Abstiegskampf ist noch nicht vorbei

(ra) Solange über das Nordhorner Insolvenz-Schicksal in der Handball-Bundesliga der Männer noch nicht entschieden ist, hält der Kampf um den Klassenerhalt für die heimische HSG Wetzlar unvermindert an. In die Auswärtspartie bei FrischAuf Göppingen am Samstagabend (19 Uhr / Porsche-Arena Stuttgart) geht die Mannschaft von Trainer Volker Mudrow zwar nur mit einer Außenseiterchance, zumindest eine Leisterungssteigerung gegenüber dem müden Auftritt vergangene Woche gegen den TBV Lemgo sollte man von den Mittelhessen erwarten dürfen.

(ra) Solange über das Nordhorner Insolvenz-Schicksal in der Handball-Bundesliga der Männer noch nicht entschieden ist, hält der Kampf um den Klassenerhalt für die heimische HSG Wetzlar unvermindert an. In die Auswärtspartie bei FrischAuf Göppingen am Samstagabend (19 Uhr / Porsche-Arena Stuttgart) geht die Mannschaft von Trainer Volker Mudrow zwar nur mit einer Außenseiterchance, zumindest eine Leisterungssteigerung gegenüber dem müden Auftritt vergangene Woche gegen den TBV Lemgo sollte man von den Mittelhessen erwarten dürfen.

Personell wird Trainer Volker Mudrow, an dessen Verpflichtung mittlerweile die Bundesliga-Kontrahenten VfL Gummersbach und SG Flensburg/Handewitt Interesse zeigen sollen, für die Defensive nicht mit Timm Schneider planen können. Der 20-jährige Rückraumspieler hat sich im Training erneut eine Schulterverletzung zugezogen und fällt nach Klubangaben mindestens zwei Monate aus. Spannend gestaltet sich die Frage, ob Mudrow weiter auf seine bewährte Formation mit Volker Michel als "Starter" auf Halbrechts oder hier gleich auf Linkshänder-Neuzugang Aleksandar Stanojevic setzt. Nach der eher durchwachsenen Vorstellung vor zehn Tagen gegen Lemgo ist auf der Linksaußenpostion damit zu rechnen, dass Kevin Schmidt den Vorzug vor Michael Allendorf bekommt.

Volker Mudrow lenkt die Aufmerksamkeit in eine etwas andere Richtung. "Göppingen ist eine sehr robuste Mannschaft, die ordentlich zupackt und dann kaum mehr etwas zulässt", muss seine Mannschaft "den Ball laufen lassen" und - wenn es wirklich nicht mehr geht - "auch den einen oder anderen Zweikampf gewinnen". Gerade dies war im Hinspiel im vergangenen September in Wetzlar beim 21:26 nicht der Fall. Mit Dalibor Anusic (1,98), Manuel Späth (2,00), Pavel Horak (1,98) und Rares Jurca (1,94) wird das Göppinger Abwehr-Bollwerk auch diesmal nur mit viel Bewegung, Raffinesse und Eins-gegen-eins-Durchsetzungsvermögen zu überwinden sein.

Nach der Trennung von der HSG Wetzlar 2004 hat Velimir Petkovic in seinem nunmehr fünften Trainerjahr bei FA Göppingen die Süddeutschen einmal mehr in die Nähe der Europapokal-Plätze geführt. Nach der WM-Pause ist die Petkovic-Truppe prächtig in Schwung gekommen und hat sich durch Erfolge in Gummersbach (27:23), gegen Melsungen (37:32) sowie in Stralsund (40:26) auf den achten Platz vorgearbeitet.

Göppingen zählt bei bislang nur einer Niederlage (gegen Berlin) zu den heimstärksten Teams im Oberhaus, was vor allem daran liegen mag, dass FrischAuf in den bislang 20 Saisonspielen sogar weniger Gegentreffer (550) zugelassen hat als der ungeschlagene Spitzenreiter THW Kiel (553). Die gelungenen Heimauftritte der traditionsreichen Handballer belohnen mittlerweile 5000 Zuschauer im Schnitt; das Abwehr-Plus quittiert FrischAuf allerdings auch mit der zweithöchsten Zeitstrafen-Quote (9,70 pro Partie) der Liga.

Trainer Velimir Petkovic gelingt es - analog zu seiner Dutenhofener Zeit - Jahr für Jahr, die ihm abspenstig gemachten Leistungsträger zu ersetzen. Der Weggang von Spielmacher Michael Kraus 2007 sowie der Verlust von Top-Torhüter Martin Galia (beide zum TBV Lemgo) haben jedenfalls weniger Spuren hinterlassen als befürchtet. Mit dem Tschechen Pavel Horak und dem Rumänen Rares Jurca sind dem 52-Jährigen in den beiden vergangenen Serien allerdings auch Top-Neuverpflichtungen gelungen, das Torhüter-Duo Adam Weiner/Enid Tahirovic gilt als sehr ausgeglichen.

Wetzlars Trainer Volker Mudrow sieht analog zum Auftritt vor zwei Wochen in Berlin eine Chance darin, dass sein Team aus dem Hinspiel vor sechs Monaten noch etwas gutzumachen hat. Auf jeden Fall möchten die Grün-Weißen ein ähnliches Zehn-Tore-Debakel wie beim 21:31 im Vorjahr vermeiden.

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