LTi 46ers setzen Niederlagenserie fort

"Wir haben in der entscheidenden Phase völlig den Faden verloren", kommentierte Vladimir Bogojevic überraschend direkt die 65:81 (40:42)-Niederlage seiner LTi Gießen 46ers beim Mitteldeutschen BC in Weißenfels. Der Trainer sprach damit die Leistung seiner Mannschaft nach dem 59:62 in der 34. Spielminute an. Gerade noch hatte Elvir Ovcina nach Pass von Chase Griffin die Gäste aus Mittelhessen auf drei Punkte herangebracht und MBC-Trainer Björn Harmsen zu einer Auszeit gezwungen, da verschlief Zachery Peacock auf der Gegenseite seine Defensivaufgaben völlig und erlaubte Velimir Radinovic einen Dunking. Über diese Punkte zogen die Hausherren bis auf 59:70 davon, was die Vorentscheidung in dieser Partie bedeutete.

"Wir haben in der entscheidenden Phase völlig den Faden verloren", kommentierte Vladimir Bogojevic überraschend direkt die 65:81 (40:42)-Niederlage seiner LTi Gießen 46ers beim Mitteldeutschen BC in Weißenfels. Der Trainer sprach damit die Leistung seiner Mannschaft nach dem 59:62 in der 34. Spielminute an. Gerade noch hatte Elvir Ovcina nach Pass von Chase Griffin die Gäste aus Mittelhessen auf drei Punkte herangebracht und MBC-Trainer Björn Harmsen zu einer Auszeit gezwungen, da verschlief Zachery Peacock auf der Gegenseite seine Defensivaufgaben völlig und erlaubte Velimir Radinovic einen Dunking. Über diese Punkte zogen die Hausherren bis auf 59:70 davon, was die Vorentscheidung in dieser Partie bedeutete.

Damit setzten die Gießener ihre Niederlagenserie in der Basketball-Bundesliga fort, erhöhten sie auf neun Pleiten in Folge und haben nun nur noch zwei Punkte Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz. Bereits beim Betreten der Halle erlebte Bogojevic eine erste Überraschung, als die Gastgeber mit Richard Shields einen neuen Akteur aufboten, der vor Spielbeginn nirgendwo angekündigt war. Der Guard trat aber in der Partie dann kaum in Erscheinung.

Die Hauptakteure waren aber dennoch die kleinen Spieler der "Wölfe": Vor allem Kapitän Wayne Bernard begann die Partie sehr stark und zeigte immer wieder schmerzhaft die Probleme der LTi 46ers bei der Verteidigung von Distanzwürfen auf. Zur Halbzeit hatte der US-Amerikaner alle drei Würfe von der 6,75-Meter-Marke im Gießener Korb versenkt, am Ende war er mit 19 Punkten der beste Werfer im Trikot der Gastgeber. Sein Kollege Ronald Ross stand ihm mit 16 Punkten kaum nach - und das, obwohl Bogojevic vor der Partie genau vor ihm gewarnt hatte: "Es war unser Ziel, die einfachen Punkte im Fastbreak von Ross und Michael Jordan zu stoppen." Teilweise gelang das den Gießenern, immerhin warf Ross nur 38 Prozent aus dem Feld, dazu erzielte Jordan nur sieben Zähler, aber gerade diese Punkte kamen immer dann, wenn sie den LTi 46ers besonders weh taten: Ein Ross-Dreier zum 77:65 1:26 Minuten vor dem Schluss beendete alle Träume vom Ende der Negativserie.

Dabei gab es zuvor berechtigte Hoffnungen, einen Sieg feiern zu können: Gießen hielt gut mit, lag zwischenzeitlich nach einem Layup von Peacock nach Offensivrebound knapp in Führung (36:35, 19.), hatte zur Halbzeit noch ordentliche Wurfquoten aufzuweisen, lag bei den Rebounds mit 18:13 vorne und spielte als Mannschaft gut zusammen. Gerade aber am Brett taten sich dann nach der Pause wahre Abgründe auf: Immer wieder wurden den Gastgebern zweite Chancen ermöglicht, neun Offensivrebounds binnen 20 Minuten für den MBC sind indiskutabel - erst Recht, wenn man, wie die Gäste, in dieser Zeit keinen eigenen Fehlwurf mehr einsammeln kann. Ebensowenig gelang es die Ballverluste, die bereits am Sonntag in Trier einer der Hauptgründe für die Niederlage waren, zu reduzieren. Gestern standen nach Spielende wieder 18 Turnover für die Gießener zu Buche. Eine Zahl, die zu hoch ist, wenn man ein enges Spiel gewinnen will und muss. Auch die Freiwurfquote war mit 50 Prozent viel zu niedrig, vor allem aber gelang es den 46ers in der Schlussphase auch nicht mehr, überhaupt an die Freiwurflinie zu gelangen. Dort fehlte sicherlich auch die Kraft, wie auch Harmsen nach dem Spiel bemerkte: "Wir hatten mehr Kraft, da wir am Sonntag nicht gespielt haben, und auch keine zwei langen Auswärtsfahrten hinter uns, so wie Gießen.

Deswegen konnten wir 40 Minuten lang Druck machen, bis Gießen die Kräfte verließen, das war am Ende der entscheidene Punkt." Zudem, weil die Entlastung von der Bank nur spärlich kam: Weder Chase Griffin und Tyler Kepkay noch die lange Garde um Dirk Mädrich und Jannik Freese schaffte es dauerhaft, sich ohne Leistungsabfall in die Partie einzufinden.

Insgesamt zeigte die Gießener Mannschaft eine ähnliche Leistung wie in Trier - verbessert gegenüber den Spielen vor Weihnachten, aber noch weit davon entfernt, wieder so frisch und frei aufzuspielen wie noch zu Saisonbeginn.

Nach der Partie lobte Harmsen sein Gießener Gegenüber: "Aber die Mannschaft war gut eingestellt und motiviert. Es fiel uns zunächst schwer, unsere Reboundarbeit durchzuziehen. Gießen war für diese kurze Zeit sehr gut vorbereitet." Doch nach neun Niederlagen in Folge wird die Luft für Bogojevic dünner. Das Heimspiel am Sonntag gegen die Phoenix Hagen könnte für den 34-Jährigen bereits die letzte Partie an der Seitenlinie sein. Vorher, betonte 46ers-Geschäftsführer Christoph Syring nach dem MBC-Spiel noch einmal, werde aber keine Entscheidung über den Trainerposten fallen. Martin Vogel

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare