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Die neue Heimspielstätte in Wieseck hat den Gießen Golden Dragons und Headcoach Michael Anderl (Mitte, orangefarbenes Hemd) bisher kein Glück gebracht.

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Abstieg für Dragons "kaum noch abzuwenden"

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Das vorletzte Heimspiel der Saison an diesem Samstag (16 Uhr, in Wieseck) gegen die Biberach Beavers dürfte für die Gießen Golden Dragons auch zum Start der Abschiedstournee werden.

Nach vier Jahren Zweitliga-Football werden die Gießen Golden Dragons nach diesem Sommer 2019 mit allergrößter Wahrscheinlichkeit absteigen. Acht Spiele, acht Niederlagen, abgeschlagener Tabellenletzter und noch schwere Aufgaben vor der Brust - da sagt auch Headcoach Michael Anderl: "Wir werden weiterhin alles geben, aber man muss so realistisch sein und sagen, dass der Abstieg kaum noch abzuwenden ist. Wir werden nun vermehrt Spieler aus der U19 einsetzen und integrieren und schon mit dem Neuanfang beginnen."

Die Ursachen für die Katastrophen-Saison sind vielschichtig. Ein Hauptfaktor: Mit Quarterback Jawan Nobles, den man aus den Staaten holte, lag man daneben. Nur 48 Punkte brachte Gießen bislang aufs Board - auf der anderen Seite kassierte man schon 322 Zähler.

Im Schnitt also verlieren die Dragons ihre Zweitligapartien in dieser Spielzeit mit 6:40. Dragons-Headcoach Anderl erklärt, warum das so ist.

Herr Anderl, was sind Ihrer Meinung nach die Gründe für die bisher enttäuschende Saison der Gießener Footballer?

Michael Anderl:Da gibt es mehrere kleine Gründe. Ich habe schon vor der Saison betont, dass wir uns im Umbruch befinden, viele wichtige Spieler uns in den letzten beiden Jahren verlassen haben. Dann haben wir uns mit Jawan Nobles auf der Quarterback-Position einen Fehlgriff geleistet. Wir hatten uns da mehr erhofft. Als wir ihn entlassen haben und unseren alten Quarterback Carson Williams zurückgeholt haben, hat dieser sich gleich im ersten Spiel vor zwei Wochen auswärts in Darmstadt verletzt.

Das betrifft die Offense, Ihr Team aber lässt im Schnitt rund 40 Punkte pro Spiel zu.

Anderl:Die Defense läuft auch nicht gut, aber da hängt alles mit allem zusammen. Wenn die Offense nicht produktiv ist und die Defense viel auf dem Feld stehen muss, wird das mit einem kleinen Kader schnell anstrengend.

Zwar steigt nur ein Team aus der GFL 2 Süd ab, aber Sie weisen schon vier Zähler Rückstand bei noch vier Partien auf. Ist der Klassenerhalt noch realistisch?

Anderl:Es wird sehr schwer. Wir werden weiterhin alles geben, aber man muss so realistisch sein und sagen, dass der Abstieg kaum noch abzuwenden ist. Wir spielen in der Offense nun mit zwei deutschen Quarterbacks aus der Landesliga (Florian Lisko und Paul Hammer, Anm. d. Red.). Wir haben den Ball zuletzt gut bewegt, aber in der entscheidenden Red Zone fehlt noch etwas die Erfahrung.

Sie sind seit vier Jahren in der zweiten Liga, planen eine Saison lange im Voraus, investieren viel - und dann läuft quasi alles schief. Was schlussfolgern Sie daraus?

Anderl:Es lief sehr unglücklich und das ist wirklich frustrierend, weil du dir über viele Jahre etwas aufgebaut hast. Wir hatten noch nie das große Budget und den größten Kader. In den letzten Jahren haben wir in Sachen Verletzungen aber häufig Glück gehabt. Dieses Mal ist wirklich alles in die Hose gegangen. Trotzdem werden wir in den letzten vier Spielen alles geben und sollte es so kommen, dass wir in die Regionalliga absteigen, einen Neuanfang starten.

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