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Gießens Comboguard Teyvon Myers sucht den Kontakt zu den Fans und freut sich auf das Heimspiel am Sonntag um 15 Uhr in der Osthalle gegen Ulm. Foto: Friedrich

Gießen 46ers

46ers-Comboguard Teyvon Myers spricht über Fans und Energie

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Teyvon Myers ist ein Energiebündel - und extrem wichtig für die Gießen 46ers. Der 25-jährige aus Brooklyn ist ein Führungsspieler, der sich immer in den Dienst der Mannschaft stellt, aber auch gerne mal im Training provoziert. Seine Meinung ist gefragt. Der Comboguard kann mit seiner Art, Basketball zu spielen, die Fans in der Osthalle mit ins Boot nehmen. Im Interview verrät er, wie wichtig sie für ihn und das Team sind.

Teyvon Myers steht unter Strom. Er erinnert an eine Batterie-Werbung mit einem Hasen, der mit dem Trommeln nicht aufhört. Der 25-Jährige hat sich sehr gut in der Basketball-Bundesliga akklimatisiert. 14,6 Punkte und 4,6 Assists im Schnitt pro Spiel sind gute Werte, die er auflegt. Viel wichtiger ist aber sein emotionales Leadership - im Basketball für Teams und Anhänger ein entscheidender Faktor, der am Sonntag (15 Uhr) gegen Ulm von enormer Bedeutung ist.

Wenn Sie auf der Bank sitzen, bekommt man bei Ihnen das Gefühl, dass Sie wahnsinnig mitfiebern und es kaum erwarten können, wieder ins Spiel zurückzukommen?

Teyvon Myers: Ja, vollkommen. Ich kann es einfach nicht abwarten, da rauszugehen und auf dem Parkett zu arbeiten. Das ist der Wettkampf-Geist in mir. Ich bin auch ein Typ, der sich für seine Mitspieler freut, wenn sie gut spielen. Und das hält mich dann auch nicht auf dem Sitz, weil ich einfach für sie jubeln muss.

Fühlen Sie sich als Go-to-Guy?

Myers: Nein, ganz und gar nicht. Ich denke, dass wir ein Team haben, indem jeder der Star des Spiels sein kann. Wir haben eine großartige Gruppe, eine solide Zehn, in der jeder rausgehen und performen kann.

Welche Auswirkungen haben die beiden letzten Siege auf die Mannschaft?

Myers: Einfach darauf aufbauen und es rollen lassen. Es ist eine harte Liga. Du musst immer fokussiert sein, immer bereit sein, weil ständig was passieren kann. Das sind gute Spieler in der Liga. Kein Spiel ist einfach. Wir müssen mit der positiven Energie, die wir zuletzt hatten, weitermachen.

Warum fehlt ab und zu die Konstanz in der Mannschaft?

Myers: Energie ist eine verrückte Sache. In unserem Team ist kein Spieler, der alleine die Mannschaft tragen kann. Wir müssen uns mit unserer Leistung gegenseitig anstecken und gegenseitig pushen. Dann funktioniert das Team, wenn nicht, wird es schwierig.

Warum gab es Viertel, in denen fast gar nichts geklappt hat?

Myers: Das waren Viertel, aus denen wir unsere Erfahrung gesammelt und aus denen wir gelernt haben. Die haben uns eine Identität gegeben. Jetzt gehen wir härter zur Sache und sind 40 Minuten voll konzentriert.

Ihr Aufwärmritual ist ungewöhnlich. Wie pushen Sie sich kurz vor dem Spiel?

Myers: Ich wache jeden Tag mit derselben Energie auf - wie an einem Spieltag. So war ich auch schon als Kind. Ich höre dann Musik, um in meine Zone zu kommen - und lasse den Rest die Atmosphäre machen.

Bekommen Sie die Atmosphäre in der Halle mit? Wie gefällt Sie Ihnen?

Myers: Absolut. Ich liebe unsere Fans. Sie liefern jedes Spiel eine Riesen-Energie. Und wenn wir gut spielen, geben sie uns den Schubs, um ein knappes Spiel zu entscheiden.

Wie können Sie als Mannschaft oder jeder einzelne die Stimmung auf den Rängen noch mehr beeinflussen?

Myers: Einfach unser Bestes tun, um weiter Siege für die Stadt zu holen. Jeder will gewinnen. Je mehr Siege desto besser wird die Stimmung.

Welche Erkenntnis ziehen Sie für sich aus den ersten drei Monaten BBL?

Myers: Es ist sehr physisch, und jeder Gegner ist gefährlich. Der Letzte kann gegen den Ersten gewinnen. Das liebe ich an dieser Liga - und deswegen bin ich hier.

Wie reflektieren Sie Ihre Leistung?

Myers: Ich denke, sie ist solide. Ich kann aber definitiv besser für mein Team sein.

Woran müssen Sie speziell noch arbeiten?

Myers: Es sind die selben Sachen, an denen ich schon immer arbeite: Bessere Entscheidungsfindung und wann ich Schüsse zu nehmen habe, aber dabei trotzdem nicht die Attacke-Mentalität verlieren.

Sind Sie eher ein Intuitiver- oder Systemspieler?

Myers: Ich war immer einer der besten, wenn nicht der beste Scorer in meinem Team. Ich nehme gerne die Last auf meine Schultern und versuche, zu übernehmen, wenn mich das Team braucht. Aber als ich das gemacht habe, spielte ich schlecht. Ich genieße es lieber, im System zu bleiben als auf den kleinen Teyvon auf meiner Schulter zu hören.

Wo geht in dieser Saison die Reise für die Gießen 46ers hin?

Myers: Was auch immer der Herr da oben für uns geplant hat: Wir arbeiten hart, hören dem Trainer zu und sind bereit, jeden Tag zu konkurrieren.

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