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Gießens Kapitän ist zurück: TJ DiLeo (r.) steht am Sonntag beim FC Bayern München vor der Rückkehr nach seiner Verletzung. (hf)

"Alles muss passen" für die 46ers in München

(sno) So wahnsinnig oft haben die Gießen 46ers in der Basketball-Bundesliga in jüngster Zeit noch nicht in München gespielt. In zwei Partien seit dem großen Comeback der Bayern 2011 gab es zwei Niederlagen im Süden Deutschlands. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich diese Statistik am Sonntag (17 Uhr, Audi Dome) fortsetzt, ist relativ hoch.

Dafür ist der Tabellenelfte aus Gießen noch zu weit vom Zweiten Bayern München entfernt. Das wurde schon im Hinspiel in der Osthalle deutlich, als es eine 61:87-Niederlage gab. "Wir werden es natürlich trotzdem probieren", sagt 46ers-Coach Denis Wucherer. "Und mal schauen, vielleicht ist es so ein Tag, an dem alles passt und wir irgendwie im Spiel bleiben."

Status quo: 15 Tage wird es am Sonntag her sein, dass die 46ers das letzte Pflichtspiel bestritten haben. Eine ungewöhnlich lange Pause während der Saison. Einerseits war sie notwendig, weil die Kräfte in den letzten Bundesligapartien merklich nachließen. Andererseits ist so eine lange Auszeit nie ganz einfach. "Klar kannst du dich vor allem in der ersten Woche viel auf die Grundlagen, die zuletzt gegen Hagen nicht gut waren, konzentrieren", meint Wucherer. "Wir haben viel in Kleingruppen gearbeitet. Aber uns fehlt der Spielrhythmus." Deshalb muss es für die Bayern auch kein Nachteil sein, dass sie am Mittwoch im Eurocup aktiv waren. Dort verloren sie knapp mit 88:90 gegen Bilbao Basket.

Personal: Das bevorstehende Comeback von TJ DiLeo nach seinem Mittelfußbruch ist zwar die prominenteste Personalie. Auf das Spiel in München wird sie aber wenig Einfluss haben. Der Kapitän räumt selbst ein: "Ich bin dabei, mir das Timing und die speziellen Basketballbewegungen wieder zu erarbeiten." Sein Trainer meint: "Ihm fehlt noch etwas die Spritzigkeit. Mal schauen, ob er für die schnellen Guards der Bayern schon bereit ist und die eine oder andere Minute spielen kann." Der Fokus liegt bei DiLeo auf dem Spiel gegen Würzburg. Ethan Wragge kehrt zurück, angeschlagen sind Achmadschah Zazai (Hüftprobleme) und Benjamin Lischka (Schulterprellung). Langfristig fehlt weiter Maurice Pluskota.

Gegner: Eine absolute Top-Mannschaft erwartet die 46ers am Sonntag. "Bayern stellt eine Mannschaft, die statistisch gesehen den tiefsten Kader hat", sagt Wucherer. "Da spielt in der Regel keiner mehr als 23,24 Minuten." Dementsprechend sind die Punkte, Assists und Rebounds verteilt. "Da kann jeder mehr oder weniger alles. Und auf der Bank gibt es immer genug Qualität, um zu reagieren.

" Der Trainer des Tabellenzweiten, Svetislav Peric, legt viel Wert auf Disziplin und achtet penibel darauf, dass kein Schlendrian einkehrt. Das macht die Aufgabe für die Gießener nicht leichter.

Schlüsselspieler: In dem hochwertig besetzten Münchner Kader jemanden herauszuheben, wird den anderen kaum gerecht. Der deutsche Nationalspieler Paul Zipser entwickelt sich aber immer mehr zum Allrounder, überzeugte gegen Bilbao mit 22 Punkten. Daneben glänzte am Mittwoch vor allem Alex Renfroe (23 Punkte).

Die 46ers werden nur als Einheit funktionieren können. Wenn die Mannschaft im Fluss ist, darf Braydon Hobbs wie gegen Hagen mit seiner Leichtigkeit herausragen und wichtige Dreier werfen. "Elementar ist, dass wir einen guten Start hinlegen. Alles muss passen. Jeder muss individuell an seine Grenzen kommen, damit wir den Hauch einer Chance haben", weiß der Gießener Trainer.

Zahlenvergleich: Bayern: 90,9 Punkte im

Schnitt / Gießen: 79,7 – Trefferquote aus dem

Feld: 49,3/46,6 – Dreierquote: 39,6/36,8 – Rebounds: 36,6/33,2 – Assists: 21,1/19,9 – Körpergröße: 2,00 m/1,98 m – Gewicht: 90,7/94,1

– Alter: 24,4/25,2 – Bilanz: 14 Siege, 4 Niederlagen/ 8 Siege, 10 Niederlagen – Rang: 2. Platz/11.

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