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Will das heutige Heimspiel via persönlich bereit gestelltem Livestream verfolgen und in der Halbzeitpause via Telefon seine Eindrücke schildern: Trainer Daniyel Cimen.

Auch Cimen positiv getestet

  • Sven Nordmann
    VonSven Nordmann
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Neben mehreren Spielern befindet sich auch Trainer Daniyel Cimen in häuslicher Quarantäne und wird das heutige Heimspiel des FC Gießen gegen Walldorf via Livestream verfolgen. Andreas Dechert ist nach seiner Kritik an der Vereins- führung nicht mehr Teil des Trainerteams beim Fußball-Regionalligisten.

Der FC Gießen ist Ende November 2021 personell merklich durch das Coronavirus gebeutelt, wird sein Heimspiel am Samstag gegen den FC Astoria Walldorf (14 Uhr, Waldstadion) Stand Freitagmittag aber austragen. 17 Spieler stehen aktuell zur Verfügung, 16 müssen es gemäß den Regionalliga-Statuten mindestens sein, um eine coronabedingte Absage zu umgehen.

Zu den positiv getesteten Akteuren beim FC Gießen zählt auch Trainer Daniyel Cimen, der von einem »milden Verlauf« spricht, sich in Quarantäne befindet und das Samstags-Spiel via persönlich bereitgestelltem Livestream verfolgen wird.

Zudem fehlen dem FC neben dem Langzeitausfall Nejmeddin Daghfous und dem degradierten Nikita Marusenko für die Samstagspartie Aykut Öztürk, Frederic Löhe, Leonidas Tiliudis, Gianluca Lo Scrudato, Giuseppe Burgio und Ben-Luca Fisher. »Die Lage könnte besser sein, aber wir müssen es so akzeptieren«, sagt der Trainer. »Wir hätten gerne eine bessere Vorbereitung auf das Spiel gehabt« - bis zum Donnerstag absolvierten die FC’ler Läufe und trainieren seitdem wieder geschlossen unter der Anleitung von Michael Fink, der beim Rückrundenauftakt gegen Walldorf somit nun in die Rolle des ersten Trainers rückt, da auch Co-Trainer Marco Vollhardt krankheitsbedingt (nicht Corona) außer Gefecht gesetzt ist. Marcel Niesner aus der Jugend sowie Torwarttrainer Elvir Smajlovic werden an der Seitenlinie stehen.

In der Halbzeitpause will Trainer Cimen via Telefonanruf seine Eindrücke schildern und so seinen Beitrag zum angestrebten dritten Erfolg in Serie beitragen. Zuletzt gewann der FC Gießen zweimal in Folge und stellte wieder den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze der Fußball-Regionalliga Südwest her.

»Wir hoffen, dass die Jungs den positiven Flow mitnehmen«, sagt Cimen. »Wir spielen gegen einen direkten Konkurrenten und wollen das Heimspiel erfolgreich gestalten.« Walldorf rangiert drei Zähler vor dem FC, der Drittletzter der Südwest-Staffel ist.

Den Kontrahenten aus dem Rhein-Neckar-Kreis bezeichnet Cimen als »Überraschungstüte« - wenig verwunderlich angesichts der letzten drei Ergebnisse: 4:0-Sieg in Bahlingen, 0:4-Niederlage gegen Balingen, 4:1-Erfolg in Aalen. Die Mannschaft von Trainer Matthias Born verteidigt hoch und kassierte bisher die meisten Gegentreffer der Liga (1,95 pro Spiel)´.

Angesichts der positiven letzten Ergebnisse, aber gleichzeitiger positiver Testergebnisse sei die Stimmung in Gießen zwiegespalten, wie Cimen einräumt: »Eine Spielabsage hätte auch wieder eine weitere englische Woche bedeutet. Alles hat immer seine Vor- und Nachteile. Es gehört momentan einfach zu unserer Lebenssituation dazu. Es war klar, dass Corona-Fälle auftreten können. Das hat man zuletzt ja auch bei anderen Regionalligisten gesehen.«

Darüberhinaus wurde bekannt, dass Andreas Dechert, bisheriger Reha- und Athletiktrainer, nicht mehr Teil des Trainerteams beim FC Gießen ist. Dechert hatte vergangene Woche Kritik an der Vereinsführung geübt, indem er unter anderem von »völlig gewissen- und skrupellosen Verhalten« sprach und sagte: »Hier sind Grenzen erreicht, die die Menschenwürde unterschreiten. Das hat mit Sport nichts zu tun.« Cheftrainer Cimen sagt zur Personalie Dechert nun: »Dazu gab es eine Entscheidung vom Verein, die ich akzeptiere und hinter der ich stehe.«

Auf eine von Notvorstand Turgay Schmidt für diese Woche angekündigte Stellungnahme angesichts der zuletzt verspätet ausgezahlten Oktober-Gehälter wartete das Umfeld bislang vergeblich.

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