In acht Zonen können 800 Zuschauer untergebracht werden. FOTO: PIETH
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In acht Zonen können 800 Zuschauer untergebracht werden. FOTO: PIETH

HSG Wetzlar / RSV Lahn-Dill

71 - 8 - 800

  • Daniela Pieth
    vonDaniela Pieth
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71 - 8 - 800 - so lauten die Eckdaten, die es den Handballern der HSG Wetzlar und den Rollstuhlbasketballern des RSV Lahn-Dill erlauben, mit Zuschauern ihre Bundesligaspiele zu bestreiten.

Gemeinsam mit Gesundheitsamt und Corona-Krisenstab des Landkreises haben der Betreiber Arenakonzept GmbH sowie die HSG Wetzlar und der RSV Lahn-Dill ein 71-seitiges Hygienekonzept vorgelegt, das es den beiden langjährigen Erstligisten erlaubt, mit bis zu 800 Zuschauern in die Spielzeit 2020/2021 zu starten. Die Arena wird dafür in 8 Sektoren aufgeteilt, in denen jeweils etwa 100 Zuschauer bei den Heimspielen "unter sich" bleiben und mit den geltenden Abstandsregeln die Spiele ihrer Mannschaften verfolgen können.

Am Montag wurde die bereits in unserer Samstagausgabe veröffentlichte Nachricht von den beiden Geschäftsführern Björn Seipp (HSG) und Andreas Joneck (RSV) zusammen mit Landrat Wolfgang Schuster, Wetzlars Oberbürgermeister Manfred Wagner, Gesundheitsamtsleiterin Dr. Gisela Ballmann und dem Leiter des Krisenstabes beim Landkreis, Reinhardt Strack-Schmalor, verkündet. Ein Lichtblick für Spieler, Trainer, Sponsoren, Fans und die Clubs, die seit rund einem halben Jahr auf Eis gelegt waren und in der Hoffnung auf Normalisierung im Profisport ausharren mussten.

"Wir sehen, dass die Gesellschaft unglaublich belastet ist", erklärte Landrat Schuster. "Wir wollen so viel wie möglich gesellschaftliches Leben zulassen und gesellschaftliches Leben ist auch Sport. Wir haben dieses Hygienekonzept auf Herz und Nieren geprüft und sind zu dem Schluss gekommen - das geht, wir genehmigen das auf Sicht, von Woche zu Woche, von Spieltag auf Spieltag." Entscheidend für die zugelassene Zahl an Zuschauern ist die Inzidenz im Landkreis. Inzidenz beschreibt die in einem bestimmten Zeitraum neu aufgetretene Anzahl an Krankheitsfällen pro 100 000 Einwohner. Diese lag am Montag bei fünf, sollte sie steigen, ist eine Reduzierung der Zuschauerzahl jederzeit möglich.

Oberbürgermeister Wagner stellte heraus, dass beide Vereine ein Aushängeschild der Stadt Wetzlar sind, die es gilt, zu erhalten. Unabdingbar dafür ist die Disziplin von allen, die den Sport wieder erlebbar machen und erleben wollen. "Wir alle müssen verantwortlich mit dieser Situation umgehen und dieses Haus bietet die Möglichkeiten dafür, dass Profisport in unserer Stadt stattfinden kann." Die Mitarbeiter der Arenabetreiber haben hierfür ein Sitzplatz- und Zuwegekonzept erarbeitet, das die Halle in acht Bereiche einteilt, die völlig autark zu betrachten sind, inklusive Toiletten, Bewirtung, Sicherheits- und Reinigungspersonal. "Dieses Hygienekonzept wird uns sowohl finanziell als auch logistisch einiges abverlangen", erklärte Joneck. "Wir brauchen aber diesen Anfang, um Schritt für Schritt in die Normalität zurückzukehren. Es ist elementar wichtig, dass wir mit Zuschauern in die Saison starten, auch wenn die Besucherzahl noch nicht die ist, die wir uns wünschen." "Der heutige Tag gibt uns jede Menge Kraft", ergänzte Seipp und richtete gleichzeitig einen Appell an die Fans. "Es war für uns elementar, diese Genehmigung zu bekommen, denn Profisport ohne Zuschauer ist nichts. Wir haben hier einen großen Vertrauensvorschuss von behördlicher Seite erhalten und wollen bzw. müssen diesem auch gerecht werden, wenn wir in dieser Pandemie langfristig vor Zuschauern spielen und die Besucherzahl weiter ausweiten möchten."

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