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Attila Tuluk präsentiert stolz den EM-Gürtel des WFMC-Verbandes, dem Profiverband des K1. (Foto: privat)

Atilla Tuluk sorgt in K1-Kampfsport-Szene für Aufsehen

(lad) Atilla Tuluk ist auf dem Weg nach oben. Und eine wichtige Etappe auf diesem Weg hat er gerade erst gemeistert: Er sicherte sich den Europameistergürtel in der WFMC, also dem Profiverband des Kampfsports K1.

K1? "Das ist sozusagen die Königsdisziplin im Kampfsport, ungefähr so wie im Autosport die Formel 1", sagt Tuluk, während er den frisch gewonnen Meistergürtel nicht ohne Stolz neben sich liegen hat.

Und deshalb wollte sich der gebürtige Gießener, der vor Kurzem 24 Jahre alt wurde, dieser Herausforderung stellen. Zuvor hatte er sich bereits im Kickboxen bewiesen und war dort vor zwei Jahren Weltcup-Sieger bis 86 Kilogramm geworden. Dann kam für ihn der logische nächste Schritt, und seit zwei Jahren macht er sich im K1 einen Namen. Der Unterschied zu Kickboxen? "K1 beinhaltet mehr Regeln, wie zum Beispiel die Lowkicks. Man darf gegen die Beine treten und die Knie einsetzen", erklärt der 24-Jährige. Es ist sogar noch anspruchsvoller.

Dennoch fand sich Tuluk rasch ein: Jährlich bestreitet er ungefähr sieben K1-Kämpfe unter professionellen Bedingungen, und erst einen einzigen hat er verloren. Der Lohn: Er durfte bei der 2. Licher BoxNacht gegen Nick Morsink um den EM-Titel bis 91 Kilogramm kämpfen und gewann nach fünf Runden durch Entscheid der Wertungsrichter. Morsink legte zwar Einspruch ein, "aber wir haben bis jetzt immer noch nichts gehört.

Deshalb gehen wir davon aus, dass die Wertung bleibt", sagt Trainer Ali Rashidi, der den aus Lollar stammenden Tuluk seit zwei Jahren beim EFC Gießen betreut.

Dahinter steckt natürlich harte Arbeit. "Vor einem Kampf mache ich fünf bis acht Wochen lang zweimal täglich intensives Training", sagt der Europameister, der nur noch einen kleinen Schritt vom Vollprofi entfernt ist. Seine Gegner sind bereits Profis, und dort möchte Tuluk auch hin: "Mein Wunsch ist, zu Veranstaltungen eingeladen zu werden wie zur amerikanischen K1-Serie Glory, und Titel zu holen. Dann kann man auch finanziell gut davon leben." Eine Einladung zur chinesischen Profi-Serie hat er dank der jüngsten Erfolge sogar bereits vorliegen.

Kampfsport ist für ihn eine Herzenssache: "Kampfsport ist generell schlecht angesehen, dabei kann ich es jedem nur empfehlen. Man diszipliniert sich selbst, achtet auf den Körper, lernt sich Ziele besser zu setzen und geht sicher durchs Leben. Das hilft auch in der Familie und bei der Arbeit. Und Verletzungen hatte ich auf jeden Fall mehr, als ich noch Fußball gespielt habe. Jetzt sind es eher nur Prellungen", erläutert Tuluk, der als seine Stärke ohne nur auch einen Augenblick zu zögern sagt: "Mein Wille."

In technischer Hinsicht sei vor allem sein linker Frontkick seine beste Aktion. Auch sein Trainer Rashidi hält viel von Tuluks Potenzial: "Es ist ein Herzensgefühl bei ihm, das merkt man. Wenn er einen draufkriegt, steckt er nicht – wie viele andere Kämpfer das machen – zurück, sondern geht sogar nach vorne. Er ist mit den Händen und den Füßen gut, und er hat eine enorme Kraft, die extrem selten ist. Er hat das Zeug, der Beste der Welt zu werden, und das über längere Zeit."

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