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Ex-Profi Marvin Willoughby ist der Sportliche Leiter der Towers.

Aufsteiger mit forschen Zielen

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(dpa). Marvin Willoughby will nicht in Demut erstarren. Lediglich den Klassenerhalt als Ziel auszugeben, das ist dem Geschäftsführer und Sportlichen Leiter der Hamburg Towers zu billig. Sein Team hat vor wenigen Wochen den Aufsteig in die Basketball-Bundesliga geschafft. "Es kann nicht unser Ziel sein, einfach nicht abzusteigen", stellt der 41-Jährige klar. "Wir wollen etwas erreichen und ein Playoff-Team in der Bundesliga sein. Ich weiß nicht, ob wir das gleich im ersten Jahr schaffen. Aber wir gehen mit der Einstellung in die Saison, dass das grundsätzlich unser Ziel ist."

Von den finanziellen Möglichkeiten her sind die Hamburg Towers, wie der Vereinsboss gesteht, im unteren Drittel der Liga anzusiedeln. Vergangene Saison belief sich der Etat auf geschätzte 2,3 Millionen Euro. Für die Zulassung zur Bundesliga mussten die Hamburger ein Mindestetat von drei Millionen Euro vorweisen. Das gelang auch, weil die Basketballer seit Anfang des Jahres mit dem Schienenlogistikunternehmen VTG einen Hauptsponsor haben.

Die wichtigste Aufgabe besteht darin, einen schlagkräftigen Kader zusammenzustellen. Die Towers hatten zuletzt nur noch Einjahresverträge vergeben, um nach jeder Saison alle Handlungsoptionen zu haben. Der Nachteil daran: Die Zukunft vieler Spieler ist dadurch noch ungeklärt. Die Verantwortlichen müssen viel Verhandlungsarbeit leisten. Erfolge gibt es bereits: Kürzlich wurden die Vertragsverlängerung von Beau Beech bekannt gegeben. Der US-Amerikaner hatte vergangene Saison teamintern die zweitmeisten Punkte auf dem Konto. "Beau trägt einen entscheidenden Anteil am Aufstieg, war wichtig als Akteur und Mensch. Er ist seinem Alter weit voraus und der geborene Anführer", lobt ihn Trainer Mike Taylor.

Zukünftig könnte es mehr längerfristige Verträge bei den Hamburg Towers geben. Junioren-Nationalspieler und Eigengewächs Justus Hollatz hat im Mai sogar einen Dreijahresvertrag unterschrieben. Auch Malik Müller, René Kindzeka, Tevonn Walker, der Ex-Gießener Jannick Freese und Jürgen Rich unterzeichneten ein neues Arbeitspapier.

Als Zugänge stehen bereits Marshawn Powell und Kevin Yebo fest. Der US-Amerikaner Powell wechselt von Amici Pallacenestro Udine aus Italiens 2. Liga für ein Jahr zum Aufsteiger. Nach zwei Gesprächen mit Cheftrainer Mike Taylor entschied sich der 29-jährige Center für die Towers, erklärten die Hanseaten: "Für einen Trainer, der so positiv ist, muss ich einfach spielen. Genau diesen Optimismus benötige ich in meinem Umfeld, um aufzublühen", sagte Powell. Er spielte in der Saison 2016/2017 bereits für Würzburg in der Bundesliga. Der 23 Jahre alte Forward Yebo kommt vom Team Ehingen an die Elbe. "Kevin ist rasend schnell zu einem der Top-Talente aufgestiegen, er war die treibende Kraft hinter dem überraschenden Playoff-Einzug von Ehingen", sagt Taylor. Yebo verbuchte in der abgelaufenen ProA-Saison im Schnitt 15,2 Punkte und starke 9,5 Rebounds bei einer Trefferquote von 54,2 Prozent aus dem Feld. "Kevin ist ohne Zweifel eines der größten Talente im deutschen Basketball", meint Willoughby.

Dass dem Hamburger Fußball die zweite Saison in Serie ohne Bundesliga-Zugehörigkeit bevorsteht, könnte sich für den Basketball zum Vorteil entwickeln. "Die fußballverwöhnten Hamburger stecken in einem emotionalen Tief, weil der HSV und auch St. Pauli nicht aufgestiegen sind", sagt Willoughby. "Wir sind genau im richtigen Moment in diese Lücke eingetreten und sind nun von den großen relevanten Ballsportarten der einzige Erstligist. Wir sehen großes Potenzial, dass dadurch unser Sport mehr in den Vordergrund rückt."

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