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Von solchen Bildern wie im Oktober 2020 in Harbach (gegen die SG Reiskirchen/Bersrod/Saasen) träumen die Fußballer in der neuen Saison: Spannende Spiele mit begeisterten Zuschauern.

Auf- und Abstiegsrunde im Anflug

  • Sven Nordmann
    VonSven Nordmann
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Wird der heimische Fußball durch Corona zu seinem Glück gezwungen und führt eine Reform des Spielsystems ein? Eine Einfachrunde mit folgender Teilung in Auf- und Abstiegsrunde ähnlich den Playoffs und Playdowns zeichnet sich für die neue Spielzeit ab - auch im Alsfelder Raum.

Der Alsfelder Amateurfußball steht vor einer Revolution des Spielsystems: In einer Videositzung am Montagabend erklärten Alsfelds Kreisfußballwart Frank Heller sowie Gießens Kreisfußballwart Henry Mohr und dessen Stellvertreter Hans-Peter Wingefeld die Modelle für eine Saison 2021/22 unter Berücksichtigung der bekannten Corona-Umstände.

Als klar favorisiertes Modell, das zudem von den Vereinsvertretern viel Unterstützung erfuhr, kristallisierte sich dabei eine Einfachrunde mit anschließender Auf- und Abstiegsrunde heraus.

Für die Kreisliga A Alsfeld/Gießen beispielsweise würde dies bedeuten: 17 Vereine, 16 Duelle - danach ist mit der Hälfte der absolvierten Partien eine Wertungsgrundlage geschaffen. Im Anschluss daran tragen sechs Teams in Hin- und Rückspiel die Aufstiegsrunde aus, die bei null beginnt - der Sieger steigt auf. Die anderen elf Teams gehen in die Abstiegsrunde.

In jener gäbe es Duelle im Modus jeder gegen jeden, die Punkte aus der Einfachrunde bleiben bestehen - letztlich steigen vermutlich zwei Vereine ab.

»Wir müssen die Linie straffen, um keine Gefahr zu laufen, die Spielzeit wieder ohne Wertung abbrechen zu müssen«, erklärte Frank Heller.

Und sein Kollege Henry Mohr meinte: »Mit dieser Variante haben wir planmäßig schon Ende des Jahres 2021 eine Wertungsgrundlage geschaffen. Zudem gibt es viele spannende Spiele - die Aufstiegsrunde kann die Kasse erheblich füllen.« Der Gießener Kreisfußballwart rechnet fest mit Zuschauern für die Amateurspiele der kommenden Saison. Mohr, der aus seinem Gebiet bereits große Unterstützung für das entwickelte Spielsystem erfuhr: »Jetzt können wir es wagen - vielleicht ist das auch ein Modell für die Zukunft.«

Weitere Vorteile: Neun Monate Zeit - Start soll der 15. August sein - verbleiben für die Austragung der Partien, das Verletzungsrisiko, so die Verantwortlichen, könne gesenkt werden. Bei Abbruch der Auf- bzw. Abstiegsrunde würde die Wertung der Einfachrunde greifen.

Das Modell soll ab der Kreisoberliga abwärts bis zur B-Liga greifen, die C-Liga spielt weiterhin eine »normale Runde«. Die Resonanz bei der Videokonferenz am Montagabend war positiv: »Wir unterstützen das voll und ganz und sehen es als sehr gute Lösung an«, erklärte Siegmar Schäfer vom SV Harbach.

Es sei besser, »defensiv an die neue Saison heranzugehen«, sagte Loris Plate von der FSG Ober-Ohmen/Ruppertenrod/Ulrichstein. »Wenn wir feststellen, dass das Modell nix ist, überlegen wir uns für die Folgespielzeit eben wieder was Neues.«

Und Markus Sedlatschek von der FSG Alsfeld/Eifa ergänzte: »Wir sind heiß darauf, dass es wieder losgeht - grünes Licht von uns!« Heller stellte klar: »Ich bin ein Freund von moderner Denkweise: Es ist klar, dass wir die Spielsysteme auf Sicht flexibler und interessanter gestalten müssen. Ich kann mir vorstellen, dass solche Modelle Bestand haben.«

Die Videositzung diente als Stimmungseinfänger, eine endgültige Abstimmung unter den Vereinsvertretern folgt.

Während die Spielzeit am 15. August beginnen soll, steigt das Viertelfinale im noch nicht beendeten Kreispokal 2020/21 planmäßig am 25. Juli in der Vorbereitungszeit. Der Endspieltag, der unter anderem mit Preisausschreibungen und Ehrungen aufgewertet werden soll, ist für den 8. August geplant.

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