Der Torjäger Alparslan Bingöl FOTO: ARCHIV
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Der Torjäger Alparslan Bingöl FOTO: ARCHIV

Abwehr erweist sich als Bollwerk

  • Harold Sekatsch
    vonHarold Sekatsch
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(se). Zwei Fußballer aus Guinea erweisen sich als Glücksgriff für Türkiyemspor Gießen. Der Verein schafft als Erster der Kreisliga B, Gruppe 1, den Sprung in die A-Klasse. Mit nur acht Gegentreffer entpuppt sich die Abwehr als Bollwerk.

Seit drei Jahren kämpft Türkiyemspor Gießen um den Aufstieg in die Kreisliga A", sagt Bilal Aras, Mannschaftbetreuer und vieles mehr bei dem Verein, der seine Heimspiele an der Miller Hall austrägt. Nun endlich haben es die Türken geschafft. Zum Saisonabbruch nach 16 Spielen in der Gruppe 1 der Kreisliga B Gießen hat die Mannschaft 46 Punkte auf dem Konto, sieben Punkte mehr als die FSG Garbenteich/Hausen als Tabellenzweiter. Die Pohlheimer waren auch die einzige Mannschaft, die dem Spitzenreiter einen Punkt abknöpfte.

Bei 73:8 Toren war das Prunkstück der Türkiyemspor-Mannschaft die Abwehr. Acht Gegentreffer in 16 Spielen können sich sehen lassen. Doch zunächst sah es nicht danach aus, denn nach den ersten vier Spielen hatte Türkiyemspor bereits fünf Gegentore hinnehmen müssen. Die weiteren Treffer kassierte der Tabellenführer am 22. September letzten Jahres beim 2:2 als Gast der FSG Garbenteich/Hausen sowie einen weiteren zwei Wochen später gegen die FSG Biebertal II. In den anderen Spielen bissen sich die gegnerischen Stürmer an der Türkiyemspor-Hintermannschaft die Zähne aus. In den vergangenen Jahren war die Abwehr häufig das Problemkind innerhalb der Mannschaft. Das ist jetzt nicht mehr der Fall.

Im Laufe der Saison hatten die Gießener zwei Zugänge, die sich als echte Verstärkungen erwiesen. "Sie waren ein Glücksgriff", berichtet Coach Savas Saglam über die beiden Fußballer aus Guinea: Torhüter Buba Sanneh sorgt für Stabilität in der Abwehr, und Bunka Manneh ist im Angriff eine wertvolle Ergänzung zu Torjäger Alparslan Bingöl, dem in den 16 ausgetragenen Spielen nicht weniger als 32 Treffer gelangen. Damit hat er sich in dieser Klasse die Torjägerkrone aufgesetzt. Aber auch Bunka Manneh erwies sich als ein Mann mit einem ausgeprägten Torriecher. In sechs Begegnungen traf der junge Mann 14-mal ins Schwarze. Beide Neuzugänge fühlen sich in dem Verein offensichtlich pudelwohl. Und auch vonseiten der Vereinsverantwortlichen hat man einiges getan, um das Duo an Türkiyemspor zu binden. So half man bei der Wohnungs- und Jobsuche.

Saglam bleibt Coach

Trainer der Mannschaft waren Halil Arslanparcasi und Savas Saglam. Während sich Arslanparcasi als Vorsitzender nun um die Belange des gesamten Vereins kümmert, bleibt Saglam als Trainer der Mannschaft erhalten. In der neuen Runde wird ein Mittelfeldplatz in der Kreisliga A Gießen angestrebt. Auf jeden Fall möchte man sich aus dem Abstiegskampf heraushalten. Bei möglicherweise fünf Absteigern sicherlich kein leichtes Unterfangen. Allerdings ist man beim Aufsteiger optimistisch, dieses Ziel zu erreichen, denn die Spieler fühlen sich wohl bei Türkiyemspor. "Bei uns herrscht eine familiäre Atmosphäre, jeder ist integriert", sagt Bilal Aras.

Da Türkiyemspor den Kunstrasenplatz an der Grünberger Straße mit weiteren Vereinen teilt, ist ein gutes Zeitmanagement nötig. So muss wegen der Austragung von Nachholspielen auch einmal eine Trainingseinheit verlegt werden. Wichtig ist den Verantwortlichen, die Akteure zu halten. Zur neuen Runde haben sich sogar weitere Spieler angekündigt. Ziel bleibt der Klassenerhalt, aber auch ein gutes Verhältnis zu den anderen Mannschaften der neuen Klasse.

Im Übrigen ist man bei Türkiyemspor besonders traurig, dass die Saison nicht zu Ende gespielt werden konnte, denn die Mannschaft fühlte sich stark genug, auch die weiteren Punktspiele ohne Niederlage zu überstehen und als ungefährdeter Meister aufzusteigen. Nun kann das Team in der Kreisliga A seine Qualität unter Beweis stellen.

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