LTi 46ers leisten sich 20 Ballverluste

Es war wie ein Sinnbild für das Spiel der LTi Gießen 46ers bei TBB Trier: Es waren nur noch knapp zehn Sekunden zu spielen, die 2495 Fans in der Arena Trier bejubelten schon ihre Mannschaft, die den Sieg bereits in der Tasche hatte - und Gießens Center Elvir Ovcina spielte den Ball an Zachery Peacock vorbei ins Aus. Es war der 20. und letzte Ballverlust, den die Mittelhessen sich beim 67:75 leisteten. Selten passte das geflügelte Wort vom "verschenkten Sieg" so gut wie am zweiten Weihnachtsfeiertag in der Moselstadt. Mit nunmehr acht Niederlagen in Folge ist der mittelhessische Traditionsverein nun endgültig wieder im Kampf um den Klassenerhalt in der Basketball-Bundesliga angekommen.

Es war wie ein Sinnbild für das Spiel der LTi Gießen 46ers bei TBB Trier: Es waren nur noch knapp zehn Sekunden zu spielen, die 2495 Fans in der Arena Trier bejubelten schon ihre Mannschaft, die den Sieg bereits in der Tasche hatte - und Gießens Center Elvir Ovcina spielte den Ball an Zachery Peacock vorbei ins Aus. Es war der 20. und letzte Ballverlust, den die Mittelhessen sich beim 67:75 leisteten. Selten passte das geflügelte Wort vom "verschenkten Sieg" so gut wie am zweiten Weihnachtsfeiertag in der Moselstadt. Mit nunmehr acht Niederlagen in Folge ist der mittelhessische Traditionsverein nun endgültig wieder im Kampf um den Klassenerhalt in der Basketball-Bundesliga angekommen.

Lichtblick war das Comeback von Anthony Smith nach fast zweimonatiger Verletzungspause: Der Flügelspieler stand direkt wieder in der ersten Fünf, für ihn rückte Chase Griffin auf die Bank.

Nach den ersten Punkten durch die Trierer war es dann eben jener Smith, dem Triers Trainer Henrik Rödl nach der Partie bescheinigte, "unglaublich gut zurückgekommen" zu sein von seiner Verletzung, der per Dreier das 3:5 aus Gießener Sicht erzielen konnte (3.). Doch nach diesem Anschlusstreffer mangelte es den LTi 46ers an Konzentration: Zunächst kassierte "Zack" Peacock sein zweites Foul, dann leistete sich Ryan Brooks gleich zwei Schrittfehler in kurzer Zeit. Nach dem 10:3 für die Hausherren sah sich Gießens Trainer Vladimir Bogojevic gezwungen, eine Auszeit zu nehmen. Nach einem weiteren Schrittfehler, dieses Mal durch Smith, und einem Offensivfoul von Dirk Mädrich hatten die Gäste aus Mittelhessen vier Ballverluste in nicht einmal fünf Minuten zu beklagen. Plötzlich lag Trier nach einem Dreier von Philip Zwiener anderthalb Minuten vor Ende mit zehn Punkten vorne. Das bewirkte nun eine Initialzündung: Durch zwei Smith-Dreier und einen Treffer von Peacock gelang Gießen ein 8:0-Lauf bis zum Viertelende (20:22).

Nach der ersten Pause ging das Spiel mit wilden Würfen auf beiden Seiten weiter, erst nach viereinhalb Minuten war es Chase Griffin vergönnt, die ersten Gießener Zähler des Viertels zu erzielen. Die 46ers-Verteidigung machte es den langen Trierer Spielern um George Evans allerdings in dieser Phase zu einfach, zu Punkten zu kommen, sodass sich Bogojevic einmal mehr zu einer Auszeit gezwungen sah. Während hinten nun auf eine Zonenverteidigung umgestellt wurde, gelang es Peacock und Elvir Ovcina, den Rückstand bis auf drei Punkte zu verkürzen (29:32, 18.). Kurz darauf gab der Erfolg dem bosnischen Center recht, als er sich der Aufforderung von Tyler Kepkay, das System "Horns" zu spielen, verweigerte und stattdessen den Ball am unteren Zonenrand bekam: Nach dem 35:37 durch Ovcina gab es auf der gegenüberliegenden Seite noch ein Highlight, als Brooks den Dreierversuch von Triers Barry Stewart auf die Bank der Hausherren schmetterte. Mit guten Wurfquoten, aber eben auch elf Ballverlusten ging es in die Halbzeitpause.

