46ers in Gotha

(gae) Ein Cheftrainer, zwei Assistenten, ein Betreuer, ein Physio und zehn Spieler. Die Bedingungen am Donnerstag im Vormittagstraining der Gießen 46ers in den Rivers Barracks haben professionelle Züge angenommen. "Fast schon BBL-Züge", wie Denis Wucherer mit einem Schmunzeln ergänzte.

"Das hatten wir noch nie, das hat Spaß gemacht." Der Headcoach des mittelhessischen Basketball-Zweitligisten versprühte gute Laune. Zuvor hatte er mehrmals seine Jungs gelobt, die vor den Pressevertretern im Fünf-gegen-Fünf ordentlich Gas gaben. "Das sah doch ganz gut aus", sagte Kapitän Joshiko Saibou – und erhielt von den Kiebitzen ein bestätigendes Nicken.

Die 46ers sind heiß auf den Samstag-Gegner: Sie haben bei den Rockets aus Gotha (Sprungball um 19 Uhr) noch etwas aus dem Hinspiel in der Pro A gutzumachen. Damals, Mitte Dezember letzten Jahres, verspielten die Gießener in der Osthalle einen 17-Punkte-Vorsprung (66:49 in der 31. Minute) und mussten sich letztlich nach Verlängerung mit 89:91 geschlagen geben. "Solche dummen Fehler dürfen wir nicht noch einmal machen", erklärte Benjamin Lischka, der seit Wochen in bestechender Form ist und am vergangenen Samstag beim Heimsieg gegen Chemnitz mit 19 Punkten und 12 Rebounds eine Galavorstellung ablieferte. Bei der letzten Heimpartie des Jahres war es das eigene Unvermögen der 46ers, das schließlich zur unnötigen Niederlage geführt hatte.

Das soll sich am Samstag in der "Blauen Hölle", wie die 1500 Zuschauer fassende Spielstätte der Gothaer furchteregend genannt wird, nicht noch einmal wiederholen. Einen Schlüssel dafür sieht Wucherer, der zu Steven Key seit Mittwoch seinen Freund Craig Gilchrist zur Seite hat (der Südafrikaner ist für den Rest der Saison der neue Sportliche Berater), in der Kontrolle von Chase Griffin. Der Ex-Gießener in den Reihen der Thüringer ist mit Abstand der gefährlichste Spieler. Knapp 20 Punkte erzielt der Amerikaner im Schnitt und trifft dabei jeden zweiten Dreier. "Chase ist der Dreh- und Angelpunkt. Wenn in der Offensive nichts läuft, nimmt er sich den Ball. Er ist pfiffig und clever. Ein Scorer, der immer einen Weg zum Abschluss findet", beschrieb ihn Wucherer. Ihm müsse man die einfachen Sachen wegnehmen. "Er muss für seine Würfe hart arbeiten." Ein Augenmerk soll sein Team zudem auf Leo Niebuhr werfen. Der deutsche Powerforward zeigte besonders in der vergangenen Partie beim knappen 76:74 gegen die abstiegsbedrohten Karlsruher eine starke Leistung und markierte 20 Punkte beim dritten Sieg in Folge für die Rockets.

Daher rechnet auch Wucherer damit, auf einen selbstbewussten Gastgeber zu treffen, der trotz der kleinen Erfolgsserie mit 20 Punkten und Rang zehn noch nicht auf einem Playoff-Platz steht. Den nimmt aber seine Mannschaft ein, die vier Zähler mehr aufzuweisen hat und momentan nach 19 absolvierten Spielen auf Platz vier rangiert.

Ob Wucherer in Gotha auf Myles Hesson zurückgreifen kann, ist fraglich. Zwar trainierte der britische Nationalspieler gestern mit, er hielt sich aber sehr zurück. "Myles kann durchaus mitspielen, er macht das aber ohne Körperkontakt und nur mit einem Arm. Er geht noch nicht dorthin, wo es wehtut", konstatierte der Coach, der es Hesson überlässt, ob er spielt oder nicht.

Unterdessen wird Jonathan Malu immer besser in die Abläufe und Systeme integriert. Der 20-jährige 2,00-m-Mann, der erst letzten Donnerstag vom Bundesligisten Eisbären Bremerhaven nach Gießen gewechselt war und beim 80:71-Heimsieg gegen Chemnitz bereits ein ordentliches Debüt gefeiert hatte, erhielt von Cheftrainer Wucherer ein dickes Lob: "Er macht seine Sache gut. In der Defensive ist er sehr aktiv. Die Jungs spielen gerne mit ihm, da er harte Blocks stellt.

Er ist ein echter Arbeiter." Malu selbst freut sich auf seinen zweiten Auftritt im Dress der 46ers: "Ich möchte meinen Teil dazu beitragen und hoffe, dass wir in Gotha erfolgreich sind."

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