46ers-Hoffnungsträger Jordan debütiert in Bayreuth

(gae) Michael-Hakim Jordan geht mit einem Zettel in der Hand die Grundlinie entlang. Der neue Spielmacher der LTi Gießen 46ers schaut dabei den Ausführungen seines Teamkollegen Tim Schwartz zu, der in Höhe der Freiwurflinie mit Füßen und Händen mögliche Lauf- und Passwege aufzeichnet. Gießens Headcoach Steven Key begleitet Jordan und erklärt unterstützend seiner neuen "Eins" die Angriffssysteme, die sich der 33-jährige US-Amerikaner einprägen muss. Die Vorbereitungen auf das bedeutsame Auswärtsspiel der LTi 46ers beim direkten BBL-Abstiegskonkurrenten BBC Bayreuth am Sonntag um 17 Uhr (live ab 16.55 Uhr im Webradio unter www.giessener-allgemeine.de/46ers-Radio) in der Oberfrankenhalle laufen auf Hochtouren.

Key misst der Partie ebenfalls Bedeutung zu, will aber nichts von einem "Vier-Punkte-Spiel" wissen. Für den Gießener Headcoach ist es zwar ein "important game", doch danach würden noch weitere wichtige 13 folgen. Es macht für ihn keinen Sinn, das Kellerduell 16. beim Vorletzten hochzustilisieren. Der Druck sei sowieso vorhanden - bei beiden Teams.

Natürlich rechnet Key, der an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrt, in der er in der Saison 1993/94 das Trikot von Steiner Bayreuth trug und an der Seite von Tim Nees, Derrick Taylor und Marc Suhr auf Korbjagd ging, mit einem Sieg in der Wagnerstadt. Die Elvir Ovcina, Chase Griffin, Zachery Peacock und Co. strotzen aber nach der 13 Spiele andauernden Niederlagenserie nicht gerade vor Selbstbewusstsein. Ihnen fehlt ein Erfolgserlebnis, das sie sich am Sonntag holen wollen.

Dass der Wunsch auch in Erfüllung geht, dafür sollen unter anderem die vor Kurzem nach Gießen gelotsten Neuverpflichtungen sorgen. Hatte Rückkehrer Maurice Jeffers bei der 75:87-Niederlage in Braunschweig noch mit leichten Anpassungsschwierigkeiten zu kämpfen, dürften die nach eineinhalb Wochen Training ausgeräumt sein. Ob indes der zweite Hoffnungsträger der Gießener mit den gleichen Problemen zu kämpfen hat, wird man am Sonntag sehen.

Key glaubt jedenfalls nicht daran. Für den 42-Jährigen bringt Jordan mehr Qualität in das Spiel der LTi 46ers. "Wenn er auf dem Feld steht, kommt der Ball im richtigen Moment zum richtgen Mann", lobt Key seinen Spielmacher unterschwellig. Zudem ist er begeistert von seiner Mannschaft, die sich in der sportlich schwierigen Situation gegenseitig helfen würde. "Sie hat Talent, das hat sie am Anfang der Saison bewiesen", will Key das Team zu diesen damaligen gezeigten Leistungen wieder hinführen. Das gehe aber nur Schritt für Schritt. Und den ersten in die richtige Richtung habe er schon in Braunschweig gesehen. Dort hat ihm der Teamgeist und der Kampfeswille imponiert, den seine Truppe an den Tag gelegt hat. Darauf lasse sich aufbauen.

Wer am Sonntag auflaufen wird, ist noch nicht 100-prozentig klar. Aufgrund der Ausländerreglung darf Key nur sieben einsetzen, sodass einer wohl oder übel auf der Tribüne Platz nehmen oder gar zu Hause bleiben muss. Giorgi Gamqrelidze dürfte diesbezüglich ein heißer Kandidat sein, vorausgesetzt, dass sich kein anderer verletzt oder krankheitsbedingt ausfällt. Beim Donnerstagtraining am Vormittag fehlten der am Rücken laborierende Center Elvir Ovcina und der grippegeschwächte Mathias Perl.

Ebenfalls mit personellen Problemen zu kämpfen haben die Bayreuther. Osvaldo Jeanty, in der letzten Saison noch für die LTi 46ers aktiv, musste sich am vergangenen Dienstag einer Schulter-OP unterziehen und fällt für den Rest der Saison aus. Um den freien Platz auf der Shootingguard-Position buhlen die Probespieler Drew Neitzel und Kammron Taylor. Einer von beiden wird sicher als Überraschungseffekt am Sonntag auflaufen. Ansonsten kann das Team von Trainer Andreas Wagner auf die in der BBL etablierten Brettspieler Koko Archibong und Jared Rainer sowie auf den wurf- und ziehfreudigen Backcourt mit Pete Campbell, Marcus Ginyard und Danny Gibson bauen.

Unterdessen können sich die 46ers-Fans bereits am heutigen Freitag ein Urteil über das frisch getunte Team bilden. Die LTi 46ers laden um 18 Uhr zum öffentlichen Training in die Sporthalle Ost ein, um den Anhängern Einblicke in den Übungsprozess zu gewähren. "Sie sollen sehen, wie wir arbeiten, und wir wollen sie näher an die Mannschaft bringen", erklärt Key. Dass die LTi Gießen 46ers noch näher an ihre Anhängerschaft heranrücken wollen, beweist das Sponsern von mindestens zwei Bussen und den dazugehörigen Eintrittskarten für die Partie am Sonntag in Bayreuth.

"Es ist schön, zurückzukommen. Wenn ich dann noch die Punkte mit nach Gießen nehmen kann, bin ich doppelt happy", sagt Key vor seiner Rückkunft in die Oberfrankenhalle und spricht somit sicher im Sinne der 46ers-Fans.

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