Die Atanasoska-Schwestern brillieren

Andrijana Atanasoska hatte allen Grund zur Freude: "Wir haben heute verdient gewonnen. Es wird immer besser bei uns. Dieser Sieg war ganz wichtig, denn nach der Niederlage in Bietigheim waren wir alle nervös." Die Außenspielerin des Frauenhandball-Zweitligisten TV 05 Mainzlar avancierte mit ihrem pfeilschnellen Antritt, ihrer guten Antizipationsfähigkeit und der unabdingbaren Kaltschnäuzigkeit beim 35:31 (17:13)-Sieg über den BSV Sachsen Zwickau zur besten Spielerin einer interessanten Partie.

(jms) Andrijana Atanasoska hatte allen Grund zur Freude: "Wir haben heute verdient gewonnen. Es wird immer besser bei uns. Dieser Sieg war ganz wichtig, denn nach der Niederlage in Bietigheim waren wir alle nervös." Die Außenspielerin des Frauenhandball-Zweitligisten TV 05 Mainzlar avancierte mit ihrem pfeilschnellen Antritt, ihrer guten Antizipationsfähigkeit und der unabdingbaren Kaltschnäuzigkeit beim 35:31 (17:13)-Sieg über den BSV Sachsen Zwickau zur besten Spielerin einer interessanten Partie. Vor 280 Zuschauern in der Sporthalle der Clemens-Brentano-Europaschule ließ der TVM nur in der Anfangsphase Souveränität und Cleverness vermissen. Am Ende verdiente sich das Team von Trainer Dr. Jürgen Gerlach den Sieg gegen die Sachsen aufgrund des großen Einsatzes und des unermüdlichen Kampfeswillen redlich.

Schon nach 41 Sekunden rief Gerlach seine zunächst hypernervösen Schützlinge zur Ordnung. "Was haben wir denn eben noch besprochen", rief der Coach seinen Schützlingen unüberhörbar mit einer aggressiven Stimmlage zu. Was auch immer - jedenfalls kein fahrlässiges Verhalten im Angriff, das zu einem Gegenstoßtreffer führt. Nadine Stein brachte den BSV nach einem schlimmen Fehlpass mit 2:0 (2.

) in Führung. Doch nur wenige Sekunden später, als die blasse Kathrin Höhne für Zwickau das 3:1 erzielte, sollte sich Zwickaus Trainer Steffen Wohlrab letztmals über eine Führung gefreut haben.

Die Gründe für die danach mäßige Leistung seiner Spielerinnen sah Wohlrab später in der mangelnden Durchschlagskraft im Rückraum. Bis auf Carolin Unger - die Dr. Gerlach phasenweise kurz decken ließ - fand keine der Gästespielerin zu ihrer Form. Im Gegensatz zu den Staufenbergerinnen, die einige Abstimmungsfehler und Probleme im Spielaufbau mit einem erhöhten Einsatz kaschieren konnten.

Nina Hess verwandelte einen Siebenmeter in der fünften Minute sicher zum 3:3, und die emsige Sophie Bepler sorgte für ein endgültiges Ende der Anfangsnervosität, als sie von Linksaußen zum 4:3 einnetzte. "Auch ich war vor dem Spiel sehr nervös. Nach der Niederlage in Bietigheim war ich auf die Reaktion der Mannschaft gespannt", meinte Dr. Gerlach. Der Trainer selbst behielt auch nach der 16:29-Klatsche in Schwaben die Ruhe.

Matilda Atanasoska, die mit sechs Treffern aufwartete und eine insgesamt sehr ordentliche Leistung aufs Parkett legte, fand lobende Worte für ihren Coach: "Nachdem wir in Bietigheim verloren hatten, haben wir uns alle auf eine harte Trainingswoche eingestellt. Doch Jürgen hat uns im Training wieder aufgebaut."

Dr. Gerlach entschied sich für die sanfte Variante, weil er seine Mannschaft in der Vorwoche gar nicht so schlecht gesehen hatte. "Wir haben unsere Chancen nicht reingemacht und es war nicht unser Tag. Das mussten wir einfach abhaken. So etwas kann vorkommen", meinte Gerlach, der trotz des "Dämpfers zum richtigen Zeitpunkt" nach wie vor von seiner neuen Mannschaft begeistert ist. "Wir arbeiten als Mannschaft sehr gut zusammen. Es passt zwar noch nicht alles auf dem Spielfeld, doch wir werden uns noch verbessern", meint die wurfgewaltige Matilda Atanasoska.

Nachdem die Mazedonierin zum 5:3 (8.) nach einer tollen Bepler-Vorlage traf, lief es rund bei Mainzlar. "Kücken" Desireé Euler hämmerte unter Zeidruck die Kugel zum 9:5 (17.) in die Maschen, ehe Österreichs Nationalspielerin Marina Budecevic in Überzahl auf 11:5 (20) erhöhte. Mit unkonventionellen Mitteln erspielte sich der personell auch in der Breite deutlich überlegene TVM ein Übergewicht, das jedoch toremäßig nicht richtig zur Geltung kam. Ungers Schlagwurf zum 14:17 (32.) brachte Zwickau direkt nach der Pause wieder ins Spiel.

"Da hat sich Mainzlar nicht aus der Ruhe bringen lassen. Wir waren im zweiten Durchgang nicht in der Lage, dem Gegner genügend Paroli zu bieten", meinte Wohlrab. Per Doppelpack sorgte Andrijana Atanaoska in der 46. Minute für die 26:21-Vorentscheidung. Denn entgegen der Erwartungen erwies sich Sachsen Zwickau nicht als starker Gegner. Kein Wunder also, dass Dr. Gerlach noch ein deutlich größeres Potenzial bei seinen Spielerinnen sieht. Denn nachdem der Trainer beim 26:22-Heimsieg vor zwei Wochen sein Team bei einem Leistungstand von 60 Prozent sah, glaubt er weiterhin an große Steigerungsmöglichkeiten: "Jetzt sind wir bei 65 Prozent."

TV 05 Mainzlar: Gainskyte, Tornow; Latakaite (3), Müller (1), Andrijana Atanasoska (8), Tuschen, Matilda Atanasoska (6/1), Deuster, Hess (5/3), Bepler (4), Budecevic (1), Wagner, Euler (3), Schmitt (4).

BSV Sachsen Zwickau: Splinter, Rau; Höhne (1), Unger (8), Eber (1), Beckert (3), Claudia Stein (6), Kalasauskaite (5/3), Uchibayashi, Pruß (1), Nadine Stein (6).

Im Stenogramm / SR.: Gentes/Franz (Kirkel).- Zuschauer: 280.- Zeitstrafen: 8:4 Minuten.- Siebenmeter: 5/4:4/3.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare