BasketBären drehen Hessenderby

(dlu) Eine Halbzeit lang hatte es am Samstagabend vor 750 Zuschauern in der Dietrich-Bonhoeffer-Halle so ausgesehen, als müssten sich die Licher BasketBären dem TV Langen im Hessenderby geschlagen geben und somit die erste Niederlage der Saison hinnehmen.

Doch so leicht wollte das Team von Trainer Igor Starcevic die Tabellenführung in der Basketball-Pro-B nicht hergeben: Mit einer beeindruckenden Leistung kämpften sich die Bierstädter nach einem 39:49-Rückstand zur Pause zurück in die Partie und verdienten sich am Ende mit 83:77 den fünften Sieg im fünften Ligaspiel.

"Wir waren nicht bereit", resümierte Starcevic nach dem Spiel die Anfangsphase seiner Mannschaft. Schnell gerieten die Basketbären mit 0:7 ins Hintertreffen, bevor die ersten drei Punkte der Heimmannschaft für Per Wente notiert werden konnten. Josha Domdey mit zwei Treffern aus der Nahdistanz und Nate Drury von weit draußen schraubten den Langener Vorsprung nach oben, immer wieder waren für die Gäste zu viele einfache Punkte möglich. Deren 30 hatte die Gastmannschaft nach dem ersten Viertel erzielt, für Lich waren es 22 (davon alleine 15 von Wente). Starcevic zollte seinem Gegenüber Fabian Villmeter Respekt: "Großes Kompliment an Langen, sie waren sehr gut vorbereitet."

Positiv zu vermerken war die konsequente Umsetzung von Starcevics Gameplan, den Center Auryn MacMillan aus dem Spiel zu nehmen, im ersten Viertel blieb dieser punktlos, zum Spielschluss standen gerade mal acht Zähler zu Buche. Man war geneigt zu glauben, damit den wichtigsten Offensivfaktor der Gäste unter Kontrolle zu haben. Doch es kam anders - Niko Anders. Der Scharfschütze nutzte die freien Räume und traf in der ersten Halbzeit vier seiner fünf Versuche aus dem Drei-Punkte-Bereich.

Anders alleine besorgte die ersten elf Punkte im zweiten Viertel, bei Lich hielten Wente und Willemsen mit je vier dagegen, 30:41 stand es nach knapp sieben Minuten des zweiten Viertels. Während vor allen Dingen Willemsen gegen MacMillan in der Zone einen guten Job machte, bekamen die Basketbären den zweiten Schlüsselfaktor im Spiel des TV Langen nicht so recht in den Griff: US-Guard Nate Drury war mit zwei Dreiern erfolgreich, erneute Punkte von Wente, Willemsen und dem bis dato kaum in Erscheinung getretenen Willis Gardner sorgten für den 39:49-Pausenstand.

In der Kabine schien Trainer Starcevic die richtigen Worte zu finden: Lich kam wacher aus der Kabine und erhöhte besonders in der Verteidigung deutlich die Intensität. 51:61 stand es nach fünf Minuten noch, doch dann starteten die Spieler um ihren Topscorer Wente mit einem 10:2-Lauf die Aufholjagd. Vor allen Dingen Willemsen verteidigte bärenstark, sodass Lichs Center Thomas Fairley, der einen Schlag abbekommen hatte, getrost geschont werden konnte. Zu Beginn des vierten Viertels war die Partie beim Stand von 61:63 wieder völlig offen. "Die Mannschaft hat Charakter gezeigt", war Starcevic zufrieden mit dem Auftritt seiner Schützlinge in Halbzeit zwei. Nachdem Viktor Klassen den Spielstand auf Zuspiel von Willemsen ausgeglichen hatte, Langen seinerseits keinen Korb erzielte, blieb es dem erfolgreichsten Punktesammler des Abends in Person von Per Wente überlassen, seine Mannschaft das erste Mal am Abend in Führung zu bringen. Das Momentum war auf Licher Seite, Wente und Willemsen punkteten zuverlässig zur zwischenzeitlichen 71:67-Führung. Langen bäumte sich noch einmal auf, kam durch Domdey und Drury in der Folge zweimal zum Ausgleich, doch in Führung gehen konnten sie nicht mehr.

Als das Team von Gästecoach Villmeter dann acht Sekunden vor Schluss beim Stand von 79:77 versuchte, die Uhr anzuhalten und die Schiedsrichter den Kontakt an Gardner als unsportliches Foul werteten, war die Partie entschieden und die Tabellenführung erfolgreich verteidigt. Die Licher Basketbären sind damit weiterhin in der Pro B noch ohne Niederlage.

Licher BasketBären: Wente (29), Gardner (15), Willemsen (12, dazu 10 Rebounds), Klassen (12), Webb (10), Scholz (5).

TV Langen: Drury (15), Anders (14), Domdey (13), Völler (11), Heckmann (11), MacMillan (8), Barth (5).

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