Avishay Smoler wechselt zum TBV Lemgo

Regungslos, fassungslos und kraftlos stand Timo Salzer auf dem Parkett der Wetzlarer Rittal-Arena. So eben war die Schlusssirene ertönt, die den Handball-Bundesligisten HSG Wetzlar mit einem Schlag in den Abstiegskampf beförderte und beim Gegner TSV Dormagen Jubelstürme auslöste. Die bittere 25:26-Heimniederlage am Mittwoch gegen das Kellerkind aus dem Rheinland versetzt die HSG in Aufruhr. So verschenkten die Wetzlarer zwei fest eingeplante Punkte gegen einen Abstiegskandidaten.

(jms) Regungslos, fassungslos und kraftlos stand Timo Salzer auf dem Parkett der Wetzlarer Rittal-Arena. So eben war die Schlusssirene ertönt, die den Handball-Bundesligisten HSG Wetzlar mit einem Schlag in den Abstiegskampf beförderte und beim Gegner TSV Dormagen Jubelstürme auslöste. Die bittere 25:26-Heimniederlage am Mittwoch gegen das Kellerkind aus dem Rheinland versetzt die HSG in Aufruhr. So verschenkten die Wetzlarer zwei fest eingeplante Punkte gegen einen Abstiegskandidaten durch eigene Unzulänglichkeiten.

Dabei schockte vor allem die Art und Weise, wie sich die Schützlinge von Michael Roth in der Schlussphase präsentierten, die 3750 Fans in der Rittal-Arena. Roth kündigte unmittelbar nach der Partie Konsequenzen an. Zunächst aber wure bekannt, dass Avishay Smoler zur kommenden Saison zu Ex-Trainer Volker Mudrow zum TBV Lemgo wechselt. Dort soll es auch Rückraumspieler Sven-Sören Christophersen hinziehen. "Wir haben Christophersen und auch Michael Allendorf ein Angebot unterbreitet. Es liegt jetzt an den Spielern. Natürlich ist es schwierig, wenn Klubs wie Lemgo mitbieten", sagt Roth. Allendorf wird mit dem VfL Gummersbach in Verbindung gebracht. Von den Spielern gab es nach dem Dormagen-Spiel keine Aussage - die meisten verkrochen sich in der Kabine.

Dafür sprach Kapitän Timo Salzer deutliche Worte: "Wir haben zu wenig aus unseren Chancen gemacht, uns in der Deckung dämlich angestellt und gegen Ende des Spiels alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. So dürfen wir nicht auftreten. Zu Hause müssen wir dieses Spiel gewinnen." Zwar schaffte es auch der Kapitän und Spielmacher nicht, an seine eigene Leistungsgrenze zu kommen. Doch im Gegensatz zu den anderen in der Kritik stehenden Leistungsträgern verkroch sich Salzer zumindest nach der Partie nicht. Geduldig stand Salzer Rede und Antwort und analysierte die unangenehme Situation. Für den ehrgeizigen Mittelmann, der seinen Vertrag bereits verlängert hat, ist die Lage "sehr unbefriedigend".

Nach einer unruhigen Silvesternacht kommt auf den Trainer nun eine Menge Arbeit zu: "Natürlich machen wir uns Gedanken über personelle Konsequenzen. Jeder muss sich an die eigene Nase fassen. Auch ich mache das und überlege, wie ich die Mannschaft besser führen kann. Fakt ist, dass unsere Leistungsträger derzeit zu wenig bringen. Darüber bin ich maßlos enttäuscht." Roths Zorn über das lethargische Auftreten seiner Mannschaft war nach dem Abpfiff deutlich zu sehen. Gestikulierend und schimpfend stapfte Roth in den Kabinentrakt. "Ich habe bereits in der Kabine mit der Mannschaft gesprochen und deutlich gemacht, dass sich etwas ändern muss."

Nach dem passablen Start mit dem Coup gegen den TBV Lemgo und den Pflichtsiegen gegen Teams aus der unteren Tabellenregion ist nun wieder Alltag eingekehrt in Wetzlar. "Jedem muss klar sein, dass wir nach dieser Pleite wieder im Abstiegskampf sind", sagt Roth, der in den kommenden Tagen telefonisch viele Einzelgespräche mit den Spielern führen wird. So hat der Trainer bislang den Trainingsstart noch nicht terminiert. "Ich werde den Spielern in einem Telefongespräch mitteilen, wie und wann es weitergeht."

Gut möglich, dass Roth nun etwas früher mit der Vorbereitung des zweiten Halbjahres beginnt. Denn am 20. Februar steht mit dem Heimspiel gegen Minden das nächste richtungweisende Heimspiel auf dem Programm. Keeper Nikolai Weber blickt bereits auf diese Partie: "Da ist ein Sieg ganz klar Pflicht. So wie gegen Dormagen dürfen wir uns nicht mehr präsentieren. Das war dumm, denn wir hätten am Ende nur foulen müssen. Doch da sieht man, dass uns die Cleverness fehlt.

" Dagegen wollte Timo Salzer die Niederlage nicht nur an der letzten Spielsituation festmachen, als Florian Wisotzki beim Anwurf ins leere Tor zum Sieg traf: "Wir hatten den Gegner im Griff und mit vier Toren geführt. Da müssen wir den Deckel draufsetzen und den Sieg klarmachen."

Das neue Jahr hat kaum begonnen, da dürfte bereits klar sein, dass 2010 bei der HSG Wetzlar einiges los sein wird.

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