Auswärtstrips gut für Reifeprozess

  • VonSebastian Kilsbach
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(sks). Die Bender Baskets hatten in der 2. Damen-Basketball-Bundesliga ein hartes Wochenendprogramm. Grünberg unterlag am Freitag Rist Wedel, auch in Rotenburg am Samstag gab es eine 55:98-Niederlage. Für den Reifeprozess war der Trip aber Gold wert.

Die Mittelhessinnen hatten sich freiwillig für das Mammutprogramm entschieden, da das niedersächsische Rotenburg quasi auf dem Rückweg aus Wedel angesteuert werden konnte. Dort waren die Baskets am Freitagabend zuerst gefordert. »Wir haben weit unter unserem Niveau gespielt«, erklärt Coach René Spandauw. Sowohl die lange Anfahrt als auch die Magenerkrankung von Olivia Nash trugen dazu bei, dass Grünberg hinter den eigenen Erwartungen zurückblieb. Die erfahrene US-Amerikanerin konnte zwar auf die Zähne beißend mitwirken, aber nicht ihr volles Potenzial abrufen. Dabei gibt der Endstand nicht den Verlauf wieder. Noch im Schlussviertel waren die jungen Bender Baskets durchaus in Schlagdistanz. »Man gibt nicht auf, aber wir haben aufgegeben«, ärgert sich Spandauw.

Zu allem Überfluss hatte sich mit Nina Horvath eine Aufbauspielerin gegen Wedel am Sprunggelenk verletzt. Eine Gegenspielerin war unabsichtlich in sie hineingerannt. Dies führte zu Fußschmerzen am Samstag, weshalb Spandauw die 17-Jährige schonte. Auch Elisa Mevius, die ebenfalls auf der Guard-Position zum Einsatz kommt, stand mit Wadenproblemen nicht zur Verfügung.

Derart geschwächt ging es mit Rotenburg gegen einen Geheimfavoriten auf den Titel, der auf dieser Position besonders tief besetzt ist. Die gastgebende BG übte von Beginn an viel Druck auf die ballführenden Grünbergerinnen aus. Bis zum 17:18 kurz vor Ende des ersten Viertels blieb es aber ein offenes Spiel.

Erst danach musste Grünberg Tribut zollen und produzierte in einem schwachen zweiten Quarter viel zu viele Ballverluste. Bereits zur Halbzeit betrug der Abstand 29:54. »Danach«, lobt Coach Spandauw, »haben wir viel besser gespielt, eigentlich auf Augenhöhe.« Allein an Offensivpower habe es aufgrund der Ausfälle deutlich gemangelt. Die zweite Hälfte stimmt den Basketballlehrer versöhnlich. Rotenburg machte weiter Tempo und ließ die Zügel keineswegs schleifen. Von der Dominanz des ersten Durchgangs war jetzt aber nichts mehr zu spüren.

»Darauf lässt sich aufbauen«, zieht Spandauw eine positive Bilanz aus dem hammerharten Doppelspieltag. »Wenn wir unser Spiel spielen, sind wir vielleicht besser als andere Mannschaften.« Dies kontinuierlich aufs Parkett zu bringen, sei aber Teil des Reifeprozesses. Die sehr jungen Grünbergerinnen stehen in der Liga meist deutlich erfahreneren Teams gegenüber. »Diesen Unterschied müssen wir ausgleichen«, blickt Spandauw positiv in die Zukunft.

Wedel - Grünberg 90:67 (45:33) / Grünberg: Horvath, C. (12), Koszewski, Horvath, N. (11), Römer, Mevius (10), Villwock (12), Dziuba (4), Poelstra (7), Weinand (4), Hedrich (2), Nash (5). / Hurricanes - Grünberg 98:55 (54:29) / Grünberg: Horvath, C. (2), Koszweski, Römer (5), Villwock (2), Dziuba (14), Poelstra (2), Weiland (3), Nash (20), Hedrich (7).

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