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Die Vertreter des Inter- national Football Association Board (IFAB) haben die Handspielregel geändert, die ab dem 1. Juli gilt. SYMBOLFOTOL IMAGO

Änderungen bei Handspielregel

  • VonRalph Görlich
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(goe). Jährlich grüßt das Murmeltier: Die Regelhüter des Fußballs haben erneut Änderungen bei der Handspielregel beschlossen, die ab 1. Juli in allen nationalen Wettbewerben zur neuen Saison gelten, und bereits jetzt bei der EURO 2020. Die Schiedsrichter bekommen künftig etwas mehr Spielraum, ein Handspiel bei der Torvorbereitung ist nicht mehr automatisch strafbar.

Im Frühjahr wurden die Regeln vom International Football Association Board (IFAB) und der FIFA beschlossen und angepasst. Sie betreffen vor allem die Handspielregel. Um ein strafbares Handspiel eines Verteidigers festzustellen, gibt nun nur noch zwei Kriterien: Ein Spieler führt Hand oder Arm mit einer absichtlichen Bewegung zum Ball. Oder zweitens: Ein Spieler verfolgt durch seine Körperhaltung die Intention, den Ball aufzuhalten. Der Schiedsrichter soll nun beurteilen, was die Absicht des Spielers ist, ob die Körperhaltung aus einem natürlichen Bewegungsablauf rührt, der Spieler seine Abwehrfläche vergrößert oder er das Risiko in Kauf nimmt, dass der ausgestreckte Arm den Ball berührt. Die Abstützhand oder das Anschießen durch einen Mitspieler sind aus dem Regeltext gestrichen worden, beides zählt nun zur »Intention bei der Bewegung«. Das bedeutet mehr Spielraum für den Schiedsrichter.

Mit welchem Bereich des Arms überhaupt ein absichtliches Handspiel begangen werden kann, ist auch geregelt: Wurde zuletzt häufig über die »T-Shirt-Linie« gesprochen - die es im Regelwerk nie gab - ist die Achselhöhe als Grenze für die Strafbarkeit eines Handspiels schriftlich festgehalten. Bei einem Online-Seminar hat DFB-Lehrwart Lutz Wagner verdeutlicht: Ziehe man sich die Kapitänsbinde soweit wie möglich hoch und der Ball fliegt dagegen, ist das ein Handspiel.

Ein unabsichtliches Handspiel eines Angreifers wird außerdem in Zukunft immer dann, aber auch nur noch dann geahndet, wenn der Angreifer unmittelbar nach dem eigenen Handspiel selbst ein Tor erzielt. Kommt es hingegen nur zu einer Torchance oder ein Mitspieler erzielt das Tor, bleibt das unabsichtliche Handspiel des Angreifers ungestraft. Heißt: Eine Torvorbereitung mit einem nicht strafbaren Handspiel ist grundsätzlich wieder möglich.

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