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Gießen Pointers vor dem Start in die 1. Basketball-Regionalliga-Saison 2021/22 (hinten v. l.): Physiotherapeut Johannes Dersch, Teammanager Patrick Mouchard, Gregor Gümbel, Robin Nije, Fabian Baumgarten, Karl Maruschka, Paul Carl, Liam O’Neil, Chris Miller, Zeljko Pavlovic, Hannes Bergmann, Headcoach Daniel Dörr, Co-Coach Dejan Kostic; vorne (v. l.): Drago Crnjak, Lorenz Klippel, Yuma Janeck, Fritz Rostek. Es fehlen: David Wiegard, Tobias Gansel, Benjamin Lischka.

Ausbildungsteam mit erfahrenem Leitwolf

  • VonSebastian Kilsbach
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(sks). Die Liste der Zugänge bei den Gießen Pointers ist lang. Der Basketball-Regionalligist startet mit vielen Nachwuchskräften in die Saison - und einem ehemaligen Bundesligaspieler.

Ausgangslage: Die Verpflichtung von Benjamin Lischka hatte in der Sommerpause für Schlagzeilen gesorgt. Nach sechs Jahren in der BBL (Gießen, Bonn) sucht der Forward einen festen Lebensmittelpunkt. Bei den Pointers kann Lischka dem Sport weiter frönen. Eine Win-Win-Situation: »Das ist für uns eine super Sache«, freut sich Coach Daniel Dörr, der das Team auch in dieser Spielzeit betreut.

Was bei den Pointers ansonsten personell vorging, lässt sich als Radikalverjüngung beschreiben. »Wir sind jetzt ein Ausbildungsteam«, erklärt Dörr mit Blick auf die vielen jungen Akteure, die parallel auch im Kader der Gießen 46ers Rackelos eine Liga höher zum Einsatz kommen sollen. Gleichzeitig ist auch die Liste der Abgänge lang. Das erste Heimspiel findet am 19. September gegen Kronberg um 17.30 Uhr in der Kleinlindener Brüder-Grimm-Schule statt.

Kommen/Gehen: Gestandene Akteure wie Chris Kenntemich und Dominik Turudic standen dem Verein nach der fast einjährigen Zwangspause nicht mehr zur Verfügung. Aufrücken wird nun eine Phalanx aus Rohdiamanten: Fritz Rostek, Karl Maruschka, der aus Lich gekommene Gregor Gümbel, Liam O’Neil aus Frankfurt. »Desto wichtiger war es uns, auf dem Importspot kein Risiko einzugehen«, erklärt Dörr, wie es zur Verpflichtung von Chris Miller kam. Der punktehungrige Guard gehörte bereits vor drei Jahren zum Ensemble der Mittelhessen und soll gemeinsam mit Lischka das junge Team führen.

Diese Strategie ist nach der Corona-Pause dabei kein Einzelfall in der Regionalliga Südwest. »Viele Teams greifen jetzt auf Jugendspieler zurück, nur wenige haben genug Geld, um drei, vier oder mehr Profis zu bezahlen«, sagt Dörr. Durch den Gießener Talentpool und die enge Vernetzung sieht er das Team dennoch gut gerüstet.

Stärken/Schwächen: Die Jugend ist daher sowohl die größte Stärke als auch die größte Schwachstelle. Allerdings, so erklärt Dörr, sei zunächst abzuwarten, wie sich die Liga insgesamt präsentiert. Früher war eine hohe Ausgeglichenheit prägend für die Südwest-Staffel. »Wie es jetzt ist, ist schwer zu sagen und wird sich nach einigen Wochen zeigen«, so der Coach. Mit Blick auf die eigenen Trainingserfahrungen überwiegen die positiven Eindrücke: »Ich bin von der Vorbereitungsphase positiv überrascht. Alle haben viel Energie und Bock, die Energie ist noch richtig da. Die Jungs geben Gas.« Über diese Kraftvorteile wollen die Pointers immer am Limit spielen, schnell und aggressiv.

Umfeld/Trainer: Neben der (noch) engeren Kooperation mit den Rackelos stellt sich auf der Trainerbank die zweite große Veränderung ein. Dörr zur Seite steht ab nun Dejan Kostic, der die Pointers früher bereits als Headcoach leitete und zuletzt in Grünberg wirkte. »Was die Expertise anbelangt, kann man in Gießen kaum einen besseren finden«, freut sich Dörr auf die Zusammenarbeit, von der er auch selbst profitiert. Kostic war Trainer von Dörr zu dessen aktiver Zeit.

Prognose: Der neue Ansatz hat Potenzial. Wie es sich im Ligaalltag gestaltet, wird die Zeit zeigen. Ein klares Saisonziel haben sich die Pointers nicht gesteckt. Viel wird davon abhängen, wie sich Lischka in der drei Liga tieferen Regio zurechtfindet. Hoffnungen ruhen des Weiteren auf Paul Carl. Das Nachwuchstalent war im Vorjahr auf nur einen Einsatz gekommen. »Er wird eine gute Rolle spielen und sein Talent zeigen«, ist sich Dörr sicher. Selbiges gelte auch für Robin Njie und Fritz Rostek.

Vorfreude verspricht auch der Modus. Die Einteilung in Staffeln, wie sie 2020 im Zuge der Pandemie eingeführt worden war, wurde zurückgenommen. Den Kampf um die Playoffplätze tragen vierzehn Teams aus.

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