Polas Bartolo wurde am letzten Tag im alten Jahr Vater einer Tochter und ist morgen mit den Gießen 46erts in Chemnitz zu Gast. (Foto: Friedrich)
+
Polas Bartolo wurde am letzten Tag im alten Jahr Vater einer Tochter und ist morgen mit den Gießen 46erts in Chemnitz zu Gast. (Foto: Friedrich)

46ers in Chemnitz zu Gast

(mv) Kurz nach dem Jahresbeginn starten auch die Zweitliga-Basketballer der Gießen 46ers wieder in das Geschehen: Gab es über Weihnachten eine einwöchige Pause, die einige Spieler zu einem Kurztrip in die Heimat nutzten, schwitzen TJ DiLeo und Co. bereits seit Montag wieder, um sich auf die Auswärtspartie bei den Chemnitz 99ers am Samstag (19 Uhr, Richard-Hartmann-Halle Chemnitz) vorzubereiten.

Doch die ersten Tage des Jahres erwiesen sich als ziemlich holprig für die Gießener. Im Hinrundenspiel gegen Chemnitz siegte die Truppe von Trainer Denis Wucherer souverän mit 72:54 gegen die Sachsen, die seitdem einen Trainerwechsel hinter sich gebracht haben. Galten die 99ers vor der Saison als durchaus aussichtsreicher Anwärter auf einen Playoff-Platz, musste der bisherige Verlauf der Spielzeit als enttäuschend gewertet werden: sechs Siege aus 15 Spielen, nur Rang 13 in der Tabelle. Doch individuell ist das Team nicht schlecht besetzt: Flügelspieler Levi Knutson ist weiterhin einer der besten Punktesammler der Liga (18,9 Punkte pro Spiel), und auch Pointguard Virgil Matthews (15 Zähler im Schnitt) muss sich am offensiven Ende nicht verstecken. Andre Calvin ist zudem mit 11,6 eingesammelten Abprallern je Partie der beste Rebounder im gesamten Unterhaus, erzielt als einziger Spieler der Liga im Schnitt ein Double-Double. Allerdings: Knudson und Matthews wurden im Hinspiel weitgehend abgemeldet, Calvin kam gegen die 46ers nur auf fünf Rebounds – seine schlechteste Saisonausbeute. Der Fokus liegt für Wucherer aber auf den kleinen Positionen: "Chemnitz ist am Brett eher unterlegen, gegen fast jedes Team der Liga, aber das kompensieren sie gut.

Calvin ist kein richtiger großer Spieler, aber er hat Stärken in der Physis, nicht im Wurf oder im Dribbling. Wenn wir ihn offensiv vor uns halten, wird es schwer für ihn zu rebounden – wenn wir ihm aber den Weg zum Korb geben, dann sieht er gut aus. Wir wollen ihn ähnlich gut kontrollieren wie im Hinspiel, aber gefährlich sind die drei kleinen Amis, Knudson, Matthews und Stacy Wilson, der im Hinspiel noch nicht dabei war. Da ist viel Talent; manchmal etwas wild, aber sie können spielen. Wir brauchen Geduld, gerade auch in der emotionalen Atmosphäre der Chemnitzer Halle."

Der Auftakt in die Rückrunde der ProA soll zudem das Debüt für 46ers-Neuzugang Aaron Hawley bedeuten, der seit Wochenbeginn in Gießen ist. Ob das klappt, steht derzeit noch in den Sternen: "Es sind noch nicht alle Freigaben und Bescheinigungen da, die man so braucht – wegen der Feiertage war das alles nicht so einfach in den letzten Tagen. Noch haben wir da kein positives Feedback", hofft Headcoach Wucherer auf gute Nachrichten im Laufe des heutigen Tages.

Es war allerdings nicht die einzige Hiobsbotschaft, die der Trainer in den vergangenen Tagen hinnehmen musste: Bei Aufbauspieler Besnik Bekteshi wurde während einer Routineuntersuchung in seiner Heimatstadt Ludwigsburg eine Entzündung der Patellasehne diagnostiziert. "Er fällt auf unbestimmte Zeit aus; der Arzt in Ludwigsburg spricht davon, dass er auf jeden Fall drei bis vier Wochen aussetzen muss. Die MRT-Bilder von dort werden nun auch bei uns noch einmal ausgewertet, aber zunächst wird er nicht spielen können", berichtet Wucherer, der taktisch reagieren muss: "TJ DiLeo wird etwas mehr auf die Eins rücken, und auch Niklas Bilski wird dabei sein. Er hat die ganze Woche mit uns trainiert und wird wohl auch ein paar Minuten spielen, muss uns Entlastung geben. Eric Palm wird an seiner alten Wirkungsstätte auch ein paar Minuten als Pointguard aushelfen – das müssen wir jetzt intern auffangen."

Überhaupt lief die Vorbereitung auf die Partie nicht ganz optimal: "Mit einem neuen Spieler, den wir integrieren mussten, Verletzungen, aber eben auch der freien Woche, das war nicht ganz einfach. Aber wir glauben, dass sich die freie Woche Ende Februar, Anfang März auszahlen wird", weiß Wucherer, der zum Schluss rund um Silvester im Training auf Yorman Polas Bartolo verzichten musste – allerdings ausnahmsweise aus einem schönen Grund: Der kubanische Flügelspieler wurde an Silvester Vater einer Tochter und verbrachte deshalb einige schöne Stunden im St. Josefs-Krankenhaus.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare