In Gedanken schon bei den beiden "Endspielen": Teutonia-Trainer Daniel Steuernagel. (hf)
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In Gedanken schon bei den beiden "Endspielen": Teutonia-Trainer Daniel Steuernagel. (hf)

Bereit für die "Endspiele"

Die Topspiele für den SC Teutonia Watzenborn-Steinberg in der Hessenliga können kommen. Die Elf von Trainer Daniel Steuernagel tankte mit dem 7:1 gegen die Spfr. Seligenstadt am Samstag mächtig Selbstvertrauen vor der Partie bei RW Frankfurt und dem Heimspiel gegen den TSV Eintracht Stadtallendorf.

Als sich Daniel Steuernagel, Trainer von Hessenliga-Spitzenreiter SC Teutonia Watzenborn-Steinberg, nach 69 Minuten erstmals auf seinen Stuhl setzte, dachten viele der 300 Zuschauer, dass sich der Coach nun entspannt dem restlichen Treiben seiner Truppe widmen würde. Weit gefehlt: Nach gefühlten fünf Sekunden stand er wieder an der Seitenlinie und trieb seine Mannschaft weiter an. So, wie man ihn kennt. Zu diesem Zeitpunkt führten die Mittelhessen bereits mit 6:0 gegen die Sportfreunde Seligenstadt, doch Steuernagel wollte nicht, dass seine Spieler nachließen. "Geh drauf, nur stellen, kein Foul", der Trainer lebte mit – wie in jedem Spiel.

Was seine Elf während der 90 Minuten bot, war stark – sehr stark. Nach zuletzt zwei Partien ohne Sieg wollte man die "Mini-Krise" beenden – und das gelang eindrucksvoll. "Das war ein gutes Erfolgserlebnis. Und die Art und Weise unseres Positionsspiel war sehr gut", lobte er seine Schützlinge, die gegen die Mannschaft von Trainer Lars Schmidt von Beginn an zeigte, dass es nur einen Sieger geben kann.

Starke Außen

Sieben Minuten waren verstrichen, da war Niclas Mohr auf der linken Seite durch, seine passgenaue Flanke nutzte Barbaros Koyuncu zum 1:0. Die Seligenstädter mühten sich nach Kräften, aber insbesondere in der Offensive mangelte es an Durchschlagskraft. Die Pohlheimer setzten nach, griffen früh an, die Folge waren Ballverluste der Gäste. Es sollte aber bis zur 25. Minute dauern, ehe es das zweite Mal im Kasten der Gäste klingelte. Diesmal war Barbaros Koyuncu Vorbereiter – Denis Weinecker der Torschütze. Sieben Minuten später durfte dann Rafael Szymanski ran, in der Vorwoche noch der tragische Held beim 3:3 in Fulda. Julian "Kalli" Simon war auf der rechten Seite in seiner unnachahmlichen Art marschiert, seine Hereingabe nutzte Szymanski. Nur drei Minuten darauf war Denis Weinecker zur Stelle, der mit einem Schuss aus rund 16 Metern für das 4:0 verantwortlich zeichnete.

Imposant bei den Teutonen in Durchgang eins: Das Spiel über die beiden Außenverteidiger. Julian Simon rechts und Niclas Mohr links machten immer wieder Druck, die Gäste fanden kaum ein Mittel gegen die beiden. "Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht, vor allem über die Außen", ernteten die beiden ein Sonderlob von Daniel Steuernagel.

Gäste setzten Schlusspunkt

Wer gedacht hatte, die Mannschaft aus dem Landkreis Offenbach würde nun auseinanderbrechen, der musste sich eines Besseren belehren lassen. Die Sportfreunde ließen nicht locker. Auch das zwischenzeitliche 5:0 von Niclas Mohr (49.) änderte nichts daran. Die Gastgeber hatten Glück, dass die Seligenstädter bei drei guten Gelegenheiten keinen Treffer markierten. Kurzzeitig herrschte im Teutonia-Strafraum ein wenig Durcheinander. Nach der kurzen Druckphase waren es wieder die Mittelhessen, die den Ton angaben. Nach 68 Minuten hieß es dann 6:0, als Szymanski eine Vorarbeit von Schadeberg nutzte. Das war nun auch der Zeitpunkt, als sich die Sportfreunde ihrem Schicksal ergaben. Die Teutonia kam noch zu mehreren guten Gelegenheiten, doch nur noch eine konnte Szymanski (78.

) nutzen, der eine Flanke des eingewechselten Julian Scheffler zum 7:0 ins Netz setzte. Der letzte Treffer ging jedoch auf das Konto der Seligenstädter, als sechs Minuten vor dem Ende Marcel Kopp per Kopfball der verdiente Ehrentreffer gelang.

Erst Rot-Weiss, dann Stadtallendorf

"Das war im Hinblick auf die beiden entscheidenden Spiele ganz wichtig für unser Selbstvertrauen", hatte Steuernagel seinen Fokus schon auf die "Endspiele" gelegt. Am nächsten Freitag (20 Uhr) geht es zum Topspiel zum Tabellenzweiten SG Rot-Weiss Frankfurt, der mit dem 3:1 beim FSC Lohfelden dafür sorgte, dass die Titelchancen der Nordhessen quasi nur noch theoretischer Natur sind. In der Vorrunde kassierte die Teutonia ein deutliches 1:4 gegen die Frankfurter, am Freitag will man Revanche – und mit einem Sieg den nächsten Schritt zum Direktaufstieg unternehmen. Eine Woche später, am 7. Mai, empfängt man dann den Rangdritten TSV Eintracht Stadtallendorf. In der Hinrunde hatte man ein klares 5:0 im Herrenwaldstadion einfahren können.

In diesen beiden Partien dürfte nun entschieden werden, ob dem SC Teutonia Watzenborn-Steinberg der Direktaufstieg in die Regionalliga Südwest gelingt. Gerüstet sind die Pohlheimer – das hat das 7:1 deutlich gezeigt.

SC Teutonia Watzenborn-Steinberg: Dauth; Simon (ab 66, Scheffler), Koutny, Bodnar, Mohr, Schadeberg, Golafra, Goncalves (ab 60. Parson), Koyuncu (ab 60. Matsuda), Weinecker, Szymanski.

Spfr. Seligenstadt: Wroblewski; Glaab (ab 46. Knecht), Leis, Reinhard, Bellos, Löbig, Klaric (ab 46. Koop), Piarulli, Mladenovic, Gültekin, McCrary (ab 73. Willand).

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Winkler (Warburg) – Zuschauer: 300. – Torfolge: 1:0 (7.) Koyuncu, 2:0 (25) Weinecker, 3:0 (34.) Szymanski, 4:0 (37.) Weinecker, 5:0 (49.) Mohr, 6:0 (68.) Szymanski, 7:0 (75.) Szymanski, 7:1 (84.) Kopp. Michael Schüssler

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