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Alexander Ernst und Chacco’s Girl sind ein eingespieltes Team. (Foto: Friedrich)

Alexander Ernst, der Familienmensch

Reiten ist seine Leidenschaft, Pferde seine Passion. "Im Prinzip ist unser ganzes Leben auf den Reitsport ausgerichtet", sagt Alexander Ernst. Der 40-jährige Familienvater startete für den RSC Ruttershausen beim renommierten Frankfurter Festhallenreitturnier in international besetzten Prüfungen. Und er ist mit den Leistungen seiner vierbeinigen Schützlinge vollauf zufrieden.

Mit dem achtjährigen Holsteiner Alonso im Besitz von Jürgen Schäfer qualifizierte sich Ernst in Oberursel für den Auftritt in der Mainmetropole. Der Acolord-Sohn zeigte sich wenig beeindruckt von der Atmosphäre unter der Festhallenkuppel und sicherte sich den neunten Platz in der ersten Prüfung des "Hessentages", der Fairness-Trophy.

Sein zweites Eisen im Feuer war die ebenfalls achtjährige Stute Chacco’s Girl. Ernst gerät ins Schwärmen, wenn er von den Qualitäten der Oldenburgerin spricht, die er von Anfang an unter dem Sattel hatte. "Wenn die Glocke ertönt, ist sie sofort ganz bei mir und voll konzentriert", schätzt der Reiter die Einsatzbereitschaft seines Pferdes, das ihm von Udo Weimer zur Verfügung gestellt wird. Eine tadellose Nullrunde zum Einstand im Mannschaftsspringen bestätigt diese Einstellung.

Aber Chacco’s Girl stellte sich noch weiteren Herausforderungen. Ernst hatte sie für die internationale Tour ausgewählt. In der ersten Qualifikation gelangte das Paar bis ins Stechen; in der zweiten vermasselte ein ärgerlicher Fehler am letzten Sprung den Einzug ins Finale. Dennoch ist der Reiter stolz auf die Leistung der jungen Stute. "Die Festhalle an sich ist noch nicht einmal das Problem", meint Ernst. Die Enge in der Abreitehalle und vor allem die Nähe und Lautstärke der Zuschauer dort hätten die Pferde am meisten irritiert.

Und den Reiter? "Es ist schon eine andere Hausnummer als bei uns auf den ländlichen Turnieren. Man ist nicht gerade aufgeregt – aber schon angespannt." Ernst, im Hauptberuf Leiter eines Marken-Discounters, kommt zugute, dass er bereits während seiner reiterlichen Ausbildung internationale Turnierluft schnuppern durfte.

Norbert Koof, Holger Hetzel und Mario Piasecki hießen einige der Trainer, bei denen Ernst Erfahrungen sammelte. Bei dem Argentinier Piasecki erwarb er internationale Meriten in seiner Laufbahn, die er als Zehnjähriger mit dem Pony auf Großvaters Hof begonnen hatte.

An ihrem Pony, mit dem sie die ersten Turniererfolge einheimste, hängt auch Tochter Nina-Sophie besonders. Sie hat es ihrem jüngeren Bruder vermacht, der zwar auch begeisterter Fußballer ist, sich hin und wieder aber gerne in den Sattel schwingt. Die Zwölfjährige ist mit ihrem neuen Pferd Paula Minimoney in den Hessen-Kader berufen worden. Vater Alexander und Mutter Sonja, die selbst in der heimischen Springsportszene keine Unbekannte ist, sind stolz auf sie.

Sonja Ernst hatte im letzten Jahr mit einer Verletzung zu kämpfen, will aber 2016 wieder auf Turnieren starten und ihren Mann und die Kinder unterstützen. "Sie ist die Managerin, ohne die nichts läuft", schmunzelt ihr Gatte. "Überhaupt ist am Wochenende meistens die ganze Familie in Sachen Pferd im Einsatz."

Die Oma kocht und putzt, der Opa fährt den Pferdeanhänger und Mutter Sonja sorgt für die Koordination. 30 bis 40 Wochenenden im Jahr sind die Ernsts auf Turnieren unterwegs. 2016 stehen für Chacco’s Girl Drei-Sterne- und für Alonso Zwei-Sterne-Prüfungen an. Viernheim, Darmstadt und natürlich wieder die Frankfurter Festhalle sind die geplanten Stationen.

Hand in Hand wird das eingespielte Familien-Team die neue Saison in Angriff nehmen und sich auch von Rückschlägen nicht beirren lassen. "So ist eben der Sport, mal gewinnt man, mal verliert man", weiß Alexander Ernst, der Familienmensch. (pic)

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