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In Rage: Gießens Headcoach Denis Wucherer warnt vor Cuxhaven. (Foto: Friedrich)

46ers-Trainer Wucherer warnt vor dem Schlusslicht

(mv) Das böse Wort "Pflichtsieg" steht im Raum, wenn die Gießen 46ers am Samstag (18 Uhr) bei den Cuxhaven BasCats antreten müssen, denn beim Tabellenletzten der zweiten Basketball-Bundesliga gibt es für die zweitplatzierten Gießener nur wenig zu gewinnen, aber viel zu verlieren.

Wie schon in den letzten Partien gegen Kirchheim und Gotha ist die Lage auf den deutschen Positionen angespannt: "TJ DiLeo wird wieder viel Arbeit vor sich haben", kündigte 46ers-Coach Denis Wucherer dem Flügelspieler, der gegen Gotha die kompletten 40 Minuten auf dem Parkett stand, einen weiteren langen Arbeitstag an. Während Besnik Bekteshi mit seinen Patellasehnenproblemen definitiv ausfällt, setzt Wucherer ganz leichte Hoffnungen in eine Rückkehr des von Fersenproblemen geplagten Benjamin Lischka: "Er wird aller Voraussicht nach am Freitag ins Training einsteigen. Inwieweit ›Benni" am Samstag spielen kann, wissen wir aber nicht." Einzig die Rückkehr von Jonathan Malu, der nach seiner Zahnentzündung schon im letzten Heimspiel gegen Gotha wieder auf dem Parkett stand und in dieser Woche im normalen Umfang trainieren konnte, kann definitiv als positive Nachricht vermeldet werden.

Cuxhaven steht mit gerade einmal drei mageren Siegen im Tabellenkeller, punktgleich mit dem Team Ehingen/Urspring vor ihnen und trägt schon seit Wochen die rote Laterne des schlechtesten Teams der Liga. Kein Wunder: Die Niedersachsen stellen die schlechteste Offense der Pro A, erzielen gerade einmal 67 Punkte pro Spiel. Dazu kommt die zweitschwächste Verteidigung der Liga, die gut 83 Gegenpunkte im Schnitt zulässt, die schlechteste Freiwurfquote (unterirdische 63 Prozent), die zweitwenigsten Rebounds (allerdings nur knapp hinter den 46ers) und die drittmeisten Ballverluste der Liga.

Doch die Katzen von der Küste haben in den letzten Wochen einiges getan, um sich gegen den Fall in die Pro B zu wehren: Mit Moris Hadzija steht seit der Weihnachtspause ein neuer Trainer an der Seitenlinie, und mit ihren Neuverpflichtungen Brandon Johnson und Dwight McCombs hat die Mannschaft mehr Sicherheit erhalten; konnte sogar BBL-Absteiger Rasta Vechta bezwingen – bereits zum zweiten Mal in dieser Saison.

Guard Johnson, der 2012 in den USA eine sechsmonatige Freiheitsstrafe wegen Spielmanipulation absitzen musste (die AZ berichtete), erzielte in seinen beiden Spielen im BasCats-Dress mehr als 21 Zähler pro Spiel und ist damit der einzige Spieler neben Forward Bill Borekambi, der auf einen zweistelligen Punktewert im Schnitt kommt. McCombs kam bei seinem Debüt immerhin auf sieben Zähler und sechs eingesammelte Rebounds, netzte allerdings auch nur einen seiner sechs Freiwurfversuche ein.

Wucherer warnt seine Spieler jedoch vor dem Gegner: "Wer sich am Tabellenplatz der Cuxhavener orientiert, macht einen großen Fehler, denn sie spielen derzeit alles andere als ein Absteiger, sind gefährlich, tief besetzt und agieren mit viel Leidenschaft und Energie. Cuxhaven fühlt sich gut, sie haben das letzte Heimspiel gewonnen, auch in Jena lange mitgehalten und holen nun gegen eine Mannschaft, die oben steht, zum ganz großen Schlag aus", meint der Coach der 46ers und erwartet ein Duell, dass "mindestens so hart wird, wie die Partie gegen Gotha". Von einem Selbstläufer will Gießens Trainer also nichts wissen, doch die Favoritenrolle müssen sich die Gießener anheften lassen.

Und auch, wenn schon allein das Wort "Pflichtsieg" beim 123-fachen Nationalspieler Wucherer für einen unangenehmen Geschmack im Mund sorgt – wenn die 46ers mit einem ebensolchen von der Küste zurückkehren, wird auch der Coach seinen Frieden damit machen.

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