Die Anlage an der Grünberger Straße in Gießen war im Sommer Wettkampfstätte für die Medenrunde, die leicht eingeschränkt stattfinden konnte. 2021 sollen neuartige Bälle übers Netz fliegen - dann auch ohne Restriktionen. FOTO: FRIEDRICH
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Die Anlage an der Grünberger Straße in Gießen war im Sommer Wettkampfstätte für die Medenrunde, die leicht eingeschränkt stattfinden konnte. 2021 sollen neuartige Bälle übers Netz fliegen - dann auch ohne Restriktionen. FOTO: FRIEDRICH

Abstand als großes Plus

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Die Tennis-Cracks stecken ebenso tief im Lockdown fest wie fast alle andere Sportarten. Die Meden- runde 2020 ging aber mit Einschränkungen noch gut über die Bühne. HTV- "Vize" Otto zieht Bilanz und blickt voraus.

Auch der Tennissport hat unter der Corona-Pandemie gelitten. Die Medenrunde 2020 hat in reduzierter Form stattgefunden. Über eine Bilanz des Jahres 2020, einen Ausblick auf 2021, über das neue Leistungsklassensystem und die Initiative "HTV, der grüne Verband", haben wir vor einigen Wochen mit dem Vizepräsidenten des Hessischen Tennis-Verbandes, Michael Otto, gesprochen.

Herr Otto, wie ist die aktuelle Situation im hessischen Tennis?

Der Spielbetrieb im Tennis ist untersagt. So haben alle Bezirke ihre Winterrunde einfrieren müssen.

Im letzten Sommer konnte der Verband mit etwas Verspätung fast eine "normale" Medenspielsaison durchführen. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Dass sich trotz aller Unsicherheiten und Risiken stolze 73 Prozent aller hessischen Mannschaften zur Medenrunde angemeldet haben, spricht eine klare Sprache. Mit diesem Wert steht Hessen an der Spitze der Verbände in Deutschland. In der Durchführung kam es zu keinerlei dem HTV bekannten Problemen. Vielmehr lief alles reibungslos ab, auch wegen des vorbildlichen Verhaltens der Spielerinnen und Spieler. Sicher hätten einige mehr Vereine gemeldet, wenn früher bekannt gewesen wäre, dass es am Ende mit Ausnahme der Mindest- abstands- und Zuschauerregel zu wenigen Einschränkungen kommen würde. Insofern waren die Medenspiele ein großer Erfolg. Dass der Tennissport mit seinem großen Abstand zwischen den Akteuren die ideale Sportart in Zeiten von Covid-19 war, zeigen die verbuchten Mitgliederzuwächse vieler Tennisvereine in Hessen.

Welche Planungen sind für 2021 vorgesehen? Gehen Sie von einer normalen Saison aus?

Wir hoffen natürlich auf eine normale Saison. Die Planungen laufen auf Hochtouren, auch wegen der diesjährigen Ausnahmeregel die nur Aufstiege, aber keine Abstiege ermöglichte. Insofern wird die Saison 2021 eine besondere, da wir einige Ligen "bereinigen" müssen. Die Hessenliga der Herren wird zum Beispiel in zwei 6er-Gruppen gespielt mit Playoffs und Playdowns. Hier hat sich der Sportausschuss darauf verständigt, diesen Modus im Jahr 2021 zu testen und mindestens bis 2022 weiter zu führen.

Der Verband hat einige Neuerungen, wie zum Beispiel das LK-System 2.0, eingeführt. Wie kam es dazu?

Die Neuerungen beim LK-System sind ja keine rein hessische Neuerung. Diese gilt deutschlandweit und wurde vom Deutschen Tennis-Bund initiiert und soll das LK-System verbessern und attraktiver machen. Wir sind in einigen Bereichen etwas skeptisch, doch warten wir ab, wie die Spielerinnen und Spieler es annehmen.

Was gibt es zum Thema neuer Tennisball und der grüne Verband zu sagen?

An dem Thema der grüne Verband arbeiten wir bereits seit gut einem Jahr mit Hochdruck. Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, den hessischen Tennissport nachhaltiger zu machen und einen spürbaren Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz zu leisten. Der erste große Baustein dieses Konzepts ist die Einführung eines neuen Wettspielballs für die kommende Saison 2021. Wir werden in Hessen der erste Tennisverband sein, der mit dem "HTV Triniti Pro" einen ressourcenschonenden Ball mit einem einmaligen Recyclingkonzept einführen wird. Der ITF-lizensierte, druckgefüllte Ball bietet die perfekte Kombination aus innovativer Balltechnologie, hohem Spielkomfort und einzigartiger, umweltschonender Papierverpackung. Auf diese Entwicklung sind wir sehr stolz, auch weil wir wieder Vorbild und Vorreiter unter den Verbänden sind.

Hat der Verband auch einen Plan B in der Schublade, falls die Corona-Pandemie die Tennisspieler in der Saison 2021 massiv beeinträchtigen wird?

Das Team des Hessischen Tennis-Verbandes hat in diesem Jahr recht eindrucksvoll unter Beweis gestellt, wie schnell es auf geänderte Rahmenbedingungen und Verschiebungen reagieren kann. Insofern haben wir aktuell keinen echten Plan B in der Schublade, sind aber dennoch in der Lage, schnell auf etwaige Beeinträchtigungen reagieren zu können. Daher ist mir hier nicht bange, wobei ich sehr darauf hoffe, dass wir die Corona-Pandemie bis zum Frühjahr wieder unter Kontrolle haben und eine wunderbare Teamtennis-Saison 2021 spielen werden. FOTO: PRIVAT

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