Eingeschlagen: Gießens Center Gabriel Olaseni schließt bei der 79:88-Niederlage gegen die Baskets Oldenburg spektakulär ab.	(Foto: Friedrich)
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Eingeschlagen: Gießens Center Gabriel Olaseni schließt bei der 79:88-Niederlage gegen die Baskets Oldenburg spektakulär ab. (Foto: Friedrich)

46ers-Tank am Ende leer

(mv) Mit einer Niederlage verabschieden sich die Gießen 46ers aus dem Basketball-Jahr 2015: Gegen die Baskets Oldenburg gab es einen Tag vor Silvester ein 79:88 (38:45). Die personell geschwächten Mittelhessen versuchten vor ausverkauftem Haus in der Osthalle zwar alles, scheiterten aber an ihrer eigenen Fehlerquote und gut aufgelegten Gästen.

Schon vor dem Tipoff gab es schlechte Nachrichten für Gießens Trainer Denis Wucherer: Nach Eric James Palm (Fußverletzung) meldete sich auch Nationalspieler Karsten Tadda für die Partie ab: »Karsten ist am Vortag mit Björn Schoo im Training unglücklich zusammengeprallt. Wir hoffen, dass er am Samstag in Göttingen wieder mit dabei ist.« Damit verkürzte sich die Rotation der Gießener auf den kleinen Positionen noch einmal – und das nur drei Tage nach dem kräftezehrenden Spiel in Bonn.

Die 46ers starteten vor 3752 Zuschauern (ausverkauft) dennoch frech in die Partie, wollten sich den favorisierten Niedersachsen von Anfang an als ebenbürtiger Gegner präsentieren: Ob per Dunk von Center Gabriel Olaseni oder Dreier von Yorman Polas Bartolo – Gießen spielte frisch auf, fand die Lücken in der Verteidigung und ließ von einem Klassenunterschied nichts spüren.

Auf der anderen Seite war Brian Qvale aber von keinem Gießener in den Griff zu kriegen: Der Center, vor zwei Jahren in Bayreuth schon einmal in der BBL aktiv, konnte sich unter dem Korb immer wieder gegen seine Kontrahenten durchsetzen, traf entweder direkt am Brett oder aus der Mitteldistanz und konnte bereits zur Pause elf Punkte auf seinem Konto verbuchen. Zu diesem Zeitpunkt hatten die 46ers einen zwischenzeitlichen Zwölf-Punkte-Rückstand schon wieder verkürzt: Vor allem dann, wenn in der Verteidigung »geswitcht«, also der Gegenspieler getauscht wurde, gerieten Braydon Hobbs und Kollegen oftmals in unvorteilhafte Duelle, aus denen die Gäste immer wieder Punkte generierten. Zudem fehlte den Gießenern oftmals der Zugriff auf den Rebound: Qvale, Robin Smeulders und BBL-Urgestein Rickey Paulding fischten sich deutlich effektiver die Fehlwürfe vom Brett als ihre Gegenüber in den rot-schwarzen Trikots.

Länger als sonst verweilten die Gießener in der Kabine, machten sich heiß und kamen hochmotiviert aus der Pause. Das Problem nur: Die Oldenburger konnten auf ihre gute Leistung in der ersten Hälfte noch einmal eine Schippe drauflegen. Die Gießener verloren immer wieder Bälle auf dem Weg zum Korb, während die Gäste clever in den – oftmals zu offensichtlichen – Passwegen lauerten. Sieben Ballverluste gab es in den dritten zehn Minuten bei den 46ers, deutlich zu viele. Nun war auch zu spüren, dass die Gäste, anders als die Hausherren, drei Tage zuvor kein Spiel absolvieren mussten, die Wucherer-Truppe wirkte müde.

Zwar gaben die Gießener alles, spielten auch im Schlussabschnitt mit Herz, teilweise auch mit einer kraftraubenden Ganzfeldpresse, und kämpften sich immer wieder an die Oldenburger heran, doch die mit einer tiefen Bank gesegneten Baskets konnten die Attacken der Gießen 46ers ein ums andere Mal abwehren und am Ende die Punkte einfahren.

»Ich denke, wir haben von Anfang an mit unserer Defense die Gießener Stärken kontrolliert und das ganze Spiel die Intensität und die Energie im Spiel angegeben – das war für mich ausschlaggebend«, sah Gästetrainer Mladen Drijencic die Gründe vor allem im mentalen Bereich. »Ich glaube, man hat gesehen, dass eine Mannschaft heute mehr Energie hatte, und meine eben nicht. Wenn man so einen Spieltag macht, muss man dafür sorgen, dass auch alle Mannschaften spielen«, grummelte sein Gegenüber Wucherer dagegen in der Pressekonferenz in Richtung der Ligaleitung. »Ich kann meinen Jungs keinen Vorwurf machen – hätte Oldenburg vor drei Tagen gespielt, wäre das ein Spiel auf Augenhöhe und 40 Minuten spannend gewesen.«

Gießen 46ers: Wells (14), Hobbs (8), Olaseni (12), Braimoh (13), Polas Bartolo (13), Lischka (15), Wragge, Zazai (4), Schoo.

EWE Baskets Oldenburg: Paulding (18), Kramer (5), Qvale (18), Machado, Aleksandrov (10), Duggins (18), Schwethelm (8), Smeulders (6), Lockhart (3), Kramer (2).

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