Die Luft ist erst einmal raus: In der Fußball-Regionalliga Südwest sind alle Spiele bis mindestens einschließlich 30. November abgesetzt worden.	ARCHIVFOTO: IMAGO
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Die Luft ist erst einmal raus: In der Fußball-Regionalliga Südwest sind alle Spiele bis mindestens einschließlich 30. November abgesetzt worden. ARCHIVFOTO: IMAGO

Fußball-Regionalliga

FC Gießen macht Zwangspause: Regionalliga setzt Spielbetrieb aus

  • Markus Konle
    vonMarkus Konle
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Der FC Gießen wird im November keine Spiele in der Fußball-Regionalliga Südwest bestreiten: Die Liga setzt den Spielbetrieb in diesem Monat komplett aus. Wann die Saison fortgesetzt wird, ist offen.

Überraschend kam sie nach der tagelangen Diskussion nicht mehr, die Saisonunterbrechung in der Fußball-Regionalliga Südwest bis zum 30. November, die die Liga-Verantwortlichen am Mittwoch verkündeten. Wann es in der Südwest-Staffel der 4. Liga mit Teams aus fünf Bundesländern weitergeht und ob in diesem Kalenderjahr überhaupt noch Begegnungen ausgetragen werden, ist offen – auch wenn die Verantwortlichen um Geschäftsführer Sascha Döther anstreben, die Runde ab 1. Dezember fortzuführen.

Grund für die Aussetzung des Spielbetriebs ist, dass Rheinland-Pfalz, wo vier der 22 Vereine der Liga beheimatet sind (TuS RW Koblenz, 1. FSV Mainz 05 II, TSV Schott Mainz, FK 03 Pirmasens), die Regionalliga als Amateursport einstuft – somit ist den Teams dort nach dem Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie der Trainings- und Spielbetrieb im gesamten November verboten. In Hessen und in Baden-Württemberg wird die Regionalliga hingegen als Profisport angesehen, sodass hier die Mannschaften trainieren und ihre Partien ohne Zuschauer bestreiten dürfen. Im Saarland können die Regionalliga-Klubs eine Sondergenehmigung für den Trainings- und Spielbetrieb erhalten, teilte die Regionalliga Südwest GbR mit Sitz in Karlsruhe mit.

»Eine Fortsetzung des Spielbetriebs ohne die in Rheinland-Pfalz ansässigen Teilnehmer würde zu massiven Verzerrungen des Wettbewerbs führen«, erklärte die Spielkommission der Regionalliga. Auch ein zeitweiser Umzug der Klubs in benachbarte Bundesländer sei den vier Vereinen nicht zuzumuten. Ein Sonderfall ist der FC Bayern Alzenau, der zwar in Bayern beheimatet ist, aber Mitglied des Hessischen Fußball-Verbandes ist. In Bayern hat die Regionalliga wie in Rheinland-Pfalz Amateur-Status, aber den Alzenauern ist es aus Sicht der Liga-Verantwortlichen »zumutbar, sich um eine Trainings- und Spielstätte in Hessen zu bemühen«.

Ziel der Spielkommission ist es, die Saison ab dem 1. Dezember fortzusetzen – aber nur, »wenn in Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland ab spätestens 17. November wieder ein Mannschaftstraining unter Wettkampfbedingungen zulässig ist«. Dazu müsste also die rheinland-pfälzische Landesregierung bis zu diesem Datum »ihren« Regionalligisten doch noch den Profi-Status zugestehen. Tut sie dies nicht, könnte in Mainz, Koblenz und Pirmasens wie bei allen Amateurklubs erst am 1. Dezember wieder das Training aufgenommen werden. Mit einer Fortsetzung der Runde wäre dann, wenn überhaupt, nicht vor Mitte Dezember zu rechnen – vorausgesetzt, das Wetter und die Platzverhältnisse würden mitspielen.

Cimen will Montag wieder trainieren

»Ich bin skeptisch, dass wir im Dezember spielen können«, sagt auch Daniyel Cimen, der Trainer des FC Gießen. Er ist wie seine gesamte Mannschaft nach einem Corona-Fall bei einem FC-Spieler nach Anordnung des Gesundheitsamtes Gießen noch bis Sonntag in Quarantäne. »Nach dem jetzigen Stand, würde ich aber gerne am Montag trainieren«, sagt Cimen. »Wir müssen ja für den Fall der Fälle gerüstet sein.« Die Entscheidung zur Unterbrechung möchte der FC-Coach nicht bewerten: »Ich habe mir abgewöhnt, diese Dinge zu bewerten. Wir nehmen es, wie es kommt«, sagt Cimen, der ergänzt: »Das Interessante wird ja sein, wie der Spielplan umgesetzt werden soll.« Bisher sind erst zwölf der vorgesehenen 42 Spieltage absolviert, etliche Klubs haben zudem noch Nachholpartien ausstehen. »Am Ende sind wir die ›Leidtragenden‹ und müssen unzählige englische Wochen bestreiten«, befürchtet er. Auch die Regionalliga-Spielkommission blickt mit Sorge in die Zukunft, zumal »mit weiteren öffentlich-rechtlichen Beschränkungen im Laufe der Saison gerechnet werden muss und bedauerlicherweise auch ein Abbruch – wie im Spieljahr 2019/20 – nicht ausgeschlossen werden kann«.

Für Stadtallendorfs Trainer Dragan Sicaja ist »die Unterbrechung eine plausible Entscheidung, weil sie das geringste Risiko für alle mit sich bringt. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir nicht nur Fußball spielen. Wenn wir die Krankheit an die Arbeit mitschleppen oder in Quarantäne müssen, hat der Arbeitgeber das Problem«, sagt der Stadtallendorfer Trainer, der seinen Klub – ebenso wie Cimen den FC Gießen – ohnehin als Amateurverein sieht.

Während in Offenbach heftig über die Entscheidung geschimpft wird («Absolute Bankrotterklärung«), sehen das die weiteren hessischen Konkurrenten TSV Steinbach Haiger (»sinnvoll«) und der FSV Frankfurt anders. »Das ist die richtige Entscheidung. Denn wenn eine gewisse Anzahl von Vereinen nicht teilnehmen kann, dann macht es keinen Sinn, weiter zu spielen«, sagte Präsident Michael Görner, der Präsident des FSV Frankfurt. dem Hessischen Rundfunk. Görner hat für seinen Klub bereits Konsequenzen gezogen: »Wir schicken unsere Spieler und Mitarbeiter in Kurzarbeit.«

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