Monster-Dunk des überragenden Gabriel Olaseni. (Foto: mv)
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Monster-Dunk des überragenden Gabriel Olaseni. (Foto: mv)

46ers-Playoff-Traum lebt weiter

(mv) Die Osthalle war noch proppenvoll, doch die Spieler der Gießen 46ers interessierten sich nur für den Blick auf ihre Handys: Auf gleich mehreren Mobiltelefonen liefen Ticker und Livestreams von der Partie Würzburg gegen Bayern München. Als der knappe 93:89-Erfolg der Münchener feststand, war der Jubel fast so groß wie nach der Schlusssirene in Gießen einige Minuten zuvor, die den 74:66 (34:31)-Erfolg der 46ers über die BG Göttingen besiegelt hatte.

Denn beide Ergebnisse gemeinsam bedeuten: Der Playoff-Traum der Gießen 46ers, der eine Woche zuvor nach der Niederlage gegen Tübingen schon fast zu Grabe getragen worden war, lebt wieder! Mit einem Sieg über Alba Berlin am Sonntag (15 Uhr, Arena am Ostbahnhof Berlin) und einer zeitgleichen Niederlage der Würzburger gegen Göttingen würden die 46ers noch auf Rang acht rücken und sich ab kommender Woche mit dem amtierenden Meister aus Bamberg im Viertelfinale duellieren.

Eine eindrucksvolle Choreografie läutete den Abend angemessen ein: Der Fanblock versank in einem Meer roter Fahnen, aus denen sich überlebensgroße Bilder der Spieler erhoben – alles überstrahlt von einem Banner, das verkündete: "Gekommen und Geblieben" – die gestellten Aufgaben dieser Saison hat das Team schon lange erfüllt. Nun stand aber noch die Kür an: Unter den Augen der Neuzugänge Dwayne Evans und Marco Völler, die die Partie gebannt von der Tribüne aus verfolgten, zeigten die Gießener in den ersten Minuten, was in den vergangenen Monaten so viel Spaß an ihrem Spiel machte: Mit Leidenschaft, Einsatz und viel Tempo wirbelten sie die Niedersachsen in den ersten Minuten kräftig durcheinander, führten nach zehn Minuten mit 19:12 und lagen gefühlt in der mit 3752 Zuschauern ausverkauften Osthalle noch deutlich weiter in Führung.

Aber die um den Klassenerhalt kämpfenden "Veilchen" taten genau dies: Das Intensitätslevel der Mannschaft von Trainer Johan Roijakkers stieg deutlich an – und plötzlich lag die BG nach einem Dreier von Robert Kulawick mit 30:28 vorne. Mit einem kleinen Kraftakt bogen die 46ers in Person von Braydon Hobbs und Kapitän TJ DiLeo das Spiel bis zur Pause wieder um und lagen 34:31 vorne.

Nach dem Seitenwechsel hatte vor allem ein Spieler genug: Center Gabriel Olaseni schulterte sein Team nun, dunkte und hakenwarf sich durch die Zone und griff beim Rebound immer wieder beherzt zu. Langsam gelang es Gießen, sich abzusetzen. Am Ende siegten die 46ers jedoch souverän und verdient, bevor das Team sich nach dem gemeinsamen Handygucken zu einer Feierstunde mit den Fans verabschiedete – und alle gemeinsam hoffen sie, dass es noch nicht die letzte in dieser Spielzeit gewesen sein möge.

Gießen: Hobbs (18), Olaseni (17), Palm (9), Wells (7), Polas Bartolo (6), Wragge (5), DiLeo (4), Braimoh (4), Lischka (2), Tadda (2), Zazai, Schoo.

Göttingen: Hummer (19), Everett (16), Boykin (7), Kulawick (6), Spohr (5), Godbold (5), Schwarz (3), Kamp (3), Mönninghoff (2), Onwuegbuzie, Boakye.

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