Cameron Wells (rotes Trikot).
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Cameron Wells (rotes Trikot).

46ers im Vergleich mit Heidelberg: Eins gegen eins

(mv) Vor dem Playoff-Auftakt für die Gießen 46ers am Samstag in der Basketball-Pro A setzen wir zum Vergleich an. Mit dem Kontrahenten aus Heidelberg. Mann gegen Mann.

Wenn die Gießen 46ers ab Samstag (20 Uhr, Osthalle) auf die Academics Heidelberg treffen, stehen mindestens drei und bis zu fünf hart umkämpfte Spiele im Playoff-Viertelfinale der zweiten Basketball-Bundesliga an. Wir stellen die Teams gegenüber, die nicht so bekannten Heidelberger zuerst genannt.

Duell auf der Eins / Marco Grimaldi – Cameron Wells: Auf der Königsposition können sowohl die Heidelberger als auch die 46ers auf viel Qualität und Bundesligaerfahrung setzen: Grimadi führte noch in der letzten Saison die BG Göttingen souverän in die erste Liga und stürzte sein aktuelles Team in eine kleine Krise, als er mehrere Wochen verletzungsbedingt ausfiel. Mit viel Übersicht ausgestattet, ist der 31-Jährige ein echter Anführer, der seine Mannschaft auf ein anderes Niveau hebt. Schwächen hat Grimaldi dagegen im Distanzwurf: Nur knapp über 28 Prozent seiner Dreier versenkt Heidelbergs Aufbauspieler.

Mit Cameron Wells steht ihm einer der Gießener Topspieler gegenüber: Der Texaner hat sich im Saisonverlauf immer weiter gesteigert und ist am Saisonende unstreitig einer der besten Pointguards der ProA gewesen. Allerdings hängt ihm immer noch die Knieverletzung nach, die ihn in der letzten Saison außer Gefecht gesetzt hat – wie gut kommt er mit der engeren Taktung der Spiele in den Playoffs zurecht?

Duell auf der Zwei / Brad Tinsley – TJ DiLeo: Eines der Schlüsselduelle der gesamten Serie: Tinsley schloss die Hauptrunde mit einem Punkteschnitt von mehr als 17 Zählern pro Spiel ab, was ihn zu drittbesten Scorer der ProA machte. Der 1,91 Meter große US-Amerikaner kann sowohl zum Korb ziehen als auch von außen treffen, konnte aber von der Gießener Defense in beiden bisherigen Duellen gut kontrolliert werden.

Auch ein Verdienst von TJ DiLeo: über Gießens Edelverteidiger müssen kaum noch Worte verloren werden, denn die Kunde von der Vielseitigkeit des 46ers-Kapitäns ist inzwischen sogar bis zu Bundestrainer Chris Fleming vorgedrungen. Starker Verteidiger sowohl im Eins-gegen-Eins als auch im Team, bereit, sich für den Mannschaftserfolg unterzuordnen und fast nie mit falschen Entscheidungen – DiLeo ist Gießens Herzstück und der wohl beste Deutsche der Liga.

Duell auf der Drei / Kelvin Martin – Yorman Polas Bartolo: Mit dem sprunggewaltigen US-Amerikaner und dem Kubaner stehen sich die beiden besten Balldiebe der ProA-Saison gegenüber: Während Gießens Nummer 10 2,2 Bälle im Schnitt klaute, kam Martin auf 0,1 Steals weniger im Schnitt. In Sachen Athletik ist der Heidelberger seinem Gegenüber noch einmal überlegen und schließt gerne spektakulär per Dunk ab – Björn Schoo, den Martin im Hinspiel überdunkte, weiß, davon ein Lied zu singen.

Polas Bartolo ist dem Amerikaner dagegen in der Verteidigung etwas überlegen: Nicht nur verzeichnet der Kubaner mehr Steals, auch im Mannschaftsgefüge verteidigt er besser.

Duell auf der Vier / Jack Eggleston – Benjamin Lischka: Bei seiner letzten Station Leverkusen war Eggleston der absolute Topspieler, in Heidelberg musste er sich zunächst an das Spiel von Trainer Frenkie Ignjatovic gewöhnen. Das klappt immer besser, inzwischen ist Eggleston ein wichtiger Faktor im Spiel der Academics. Der Powerforward kann auch von Außen treffen, hat flinke Hände und passt für einen Big Man durchaus ordentlich. Manchmal allerdings in der Defense nicht ganz aufmerksam.

Benjamin Lischka hat ähnliche Anlagen wie Eggleston: Auch er kann sowohl am Brett wie auch von außen abschließen, verteidigt ordentlich, doch Lischka muss vor allem seinen eigenen Kopf kontrollieren: Mit Undiszipliniertheiten kann der "Heißsporn" seinem Team immer wieder schaden.

Duell auf der Fünf / Waverly Austin – Björn Schoo: Zwei Center der alten Schule treffen unter dem Brett aufeinander: Der Deutsch-Amerikaner Austin ist in seiner ersten Profisaison und bringt mit 2,11 Metern Gardemaß mit. Gelingt es, ihn aus der Zone wegzuhalten, verliert der Absolvent der University of Oregon sowohl offensiv wie defensiv viel seiner Wirkungskraft.

Das muss die Aufgabe für Björn Schoo sein: Der erfahrenste Mann im 46ers-Kader kann hierfür vor allem seinen starken Mitteldistanzwurf nutzen und seine 2,13 Meter Körperlänge effektiv gegen seinen jüngeren Konkurrenten einsetzen.

Die Bankspieler: Die Gießener Rotation ist tiefer als jene der Badener, doch mit Nico Adamczak und Nils Menck stehen Heidelbergs Trainer Ignjatovic zwei ProA-erfahrene Deutsche zur Verfügung, die von den 46ers erst einmal kontrolliert werden müssen. Zudem könnte mit Ahmad Smith einer der besten Allrounder der Liga ins Geschehen eingreifen. Die Qualität liegt jedoch bei Gießen insgesamt etwas höher: Mit Achmadschah Zazai und Eric Palm sitzen zu Spielbeginn meist zwei Akteure auf der Bank, die bei den meisten ProA-Teams in der ersten Fünf stehen würden.

Fraglich ist allerdings, ob Andre Marhold zur Verfügung stehen wird, ansonsten könnte viel Verantwortung auf Jonathan Malu lasten.

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