"Bei Zugängen kein Volltreffer dabei"

"Wir können mit dieser Hinrunde nicht zufrieden sein. Wenn ich ganz ehrlich bin, muss ich sagen, dass keiner unserer Neuzugänge ein einhundertprozentiger Volltreffer war." Mario Schrödel, Teammanager des Frauenhandball-Zweitligisten TV 05 Mainzlar, findet bei der Analyse der abgelaufenen Hinrunde deutliche Worte – und übt damit auch Selbstkritik. Nach zuletzt sieben Spielen ohne Sieg rangiert der TVM auf einem ernüchternden achten Tabellenplatz – die Tendenz ist nach den letzten Ergebnissen negativ.

"Wir können mit dieser Hinrunde nicht zufrieden sein. Wenn ich ganz ehrlich bin, muss ich sagen, dass keiner unserer Neuzugänge ein einhundertprozentiger Volltreffer war." Mario Schrödel, Teammanager des Frauenhandball-Zweitligisten TV 05 Mainzlar, findet bei der Analyse der abgelaufenen Hinrunde deutliche Worte – und übt damit auch Selbstkritik. Nach zuletzt sieben Spielen ohne Sieg rangiert der TVM auf einem ernüchternden achten Tabellenplatz – die Tendenz ist nach den letzten Ergebnissen negativ. "Wir haben uns eine bessere Platzierung vorgestellt, weichen aber von unserer Zielvorgabe keinen Millimeter ab. Diese Mannschaft hat das Potenzial, einen sicheren Mittelfeldplatz zu belegen", meint Schrödel. "Zwischen den Jahren hat die Mannschaft ein fünftägiges Trainingslager in Hohenroda absolviert.

"Wir werden fit in die Rückrunde gehen", verspricht der Teammanager. Unlängst hatte Trainer Dr. Jürgen Gerlach den konditionellen Zustand der Mannschaft bemängelt – im Trainingslager in Hohenroda wurde intensiv an diesem Manko gearbeitet. "Vilma Gainskyte braucht nach ihrer Verletzung länger als erwartet, um wieder auf die Beine zu kommen. Marina Budecevic hat nicht das versprochen, was wir von ihr erwartet haben", bilanziert Gerlach.

Während sich die litauische Toptorhüterin Gainskyte zuletzt in einem verbesserten Zustand zeigte und ihre Angst nach einer fast einjährigen Verletzungspause nach ihrem Kreuzbandriss zu überwunden haben scheint, verließ die österreichische Nationalspielerin Budecevic im November in einer Nacht-und-Nebel-Aktion den Klub. Der Abgang der als Topneuzugang präsentierten Ex-Lützellindenerin war die wohl größte Enttäuschung für die Verantwortlichen des TVM in der Hinrunde. "Sie hat uns charakterlich enttäuscht. Leider hat sie während ihrer Verletzung nicht gearbeitet. Marina hat die zweite Bundesliga wohl etwas unterschätzt", machte Gerlach seine Kritik an der Einstellung der ehemaligen Hoffnungsträgerin öffentlich.

Doch auch der Trainer musste in den letzten Wochen einsehen, dass eine völlig neu zusammengewürfelte Mannschaft Zeit benötigt, um in Schwung zu kommen. Nach dem 28:23-Heimsieg gegen den TV Beyeröhde schien sich Mainzlar in der oberen Tabellenhälfte einzunisten. Auf der Pressekonferenz nach der Begegnung blickte Gerlach durch die "rosarote" Brille in die Zukunft: "Wir werden im November und Dezember noch besser sein, weil sich die Mannschaft noch besser finden wird.

Wir sind auf einem guten, sehr guten Weg." Doch die vom Orthopäden erwartete Entwicklung blieb – zumindest, wenn man sich nur die nackten Ergebnisse anschaut – aus. Nicht zuletzt, weil die Spielerinnen in der Schlussphase technisch, taktisch und konditionell Schwierigkeiten bekamen und teilweise große Vorsprünge verspielten. Besonders bitter war die 27:28-Heimniederlage gegen den Tus Weibern. Im ersten Abschnitt hatten die Staufenbergerinnen die Topmannschaft aus der Eifel im Griff. "Das war die beste Halbzeit in der Saison", lobte Gerlach. Der Ball zirkulierte sicher durch die Reihen und im Torabschluss zeigte sich der TVM sicher und kaltschnäuzig. Selbst die Deckung als Problembereich funktionierte einwandfrei. Doch nach der Pause verspielte die Mannschaft eine 17:11-Führung fahrlässig.

"Da müssen wir noch lernen. Man merkt schon, dass wir in vielen Situationen nicht clever genug sind. Uns fehlt eben auch eine Spielerin, die die Ärmel hochkrempelt und dem Team in schlechten Phasen wieder auf die Beine verhilft", sagt Schrödel. Ruta Latakaite hatten die Verantwortlichen in dieser verantwortungsvollen Position gesehen. "Doch sie hat diese Fähigkeiten bislang erst im Ansatz gezeigt. Ich bin aber sicher, dass Ruta sich in der Rückrunde noch steigern wird", erwartet Schrödel. Die Vorbereitung auf die letzten zehn Rückrundenspiele fällt sehr kurz aus. Bereits am 16. Januar empfangen die Mainzlarerinnen die SG BBM Bietigheim. Auch wegen des dicht gedrängten Zeitplans zieht das Trainerduo Dr. Gerlach/Eckhard Weber die Zügel an. Selbst am Neujahrstag mussten die Spielerinnen zum Training antanzen. Für Co-Trainer Weber eine klare Sache: "Wir wollen uns verbessern. Da ist so etwas doch nicht ungewöhnlich." Ob sich im personellen Bereich noch etwas tut, bleib derweil ungewiss. "Wir halten die Augen offen, doch konkret ist nichts in Aussicht. Ich bin sicher, dass dieser Kader unser Ziel erreichen kann", meint Schrödel.

Jan Martin Strasheim

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