Der Seitenwechsel tat den Gießenern gut, bereits nach kurzer Zeit gelang Anthony Smith per Distanzwurf der 38:38-Ausgleich. Die Chance auf die Führung vereitelte allerdings einmal mehr ein Ballverlust: Nach einem Steal leistete sich Giorgi Gamqrelidze ein Offensivfoul im Fastbreak, sein viertes persönliches. Doch dann waren es ausgerechnet die einzigen drei Punkte, die Tyler Kepkay in dieser Partie erzielen sollte, die die erste Gießener Führung beim 45:44 in der 28. Minute herstellten. Nach Körben von Triers George Evans und Ovcina pfiffen die Referees allerdings ein höchst fragwürdiges unsportliches Foul gegen Dirk Mädrich, aus dem die Hausherren vier Punkte erzielen konnten. Smith sorgte aber mit vier Zählern in der Schlussminute für ein knappes 51:52 vor den letzten zehn Minuten.

Dort gelang zunächst Mädrich ein Korbleger, der wohl erst nach dem Ertönen der 24-Sekunden-Uhr seine Hand verließ, aber trotzdem gezählt wurde, doch wie zur Strafe musste der Powerforward kurz danach mit seinem fünften Foul auf der Bank Platz nehmen. Nach einem Dreier von Smith waren es dann einmal mehr zwei Turnover, die Gießen wieder in Rückstand brachten.

Beim Stand von 60:60 umklammerte dann wieder einer der Schiedsrichter sein Handgelenk, um ein unsportliches Foul anzuzeigen, dieses Mal gegen Ryan Brooks - und wieder waren nicht nur die Fans der 46ers verwundert, welche Unsportlichkeit die Referees dem US-Amerikaner attestiert haben wollten. In den Schlussminuten zwangen die LTi Gießen 46ers die Trierer nun immer wieder an die Freiwurflinie, doch die Mannschaft von Trainer Rödl gab sich keine Blöße und sicherte sich so den Sieg.

"Es war ein intensives Spiel, wir haben eine sehr nervöse Anfangsphase gehabt, und es hat gedauert, bis wir mit dem defensiven Druck der Trierer zurechtkamen", erklärte Cheftrainer Vladimir Bogojevic nach der Partie. "Ein Teil unserer Ballverluste, wie die zwei Schrittfehler von Ryan Brooks, waren ›Flüchtigkeitsfehler‹, aber über die meiste Zeit der Partie haben wir eine konzentrierte Leistung gezeigt.

Da die Offensivfouls auch in die Statistik zählen, ist sie auch etwas verfälscht", kommentierte Bogojevic die Anzahl der Turnover seiner Mannschaft, merkte aber auch an: "Fast alle Statistiken der Teams sind ausgeglichen, außer die Anzahl der Freiwürfe, obwohl beide Mannschaften ähnlich intensiv zu Werke gegangen sind."

Bereits am Mittwoch (19.30 Uhr) steht das nächste Spiel für die mit 10:20 Punkten auf Rang 15 platzierten LTi Gießen 46ers auf dem Plan, wenn es zum Mitteldeutschen BC geht. Auch für den Gießener Coach nach acht Niederlagen in Serie ein Schicksalsspiel: "Ich werde die Mannschaft so gut es geht auf das nächste Spiel einstellen. Aber was kommt, kommt."

Martin Vogel

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