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Achim Mohr schlägt Alarm

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Es krankt an der Basis im Fußballkreis Gießen. Immer wieder werden Lehrgänge für den Bereich Teamleiter/Trainer C-Lizenz-Basiswissen angeboten – doch es fehlt an Teilnehmern.

Eine weitere Veranstaltung ist für den kommenden Montag auf dem Sportgelände der SG Kinzenbach angesetzt, doch noch gibt es 21 freie Plätze. Was zur Folge hat, dass der Lehrgang wohl gestrichen werden muss. Ein Alarmzeichen für den ersten Vorsitzenden des Vereins Sportgemeinschaft Fußball-Trainer Gießen, Achim Mohr. Wir haben mit ihm gesprochen.

Die Lizenz-Lehrgänge im Fußballkreis Gießen werden nicht angenommen. Wie erklären Sie sich das?

Achim Mohr: Wir, die Verantwortlichen (Stefan Mandler/Karl-Otto Mank/Achim Mohr, Anm. d. Red.), versuchen schon seit einigen Jahren immer wieder, diese Lehrgänge zur Trainer-C-Ausbildung, die auch gleichzeitig die 1. Lizenzstufe des HFV ist, und durch den Landessportbund jährlich mit rund 300 Euro bezuschusst wird, umzusetzen. Eine Erklärung dafür zu finden ist recht schwierig, vielleicht liegt es an der Kommunikation in den Vereinen, die alle über den E-Mail-Verteiler des HFV angeschrieben werden – oder auch daran, dass es auch ein hoher zeitlicher Aufwand für die Teilnehmer ist. Jedoch sollte jeder Jugendtrainer im Kreis den Basislehrgang von 30 Lerneinheiten á 45 Minuten als Grundlage seiner Tätigkeit durchführen.

Woran liegt es, dass es in den Nachbarkreisen einigermaßen funktioniert, im Sportkreis Gießen nicht. Die Lehr-Inhalte sind doch gleich?

Mohr: Eventuell ist die Nähe der Sportschule ein Thema, hier werden natürlich auch die Lehrgänge für ganz Hessen zentral angeboten – und diese sind immer ausgebucht. In den Nachbarkreisen Dillenburg/Biedenkopf werden die Lehrgänge in Zusammenarbeit durchgeführt. Wir hatten dies auch schon mit den Kreisen Wetzlar und Alsfeld versucht, jedoch ohne Erfolg.

Was glauben Sie, schreckt potenzielle Interessenten letztlich davon ab, diese Lehrgänge zu besuchen?

Mohr: Wir haben die Erfahrung gemacht, wenn die Teilnehmer erst mal an dem Basislehrgang teilnehmen, dass sich einige bereit erklären, die nächsten Profile zu erarbeiten. Ich finde aber auch, die Vereine sollten versuchen, die Trainer diesbezüglich finanziell zu unterstützen und die Lehrgangskosten mitzufinanzieren.

Ist das Konzept insgesamt vom Hessischen Fußball-Verband nicht mehr zeitgemäß, um neue Trainer zu rekrutieren?

Mohr: Auch beim HFV wird überlegt, wie können wir uns dezentral in den Kreise besser aufstellen? Hier gibt es aber eine Ausbildungsordnung des DFB die einige Vorgaben aufweist. Es würde mich aber auch freuen, wenn Ideen aus den Vereinen und Trainern an uns herangetragen werden, um das Ganze zu optimieren.

Muss man vielleicht ganz andere Wege gehen, um Interesse zu erzeugen. Sind vielleicht 30 Lerneinheiten zu viel?

Mohr: Meiner Meinung nach müssten wir Teile des Basiswissen mit 30 LE mit dem Profil Kinder vermischen, um dadurch wenigere Einheiten durchzuführen. Auch würde ich es begrüßen, wenn wir Basislehrgänge in den Großgemeinden mit den dort ansässigen Vereinen durchführen könnten.

Vor allem im Jugendbereich werden händeringend Trainer gesucht – muss man vielleicht hier ganz andere Wege gehen, was würden Sie favorisieren?

Mohr: In den Jugendabteilungen der Vereine eigenständig versuchen, mit uns was zu organisieren. Wir sind für alle Varianten offen.

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