Der Ball ruht. Wann und ob die Saison 2019/20 fortgesetzt wird, bleibt offen. Die Diskussionen darüber reißen nicht ab. Nun melden sich die Schiedsrichter zu Wort. FOTO: NICI MERZ
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Der Ball ruht. Wann und ob die Saison 2019/20 fortgesetzt wird, bleibt offen. Die Diskussionen darüber reißen nicht ab. Nun melden sich die Schiedsrichter zu Wort. FOTO: NICI MERZ

Fußball

Amateur-Pause bis Spätherbst?

  • Michael Nickolaus
    vonMichael Nickolaus
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Ein internes Schreiben an die Schiedsrichter der Hessen- und Verbandsligen sorgt für Irritationen. Darin malt der Obmann im Verband ein düsteres Szenario.

Wird die Rest-Saison 2019/20 noch auf sportlichem Weg ausgespielt; egal, wann es weitergeht? Muss dann aus zeitlichen Gründen vielleicht die Spielzeit 20/21 entfallen? Oder ist ein Abbruch der aktuell unterbrochenen Saison - dann mit allen derzeit offenen juristischen Fragen - eine sinnvolle Alternative? Drei Szenarien mit all ihren begleitenden Fragestellungen beschäftigen derzeit die Amateur-Kicker unter dem Dach des Hessischen Fußball-Verbandes, der in Zeiten der Corona-Krise nach einem Ausweg sucht. Am Wochenende überrascht nun ein Schreiben von Gerd Schugard, dem Verbandsschiedsrichterobmann (VSO).

Darin heißt es unter anderem: "Zumindest für den Herren-Bereich ist der Abschluss des Spieljahres 19/20 vor dem 31. Dezember 2020 auszuschließen. Somit müssten auch im Kalenderjahr 2021 Spiele des momentanes Spieljahres zur Austragung kommen. Dadurch wäre der Beginn des Spieljahres 2020/21 infrage gestellt. Aus diesem Grund wird in den Regionalverbänden derzeit die Frage diskutiert, ob das Spieljahr 2020/21 ersatzlos gestrichen werden soll. Der geregelte Spielbetrieb würde dann erst wieder ab 1. Juli 21 mit dm Spieljahr 2021/22 aufgenommen."

Das Rundschreiben - adressiert an die Referees der Hessen- und Verbandsligen - verbreitete sich natürlich in Windeseile. "Es ist davon auszugehen, dass vor dem 31. August kein Spielbetrieb unterhalb der 3. Liga stattfinden kann. Abbruch, beziehungsweise Annullierung der Saison 2019/20 gelten aus vielerlei Gründen, auch haftungsrechtlicher Art, als unwahrscheinlich" heißt es weiter

Das Schreiben überrascht in doppelter Hinsicht. Der HFV hatte erst in der vergangenen Woche bezüglich einer Entscheidungsfindung eindringlich um Geduld geworben. "Bitte gebt uns die Zeit, die wir für eine rechtlich saubere Entscheidung brauchen", hatte Frank Illing, Vorsitzender des Verbandsausschusses für Qualifizierung und Vereinsentwicklung, appelliert. Zudem hatte sich der Bayerische Fußball-Verband - fast zeitgleich - öffentlich für eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs ab dem 1. September stark macht.

Henry Mohr, Fußballwart im Kreis Gießen, spricht bezüglich des Schugardschen Statements zum gegenwärtigen Zeitpunkt von "Mutmaßungen". Das seien die Vorstellungen des VSO, und das könne sicherlich auch so kommen. "Aber es ist auch nicht förderlich, wenn in der momentanen Situation jeder sein eigenes Süppchen kocht. Noch ist keine Entscheidung gefallen." Am 2. Mai werde sich der Vorstand erneut beraten.

Der HFV schrieb in einer Pressemitteilung am Sonntag: "Die Ministerpräsidenten haben vereinbart, am 30. April über das Thema Sportveranstaltungen insgesamt zu sprechen. Es wird dann Klarheit, was auch mit dem Spiel- und Trainingsbetrieb im Fußball passiert." Ziel sei es, dass die Saison 19/20 auf dem Platz abgeschlossen werde. Ob das gelinge, müsse abgewartet werden. "Noch ist das möglich, und solange geben wir die Hoffnung nicht auf. Daher sind alle Spekulationen unangebracht und geben nicht den Diskussionsstand des Hessischen Fußball-Verbandes wider", wird Präsident Stefan Reuß zitiert.

Von Bedeutung ist die Frage, wie lange das Abstandsgebot aufrechterhalten wird. Ist ein Spielbetrieb ab September absehbar, wäre wohl ein Abbruch der Saison 19/20 und eine Austragung der Spielzeit 20/21 sinnvoll. Sollte Amateurfußball erst später möglich sein, spricht vieles für eine Fortsetzung der Runde 19/20 im Herbst oder dem Frühjahr 2021 - ohne eine Saison 2020/21.

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