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Keine Kollegen mehr: Achim Quehl (links) hat seinen Rücktritt als Kreisfußballwart erklärt. Sein einstiger Stellvertreter Reiner Schulmeyer (r.) übernimmt kommissarisch das Kommando bis zur Neuwahl. (Foto: se)

Alsfelder Kreisfußballwart Achim Quehl tritt zurück

Achim Quehl ist nicht länger Alsfelder Kreisfußballwart. Bei der Vereinsvertretersitzung am Donnerstagabend gab sein Stellvertreter Reiner Schulmeyer den Rücktritt nach sechs Jahren bekannt. Quehl zieht damit die Konsequenzen aus den Streitereien um die verspätete A-Liga-Relegation.

Es war das von vielen Vereinsvertretern des Sportkreises Alsfeld erwartete und teilweise sogar erhoffte Ergebnis der Sitzung im Alsfelder Hotel Klingelhöfer. Reiner Schulmeyer, stellvertretender Kreisfußballwart, gab zu Beginn des Zusammentreffens den Rücktritt seines Kollegen Achim Quehl bekannt. "Jeder kann einen Fehler machen, aber der Umgang mit diesem war der größere Fehler. Wäre er offensiv damit umgegangen, anstatt es zu verzögern, bis es zu spät war, wäre die Sache sicherlich anders verlaufen", sagte Schulmeyer am Tag danach. Er spielte damit vor allem auf den Fehler Quehls an, die Relegation zur Kreisliga A Alsfeld/Gießen entgegen anderslautender Verbandsregularien auszusetzen und die FSG Kirtorf eigenmächtig zum Aufsteiger zu erklären. Dies musste er nach Intervention des Hessischen Fußballverbandes (HFV) zurücknehmen und mit Verspätung eine Relegation ansetzen, in der die Kirtorfer den Aufstieg gegen den TV/VfR Groß-Felda sportlich verpassten.

Von beiden Mannschaften war im Vorfeld der Partie Protest eingelegt worden, die Groß-Feldaer zogen diesen nach ihrem Sieg zurück, während die Kirtorfer bis vor den Verbandsspielausschuss zogen, wo ihnen ihr Aufstieg allerdings ebenfalls verwehrt wurde. Erheblichen Anteil an der Aufregung hatte aber vor allem die mangelnde Kommunikation Quehls, der weder mit den Vereinsvertretern noch in den Medien das Gespräch gesucht oder sich erklärt hatte und seinen Fehler auch erst nach über einer Woche zugab. Währenddessen entluden sich vor allem in den sozialen Medien Ärger und Häme über den Kreisfußballwart.

"Die Tatsache, dass es ein langes Hin und Her gab, kein persönliches Gespräch und schließlich per E-Mail eine Entschuldigung, die für mich keine ist, ist kein Kavaliersdelikt. Uns gegenüber ändert sich natürlich nichts, aber der Verantwortliche hat seine Konsequenzen gezogen. Deshalb empfinde ich eine gewisse Genugtuung", sagte der Abteilungsleiter der FSG Kirtorf, Arno Naumann, der die Entscheidung so einschätzte, "dass ein Großteil der Vereinsvertreter damit zufrieden war". Doch nicht alle Beteiligten scheinen damit glücklich. So äußerte sich etwa Jörg Wolf, HFV-Regionalbeauftragter der Region Gießen/Marburg: "Es tut mir persönlich für Achim Quehl leid, doch ist der Druck nach seiner falschen Entscheidung wohl zu hoch gewesen.

Ich finde es schade, dass das Präsidium den Entschluss getroffen hat, die FSG Kirtorf in der B-Klasse zu lassen. Ich hatte ihren Antrag im Verbandsspielausschuss unterstützt."

Und was sagt der Zurückgetretene selbst? Auf Nachfrage der AZ erklärte Quehl: "Der Rücktritt ist das Beste für den Kreis. Aus beruflichen Gründen habe ich bereits im Mai mit Reiner Schulmeyer über eine Veränderung der Staffelleitung gesprochen, nun kam der Ärger mit der Relegation noch dazu. Ich hätte gerne weitergemacht, aber wenn so etwas ins Persönliche geht, macht es einfach keinen Sinn mehr." Sein Ziel sei eine Stärkung der Alsfelder A-Liga gewesen, die er um eine Mannschaft auf 17 erweitern wollte, auch um die B-Liga zu entlasten. Dies wollte der Verband ihm allerdings nicht durchgehen lassen. "Der Fehler liegt ganz klar bei mir, aber ich habe zum Wohle der Vereine gehandelt. Deshalb hätte der Verband die Regularien um die Richtzahl 16 links liegenlassen können", schlägt Quehl in diesselbe Kerbe wie Wolf.

Nach Quehls sechsjähriger Amtszeit und über zwölf Jahren im Kreisfußballausschuss übernimmt Stellvertreter Schulmeyer nun kommissarisch die Verantwortung. Am kommenden Donnerstag wollen sich er und seine Kollegen im Kreisfußballausschuss über das weitere Vorgehen beraten. Ein außerordentlicher Kreisfußballtag soll dann über die Nachfolge Quehls entscheiden. Einen Kandidaten gibt es laut Schulmeyer noch nicht. Ebenfalls vertagt wurde überdies die Auslosung für den Alsfelder Kreispokal, hierzu kündigte Schulmeyer einen baldigen Nachholtermin an. Philipp Keßler

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