LTi 46ers wollen mit Fans im Rücken Sieg einfahren

(gae) Für die LTi Gießen 46ers steht am Samstag ein bedeutsames Heimspiel im Kampf um den Klassenerhalt in der Basketball-Bundesliga an. Der Tabellen-15. erwartet um 20 Uhr in der Sporthalle Ost die um den Playoff-Einzug kämpfenden Ewe Baskets Oldenburg. Mit den Fans im Rücken wollen die LTi 46ers den Sieg einfahren.

Iniesta zu Xavi, Xavi zu Messi, Messi zu Iniesta, und das Ganze noch dreimal wiederholt, bis Messi frei vor dem Tor steht und den Ball ins Netz schiebt. Der amtierende Champions-League-Sieger FC Barcelona ist im Fußball bekannt für sein Kurzpassspiel, für seine Disziplin und Selbstlosigkeit. Die Basketballer der LTi Gießen 46ers haben sich in einem Video-Zusammenschnitt die besten Szenen der spanischen Ausnahmemannschaft angesehen. Ihnen sollte vor dem ersten der sechs »Endspiele« um den Bundesliga-Klassenerhalt noch einmal die enorme Bedeutung des Miteinanders und der Uneigennützigkeit vor Augen geführt werden, damit spätestens am 28. April das Ziel Ligaverbleib unter Dach und Fach gebracht wird.

LTi-46ers-Trainer Björn Harmsen hat die zweiwöchige Spielpause genutzt, um sein Team nach der bitteren Niederlage beim Tabellenletzten BG Göttingen körperlich wie mental auf die sicher nervenaufreibenden schwierigen Wochen bis zum Hauptrundenende vorzubereiten. Am Samstag um 20 Uhr in der Osthalle gegen die um den Playoff-Einzug kämpfenden Ewe Baskets Oldenburg soll nun der Befreiungsschlag folgen und der innigst herbeigesehnte Heimsieg eingefahren werden.

Die Voraussetzungen dafür scheinen gut, denn wie Harmsen mitteilte »ist die Stimmung in der Mannschaft sehr gut«. Und Center Robert Oehle fügte an: »Jeder ist sich im Team der prekären Situation bewusst«. Zudem hat die letzte Woche ins Leben gerufene Fan-Kampagne »Ihr für uns, wir für euch« für zusätzlichen Schub gesorgt. LTi-46ers-Pressesprecher Matthias Lehmann sprach diesbezüglich von einer »großen Resonanz«. Ob die LTi Gießen 46ers aber in ausverkaufter Osthalle spielen werden, konnte er am Donnerstagvormittag noch nicht bestätigen.

Für Harmsen spielen gerade die Zuschauer eine ganz wichtige Rolle. Von ihnen erhofft sich der 29-Jährige, dass sie mit ihrer Unterstützung für die nötige Extra-Energie bei seinen Spielern sorgen. Als Beispiel führte der Coach die Heimbegegnung gegen Bayern München an, als das Publikum wie eine Wand hinter der Mannschaft stand und somit bei den Protagonisten Extrakräfte freisetzte. Szenen dieser von hoher Intensität geprägten Partie bekam die Gießener Mannschaft vorgespielt, um ihr zu verdeutlichen, welche Wirkung eine aggressive Verteidigung auf die Fans haben kann. »Wenn die Zuschauer sehen, dass wir auf dem Feld ackern und uns nach jedem Ball werfen, honorieren sie das«, so Harmsen.

Der Schlüssel zum Sieg liegt eindeutig in der Defensive. Gelingt es den LTi 46ers, den qualitativ besseren Oldenburger Einzelspielern den Rhythmus zu nehmen und sie zum Teamspiel zu zwingen, wäre dies ein großer Schritt in Richtung Heimerfolg. Schon im Hinrundenspiel, das 84:63 für die Niedersachsen endete, waren es letztlich erfolgreiche Einzelaktionen von Aufbauspieler und BBL-Topscorer Bobby Brown, Flügel Rickey Paulding, dem in Gießen bestens bekannten Center Adam Chubb und Powerforward Ronald Burrell, die den Unterschied ausmachten. Durchaus hilfreich dürfte für die LTi Gießen 46ers bei der »Mission Heimsieg« sein, dass Letztgenannter aufgrund einer Tätlichkeit eine Sperre bis zum 7. April absitzen muss und daher nicht zum Einsatz kommt. »Der hat uns in Oldenburg wehgetan«, erinnert sich Oehle, dem bewusst ist, dass der Ausfall von Burrell eine für die Oldenburger nicht einfach zu schließende Lücke hinterlässt.

Indes fordert Harmsen von seinem Team, das aufgrund der Mittwoch-Niederlage von Hagen in Berlin und dem dadurch in Kraft gesetzten momentan besseren direkten Vergleich zwischen den punktgleichen Gießenern, Hagenern und Ludwigsburgern (alle 16:40 Punkte nach 28 Spielen) von einem Abstiegsplatz auf Rang 15 kletterte, ein Verteidigungsverhalten wie lange Zeit in der Begegnung gegen die Bayern. »Wir müssen versuchen, Oldenburg unter 70 Punkten zu halten. Dann haben wir eine Chance«, konstatiert Harmsen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare