Ausfälle gut kompensiert

(ber). Seine Mannschaft wolle auf keinen Fall die Punkte herschenken, hatte Trainer Abraham Rochel noch versichert, bevor die Oberliga-Handballer des TSV Vellmar zum Gastspiel bei der HSG Pohlheim aufbrachen. Bei der Rückfahrt wird Rochel seine Worte noch einmal überlegt haben. Denn die Punkte blieben in Pohlheim und die 19:28 (10:16)-Niederlage der Nordhessen hätte sogar noch deutlicher ausfallen können angesichts des Auftritts des Favoriten.

Dabei war es ein »besonderes Spiel«, wie HSG-Spielertrainer Andreas Lex nach Spielschluss zurecht anmerkte. Denn neben den Dauerverletzten Max Rühl (Handbruch) und Torben Weinandt (Kreuzbandriss) mussten aus unterschiedlichen Gründen auch Lukas Drommershausen, Jan Wüst und kurzfristig Trainer Jens Dapper ersetzt werden.

Doch von der 2:0-Führung an durch Leon Friedl in der dritten Minute dominierten die Hausherren vor 250 Zuschauern die Partie. Schon nach acht Minuten traf Moritz Lambrecht zum 5:1, was Rochel zur ersten Auszeit nötigte. Die aber nichts änderte. Über 9:2 (16.) strebten die Blau-Weißen einer sicheren 16:10-Halbzeitführung zu.

Diese wurde im zweiten Durchgang stetig ausgebaut. 20:11 hieß es in der 36. Minute nach einem Siebenmeter-Tor von Lambrecht. Beim 23:13 (43.) nach einem Gegenstoßtor von Nikolas Happel lagen erstmals zehn Tore zwischen beiden Teams. Und beim 27:14 durch Tom-Marcel Gilbert (50.) wurde der deutlichste Abstand notiert.

»Wir haben ganz gut in der Abwehr gespielt«, sah nicht nur Andreas Lex die Basis zum Pohlheimer Erfolg in der Defensive. Nach 32 Gegentreffern zuletzt in Melsungen schmeckten ihm die diesmal 19 wesentlich besser.

In die Karten spielten den Pohlheimern auch die vielen Ballverluste des TSV Vellmar, der seine liebe Mühe mit dem runden Leder und dem Umgang mit Harz hatte. Bei den zahlreichen Gegenstößen ließ die HSG Pohlheim sogar noch einige Einwurfmöglichkeiten ungenutzt.

Dafür machten die jungen Akteure beim Sieger in etlichen Phasen deutlich auf sich aufmerksam. »Die jungen Buben haben das gut gemacht«, lobte Lex. Sie verdienten sich die beiden Punkte mit starken Leistungen. Und nicht als Geschenk.

HSG Pohlheim: Schlegel, Neul; Friedl (2), Happel (7), Weisel (1), S. Lex (1), Niclas (1), Lambrecht (3/1), A. Lex, Gilbert (1), C. Träger, J. Träger (8/4), Wagner (4).

TSV Vellmar: Gumula, Herwig; Räbiger (2/2), Staubesand (6), Hujer (5/1), Brückmann, Djuric, Stumbaum, Koch, J. Berninger (1), T. Berninger, Drönner (5).

Stenogramm / SR.: Lippert/Lippert (Obertshausen). - Zus.: 250. - Zeitstrafen: 6:6 Minuten. - Siebenmeter: 6/5:5/3.

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