Glückwunsch: 46ers-Spielmacher Cameron Wells (r.) gratuliert Eric James Palm, der beim 90:81-Coup in Ludwigsburg eine ganz starke Leistung abliefert. Links spendet Karsten Tadda Applaus an die in der Halle anwesenden Gießener Fans. (Eibner-Pressefoto)
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Glückwunsch: 46ers-Spielmacher Cameron Wells (r.) gratuliert Eric James Palm, der beim 90:81-Coup in Ludwigsburg eine ganz starke Leistung abliefert. Links spendet Karsten Tadda Applaus an die in der Halle anwesenden Gießener Fans. (Eibner-Pressefoto)

46ers-Playoff-Traum lebt noch

(luk) Auf den Tag genau ein Jahr nach dem furiosen Aufstieg in Nürnberg haben die Gießen 46ers noch einmal eindrucksvoll bewiesen, welch starke Saison sie in der BBL spielen. In Ludwigsburg gewann die Wucherer-Truppe mit 90:81 und hielt ihren Playoff-Traum am Leben.

Es bewahrheitete sich einmal mehr, dass die Mannschaft von Cheftrainer Denis Wucherer, der nach dem Spiel vor Stolz auf seine Mannschaft beinahe platzte, in dieser Spielzeit in der Basketball-Bundesliga einfach nicht öfter als zweimal am Stück verlieren kann. Nach den Pleiten in Ulm und gegen Tübingen sendeten die Mittelhessen mit dem 90:81 (37:45)-Auswärtscoup bei einem Topteam der Liga ein dickes Ausrufezeichen nach Würzburg, die zeitgleich in Bayreuth mit 74:81 unterlagen und nur noch zwei Zähler (plus direkten Vergleich) vor den Mittelhessen liegen.

Danach sah es zu Beginn nicht aus. Wie schon gegen Tübingen hatten die Gießener massive Probleme mit der Verteidigung eines Spielers. Royce O’Neal traf aus allen Lagen, erzielte die ersten zehn Zähler seiner Mannschaft und hatte erheblichen Anteil daran, dass Wucherer seine Mannen beim Stand von 4:15 zur ersten Besprechung bat. Dies machte sich bemerkbar, denn nun stellten die Gießener ihre Gefährlichkeit aus der Distanz unter Beweis. Ob Ethan Wragge, Eric James Palm, TJ DiLeo oder Braydon Hobbs – alle trafen von jenseits der 6,75-Meter-Linie und sorgten dafür, dass die Mittelhessen nach zehn Minuten plötzlich mit 24:18 führten.

Zu Beginn der zweiten zehn Minuten brachte sich O’Neal mit einem Distanztreffer wieder in Erinnerung. Gießen hatte wieder mehr Probleme gegen die gewohnt körperlich spielenden Gastgeber. Nach Zählern von Boone stibitzte Rocky Trice den schlampigen Einwurf von Olaseni und zwang Wucherer beim Stand von 33:28 für die Hausherren zur nächsten Auszeit. Zur Pause lagen die Riesen mit 45:37 in Front.

Nach dem Seitenwechsel hielten die Patrick-Mannen die Gäste beständig auf Distanz, ehe die große Stunde von Scharfschütze Palm schlug. Ein Vierpunktspiel läutete eine Serie von neun Zähler in Serie für den emotionalen Leader der 46ers ein, an dessen Ende Gießen mit einer 67:65-Führung ins letzte Viertel ging. "Durch unser tolles Teamspiel haben wir immer unsere Würfe gefunden – und so war auch mein Job leichter. Wir haben hart gearbeitet und uns diesen Sieg verdient", strahlte Palm, nach dem er und seine Teamkollegen sich von den gut 60 mitgereisten Fans im Block hochleben ließen.

Im letzten Viertel agierte Gießen äußerst clever, arbeitete in der Manndeckung gut und schaltete in der Transition-Offense fix um. Nach tollen Anspielen von DiLeo schraubten Polas und Olaseni die Führung auf 76:71. Der Mannschaft von John Patrick fiel nichts mehr ein, um die 46ers in Verlegenheit zu bringen. O’Neal war abgetaucht, und auch ansonsten kamen die Schwaben nicht zu guten Abschlüssen. Ganz im Gegenteil zu den Gießenern, die teilweise Teambasketball aus dem Lehrbuch zelebrierten und immer wieder aus der Distanz erfolgreich waren. Starke 13 Dreier bei nur 24 Versuchen sowie einer nervenstarken Performance von der Freiwurflinie besiegelten den so verdienten wie auch überraschenden Erfolg.

"Wichtig ist, dass jeder einzelne seinen Teil zum Erfolg beiträgt. Das hat hervorragend geklappt. Wir haben gezeigt, dass wir diesen Playofftraum noch in uns haben. Dieses Team ist der Wahnsinn", frohlockte der gut aufgelegte Achmadschah Zazai von einem möglichen Endspiel um die Playoffs in seiner Heimatstadt Berlin. Auch sein Übungsleiter war voll des Lobes: "Mein Stolz auf diese Jungs wird von Tag zu Tag größer.

Das war eine tolle Vorstellung bei einem Topteam. Die Jungs haben in Rückstand liegend das Hirn ausgeschaltet und einfach gespielt, das war stark."

MHP Riesen Ludwigsburg: Trice (13), Johnson (7), Brockman (8), O’Neale (22), McGray (2), Huff (11), Waleskowski, Boone (5), Loesing (8), Munoz (5), Armbrust, McNaughton.

Gießen 46ers: Olaseni (18), Braimoh (9), Tadda (2), Polas Bartolo (9), Wells (5), Hobbs (11), DiLeo (8), Palm (16), Wragge (6), Lischka, Zazai (6), Schoo.

Zuschauer: 4172.

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