagat, den seit dem Corona-Ausbruch jeder individuell spürt, auch im Sport mit Zuschauern geschafft werden muss, ist logisch.

Verhältnismäßigkeit und Einheitlichkeit müssen einhergehen

Eine gewisse Vorsicht vor Leichtsinn ist dabei angebracht – die Ansicht, dass der Sport im Wettkampf nun aber wieder loslegen muss, verbreitet sich. Die Schäden durch Begrenzungen bleiben und drohen, größer zu werden.

Auf einen Konsens, bei dem alle mitgenommen werden, wird man sich nur einigen können, wenn Verhältnismäßigkeit und Einheitlichkeit einhergehen. Das ist aktuell nicht der Fall. 

"Es gab kein Gefühl von Corona, sondern von Normalität."  

Man muss dabei nicht mal an den avisierten Regelbetrieb in den Schulklassen nach den Ferien denken, man kann ganz konkret beim Sport bleiben. Fußball-Hessenligist FSV Fernwald testete letzten Samstag in Nordrhein-Westfalen beim TuS Erndtebrück. Und ein Beteiligter schildert: "Als wir auf das Gelände kamen, waren wir überrascht, dass niemand eine Maske trägt. Die Auswechelspieler saßen fast aufeinander, am angrenzenden Restaurant gab es keinen Abstand zwischen den Tischen. Es gab kein Gefühl von Corona, sondern von Normalität."

Besucher müssen bei Hitze auf weitläufigem Waldstadion-Gelände durchgehend Mundschutz tragen

Eine Woche später, heute also, werden im Gießener Waldstadion auf einem Gelände, auf dem im Herbst 2019 noch 7000 Zuschauer Platz fanden, 190 Besucher zum Test des FC Gießen gegen Viktoria Aschaffenburg zugelassen. Die Besucher sollen im Freien am vermutlich heißesten Tag des bisherigen Jahres trotz Abstand durchgehend eine Maske tragen. Vorsicht? Ja. Logik? Nein.

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