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Nachbehandlung durch Physio Lukas Lai nach einem lockerem Training von Achmadschah Zazai. (Foto: gae)

46ers in Essen: Zazai hat ein gutes Gefühl

Am Samstag gastieren die Gießen 46ers bei den Baskets Essen. Doch was macht den Gegner, das Team von Trainer Igor Krizanovic, aus? Und: Wie steht es um die Personalsituation der Mittelhessen?

(gae/mv). Achmadschah Zazai liegt auf der Liege und wird von Physiotherapeut und Athletiktrainer Lukas Lai behandelt, Besnik Bekteshi arbeitet im leichten Spreizschritt mit einem Gummiband. Der Rest der Gießen 46ers übt sich im Fünf-gegen-Fünf mit den Profis der Licher BasketBären.

Vier Trainer sind am Rande des Courts in Aktion, unterbrechen, geben Tipps oder fungieren als Schiedsrichter. Donnerstagvormittag in den Rivers Barracks, Trainingsalltag beim Basketball-Zweitligisten, der in der Pro A nach 19 Spieltagen 14 Siege auf den Buckel hat, deutlich auf Playoffkurs steuert und am Samstag um 19.30 Uhr beim Rangsiebten Baskets Essen gastiert.

Interessant ist es, Zazai zu beobachten. Seine Blicke gehen immer wieder in Richtung Basketball-Feld. Der neue Pointguard der 46ers begutachtet das Treiben seiner Kollegen mit Argusaugen, prägt sich deren Verhalten ein und fragt bei denen nach, die ausgewechselt werden, welches System gerade gespielt wurde. Typisch "Chacha", der am liebsten so schnell wie möglich selbst aktiv werden möchte.

Dazu bedarf es aber noch Zeit, denn nach seiner Operation am linken Fuß (Straffung der Bänder), die im November durchgeführt wurde und der sich eine Reha in Berlin anschloss, muss sich der 1,75-m-Guard noch in Geduld üben, bis er ins Mannschaftstraining einsteigen kann. Geht es nach ihm, soll das Anfang nächster Woche passieren. Man merkt förmlich, dass der gebürtige Berliner mit afghanischer Abstammung vor Tatendrang sprüht.

Den Medizincheck hat der 28-Jährige erfolgreich hinter sich gebracht, somit den Vertrag bis zum Saisonende in der Tasche, der sich von alleine verlängert, sollten die Gießen 46ers bereits in dieser Runde in die BBL aufsteigen. "Ich habe bei Gießen ein gutes Gefühl", sagt Zazai und gibt dabei einen Beweggrund preis, warum er an seine alte Wirkungsstätte zurückgekehrt ist, obwohl er durchaus bessere Angebote vorliegen hatte. Nach Essen werde der Pointguard nicht mitfahren, er habe in Berlin noch einige Dinge zu klären, das könne er am Wochenende gut erledigen, erläutert 46ers-Headcoach Denis Wucherer. Mit Zazai rechnet er – wie gesagt – Anfang nächster Woche. Ob es dann mit einem Einsatz gegen Leverkusen klappt, werde man sehen.

Gegen Essen ist der Trainer indes guter Dinge, dass Bekteshi (Patellasehnenentzündung) und der zuletzt an einer Fersenverletzung laborierende Benjamin Lischka einsetzbar sind – bei Bekteshi kann man wahrscheinlich mit Kurzeinsätzen planen. Bei der Mission "offene Rechnung aus dem Hinspiel begleichen" (78:80), kann er die Dienste der beiden durchaus gut gebrauchen.

Indes war der Ruhrgebietsklub, der in der vergangenen Saison in der ersten Playoffrunde der BG Göttingen ordentlich Paroli bot und dem späteren Meister der Pro A sogar – im Gegensatz zu den 46ers – ein Spiel abnehmen konnte, stark in die Spielzeit gestartet, hatte in den vergangenen Wochen allerdings keine leichte Zeit: Seit dem Jahreswechsel gab es drei Niederlagen in vier Spielen, neben den direkten Konkurrenten Hamburg und Gotha unterlag Essen auch den Chemnitz 99ers.

Insgesamt konnte das Team von der Emscher nur zweimal in den letzten sieben Partien das Parkett als Sieger verlassen. Allerdings dürften die 46ers gewarnt sein: Beide Siege feierte das Team von Trainer Igor Krizanovic vor eigenem Publikum in der Sporthalle "Am Hallo".

Dreh- und Angelpunkt der Schwarz-Weißen ist Aufbauspieler Chris Alexander, der mit 19,6 Punkten und fünf Vorlagen pro Partie der beste Scorer der Pro A und sechstbester Vorlagengeber der zweiten Liga ist. Schwachpunkt des 31-jährigen Amerikaners ist sein Wurf von außen: Nur 23,1 Prozent seiner Dreierversuche landen im gegnerischen Korb. Mit Marco Buljevic folgt ihm in der internen Korbschützenliste ein ehemaliger 46ers-Spieler, der auf mehr als zwölf Zähler im Schnitt kommt und 38,4 Prozent seiner Schüsse von außen versenken kann. Robin Christen, zweites bekanntes Gesicht aus Mittelhessen im Kader des ETB, fehlt dagegen seit Ende Oktober mit einer Schambeinverletzung.

Zudem gab es in der vergangenen Woche noch einmal Bewegung im Kader: Zuerst wurde Marques Oliver aus disziplinarischen Gründen entlassen, dann holten die Essener mit dem 2,10 Meter großen niederländischen Center Nick Oudendag, der zuletzt in Malta spielte, und Logan Stutz aus Baunach, der vor zwei Jahren im Trikot des Ruhrpottklubs mit mehr als 20 Punkten pro Spiel bester Werfer der Pro A war, zwei neue Spieler ans Ufer des Baldeneysees, die am Samstag ihre Heimpremiere feiern.

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