Aufholjagd bleibt unbelohnt

  • vonSebastian Kilsbach
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(sks). Das Spitzenspiel der 3. Basketball-Pro B zwischen den Gießen 46ers Rackelos in Coburg hielt, was es versprochen hatte. Dem 93:85-Sieg der Gastgeber waren zahlreiche Führungswechsel und eine turbulente Schlussphase vorausgegangen.

Damit verloren die Mittelhessen auch den direkten Vergleich sowie den ersten Tabellenplatz. Unbelohnt blieb eine spektakuläre Aufholjagd. Beim zwischenzeitlichen 69:80 (33. Minute) sah Gießen bereits wie der sichere Verlierer aus. Eine rasante Aufholjagd auf 81:82 und nochmal 83:84 (38.) ließ auf ein Happy End hoffen. Für Unmut sorgte dann eine Sequenz unter dem Coburger Brett. Johannes Lischka, der das Team zuvor fast im Alleingang getragen hatte, kontrollierte einen Offensivrebound. Gegen drei Franken stieg der ehemalige A-Nationalspieler empor, verlor den Ball und monierte ein Foulspiel. Stattdessen gingen die Hausherren mit Ballbesitz in die Schlussminute und mussten wenig später auf taktische Fouls setzen, um die Uhr zu stoppen.

Einen dieser Versuche wertete das Schiedsrichtergespann als unsportliches Foul. Der lautstarke Protest von der Bank wurde mit einem weiteren technischen Foul bestraft. Constantin Ebert netzte alle drei Freiwürfe, damit war die Messe gelesen.

Coach Lutz Mandler war angesichts dieser unglücklichen Schlusssequenzen enttäuscht, lobte aber nach dem sonst so spannenden Schlagabtausch zwischen dem Tabellenersten und Zweiten: »Wir haben das Spiel gegen ein super gutes Team lange offengehalten. Auch von der Bank haben alle voll ins Rad gegriffen. Ich bin stolz auf die Jungs, dass sie sich auch in komplizierten Phasen durchgekämpft haben.«

Problematisch war vor allem die hohe Foulbelastung von Donte Nicholas und Tim Uhlemann im zweiten Spielabschnitt. Hinter Lischka waren die beiden Forwards einmal mehr die fleißigsten Punktelieferanten. Vor allem Uhlemann lief in der ersten Hälfte immer wieder von außen heiß, versenkte zwischenzeitlich vier von fünf genommenen Dreiern.

Dennoch: Gegen tiefbesetzte Coburger schien immer am Viertelende die Luft auszugehen. 20:23 hieß es nach zwischenzeitlicher 12:5-Führung nach dem ersten Quarter, 42:47 zur Halbzeit. Wann immer Gießen zu einem Lauf ansetzte, schlugen die Franken zurück. Fünf schnelle Punkte durch Tim Köpple nach dem Seitenwechsel sorgen für das 47:47. Zwei Dreier durch Mateo Seric führten zum 66:59 aus Sicht des BBC (28.).

Im Schlussabschnitt agierten die Rackelos äußerst clever und nutzten die hohe Teamfoulbelastung Coburgs, um an der Linie immer wieder wichtige Punkte einzustreuen. Zwei Dreier durch Lischka wurden zudem durch ein Vierpunktespiel von Uhlemann ergänzt. Aus einer engagierten Defensive heraus machte Gießen so Zähler für Zähler gut. Bitter nahm sich aus, dass Nicholas an der Linie die Chance zum Führungswechsel verpasste.

Allein die Menge an zugelassenen Offensivrebounds erinnert aber daran, dass Coburg am Ende nicht zu Unrecht die zwei Punkte behielt. Es passte daher ins Bild, dass Daniel Urbano nach einem solchen offensiven Brett den Lauf der Lahnstädter stoppte. Mangelnder Wille war den Rackelos bei ihrer ersten Niederlage seit Anfang Dezember aber nicht zu attestieren.

Gießen: Ziring, Köpple (7), Amaize, Schneider, Uhlemann (22), Lischka (30), Nicholas (16), Schweizer, Brach (10), Maruschka. - Coburg: Ebert (14), Baggette (14), Dippold (11), Lorber (10), Urbano (6), Wolf (5), Bulic (11), Seric (20), Wobst (2).

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